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Hoteltextilien per Hand gemacht in Kärnten

Vor über 40 Jahren begann Familie Schranz mit einer Nähmaschine auf dem Dachboden Textilien für die Hotellerie zu nähen. Heute zählt der Betrieb zu den deutschsprachigen Marktführern und sorgt mit einer selbst entwickelten Tischwäsche-Kollektion aus recycelten Plastikflaschen für Furore.

Anita Arneitz
Jürgen Schranz hat den Betrieb von seinen Eltern übernommen und präsentiert erstmals die neuen innovativen Stoffe für die Tischwäsche.
© Irrasch Jürgen Schranz hat den Betrieb von seinen Eltern übernommen und präsentiert erstmals die neuen innovativen Stoffe für die Tischwäsche.

Gemeinsam mit einem Partner ist dem Familienbetrieb Hotelausstattung Schranz in St. Veit an der Glan gerade eine Innovation am Textilmarkt gelungen: Die hauseigene Tischwäsche-Kollektion besteht aus einem Garn, das zu 100 Prozent aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wird. „Für einen Laufmeter des Materials werden 43 PET-Flaschen geschreddert und verschmolzen“, erzählt Jürgen Schranz stolz. Der Stoff ist damit nicht nur nachhaltig, sondern entspricht auch allen Ansprüchen für den Einsatz in der Hotellerie – strapazierfähig, oft und leicht waschbar, optisch ansprechend. In Zukunft werden daraus in Kärnten Zierkissen, Tischwäsche, Garten- und Sitz­pöls­ter genäht. Alles noch in Handarbeit am Kärntner Standort. Auslagern in billigere Lohnnähereien im Ausland kommt für Schranz nicht in Frage. „Die handwerkliche Qualität kann ich nur gewährleisten, wenn ich es selber mache“, ist Schranz überzeugt. 

Vom Klein- bis zum Großauftrag


Vom kleinen Auftrag für ein Café bis hin zu einer großen Ausstattung eines Hotels mit 200 Zimmern kann der Betrieb schnell und flexibel abwickeln. Diese Stärke spielt das Unternehmen zum einen in der klassischen Hotelwäsche für Tisch und Bett aus, aber auch in der Raumausstattung, in der Vorhänge, Hotelbetten, Polsterstoffe und Polstermöbel produziert werden. „Der Fokus bei unseren Kunden liegt auf kleinen und mittelständischen Familienbetrieben“, erzählt Schranz. Besonders erfolgreich ist der Kärntner in Südtirol, Tirol und Salzburg. 
„In Kärnten stagniert die Auftragslage etwas. Deshalb sind 
wir ost-west-lastiger geworden.“ Grundsätzlich sei die Investitionsbereitschaft in Hotellerie und Tourismus in Österreich jedoch gegeben. Der Markt habe sich gut entwickelt. Auch der Wörthersee Raum hole langsam auf. „Ich finde es toll, wenn ich als Kärntner Betrieb in Kärnten etwas verkaufen kann und die lokale Wertschöpfung erhalten bleibt“, sagt Schranz. Doch nicht alle in Kärnten denken so. „Ein Tiroler wird, wenn er kann, immer im eigenen Tal kaufen. Die Kärntner sind mit ihren lokalen Lieferanten nicht 
so heimatverbunden.“ Das sei schade. Umso wichtiger sei es, über die Grenzen zu sehen und innovativ zu bleiben. „Wir sind auch einige der wenigen Firmen, die jährlich zwei neue Kollektionen herausbringt. Farblich abgestimmt auf die internationalen Trends.“ Petrol war in den vergangenen Jahren ein großes Thema im Outdoorbereich, was gut zu den Kärntner Seen passt. Jetzt sei Safran im Kommen. 

Gut geschulte Mitarbeiter

„Ich versuche immer, den anderen einen Schritt voraus zu sein. Der Schnelle frisst den Langsamen, nicht nur in unserem Bereich.“ Im Tagesgeschäft sei das natürlich eine Herausforderung. Umso wichtiger seien gut geschulte Mitarbeiter in der Produktion und vor Ort bei den Kunden. Im Verkauf setzt Schranz auf ein Team von zehn Außendienstmitarbeitern. „Mitarbeiter können dem Kunden nur einen Mehrwert verkaufen, wenn sie sich selbst hervorragend auskennen und den Kunden beraten, welches das passende Produkt für ihn ist.“ Das sei noch anders als über anonymisierte Vertriebskanäle wie Katalog oder Internet. Schranz geht davon aus, dass diese Vertriebsform weiter beibehalten wird – trotz voranschreitender Digitalisierung. 
Vor ein paar Wochen hat er im Betrieb einen Workshop nach dem Silicon-Valley-Ansatz abgehalten und gemeinsam mit Mitarbeitern überlegt, was man tun müsste, um den eigenen Betrieb zu zerstören. „Wenn man darüber nachdenkt, kommt man auf interessante Ideen“, berichtet Schranz. Die Geschwindigkeit in der heutigen Wirtschaft sieht er als Herausforderung. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Digitalisierung. Schranz dazu: „Entscheidend ist, dass man sich als Unternehmen nicht vor der Digitalisierung oder neuen Entwicklung verschließt und auch Mitarbeiter dafür sensibilisiert.“ 


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 15 der "Kärntner Wirtschaft."

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