th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Handwerk bietet Perspektiven für eine meisterliche Zukunft

Die Zahl der Lehrlinge sinkt, der Bedarf an Fachkräften steigt und auch die Lehrlingsausbildung hat sich im Laufe der Zeit gewandelt.

Lehrlinge, Kärnten, Ausbildung, Fachkräfte, Meister
© Fotolia/Robert Kneschke Der Einzelhandel bleibt am beliebtesten in der Lehre.

Etui- und Kassettenerzeuger, Korb- und Möbelflechter sowie Bürsten- und Pinselmacher wird man in Kärnten in einigen Jahren wohl vergeblich suchen. Sie zählen zu jenen Berufen, die auslaufen und in denen keine Lehrlinge mehr ausgebildet werden. „Dafür wurden in den vergangenen zehn Jahren über 70 Lehrberufe modernisiert und viele neu geschaffen“, berichtet der Leiter der Lehrlingsstelle der WK Kärnten, Benno Tosoni. So zählen etwa Steuerassis­tenz, Seilbahntechnik oder Hotelkaufmann zu den beliebtesten neuen Lehrberufen. Der Dachde­cker ist einer jener Berufe, die modernisiert wurden. Einige Lehrberufe wie die Kraftfahrzeugtechnik sind heute als Modullehrberufe wieder zu finden. Die Gliederung in Module soll eine höhere Durchlässigkeit und eine leichtere Spezialisierung ermöglichen.

Alle diese Maßnahmen seien notwendig, um die Attraktivität des Lehrberufes zu erhöhen. Denn sowohl die Zahl der Lehrlinge als  auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. „Der Lehrberuf hat sich gewandelt und auch die Jugendlichen“, ist Roland Sternat vom Modehaus Türk & Sternat aus Wolfsberg überzeugt. „Als Unternehmen würden wir gerne Lehrlinge ausbilden, doch im Handel wird es schwieriger, motivierten Nachwuchs zu finden.“ In dieselbe Kerbe schlägt Gottfried Gautsch aus Kraig, der als Landesinnungsmeister der Dachdecker, Glaser und Spengler selbst sieben Lehrlinge in seinem Betrieb beschäftigt. „Wir arbeiten saisonbedingt nur sechs bis sieben Monate im Jahr und der Lehrling zählt zu den teuersten Mitarbeitern. Da kann es nicht sein, dass Jugendliche keine Fläche berechnen können“, erzählt Gautsch.

Etwas positiver sehen Karin Leeb und Martin Klein vom Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe die Entwicklung des Lehr-berufes. Seit 60 Jahren bildet der Hochschober Lehrlinge aus, aktuell sind es 25. Auch wenn sich das Urlaubsverhalten verändert hat, so sind die Inhalte der Ausbildung nahezu gleich geblieben. „Wer junge Leute erreichen möchte, muss ihre Sprache sprechen und sich auf ihre Lebensmodelle einstellen und nicht umgekehrt“, erzählen die Hoteliers.
Einer der größten Ausbilder im Land mit steigenden Lehrlingzahlen ist das Technologieunternehmen Flex in Althofen. Geschäftsführer Erich Dörflinger sieht in jedem Lehrling eine Investition in die Zukunft. „Wir setzten bewusst auf unseren Nachwuchs, um mit fundiertem Know-how im internationalen Wettbewerb zu bestehen und die Region zu beleben.“


Sie kennen sich mit der Lehrlingsausbildung aus

Den Betrieb ‚Türk & Sternat‘ gibt es seit 1924. Im Laufe der Zeit wurden im Haus zahlreiche Lehrlinge ausgebildet, heute sind es nur mehr zwei. Die Situation hat sich in den vergangenen 15 Jahren verschlechtert und auch das Berufsbild hat sich gewandelt. Es wird immer schwieriger, überhaupt Lehrlinge im Einzelhandel zu finden und oft sind die Kandidaten leider unqualifiziert.
Roland Sternat, Türk & Sternat, Wolfsberg
Zur Zeit bilden wir 75 Lehrlinge aus, davon 32 bei Flex und 43 bei unseren Verbundpartnern. Die Bewerberzahl ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen und wir haben mehr Lehrlinge aufgenommen. Da die Produktivität europaweit steigt, werden auch mehr Fachkräfte benötigt. Es interessieren sich auch immer mehr Mädchen für technische Berufe.
Erich Dörflinger, Flex, Althofen
In den Bereichen Rezeption und Service sowie Service und Küche bieten wir vier Jahre Doppellehre an. Danach haben die Lehrlinge zwei abgeschlossene Berufe. Jedes Jahr werden sechs bis sieben neue Lehrlinge ausgebildet und die Gäste schätzen es sehr, von jungen und engagierten Menschen umsorgt zu werden. Wir sind guter Dinge, dass unsere Lehrlinge auch in Zukunft die wichtigsten Stützen sein werden.
Martin Klein und Karin Leeb, Hotel Hochschober, Turracher Höhe
In der Bauwirtschaft müssen wir besonders um Lehrlinge kämpfen. Der demografische Wandel als solcher und die Konkurrenz durch die Schulen und großen Handelsketten sind Faktoren, die uns viele junge Menschen auf dem Weg zur Lehre abziehen. Doch bislang gelang es uns noch, die Lehrlingszahlen zu halten.
Gottfried Gautsch, Dachservice-Gautsch, Kraig


Das könnte Sie auch interessieren

  • WK-News
Newsportal Film- und Musikwirtschaft auf der Freizeitmesse:  Das audiovisuelle Unternehmertum boomt

Film- und Musikwirtschaft auf der Freizeitmesse: Das audiovisuelle Unternehmertum boomt

Bei der Freizeitmesse vom 7. – 9. April 2017 in Klagenfurt stellt die Fachvertretung der Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Kärnten in der Halle 5, Stand C08, die kreativen Dienstleistungen ihrer 220 Mitglieder vor: Das Leistungsangebot reicht von TV-Film über Kinoproduktionen, Werbewirtschaftsfilme bis hin zu Musiklabels und Tonstudios. mehr

  • WK-News
Newsportal Gstättner: Fritten-Veto scheitert an der SPÖ

Gstättner: Fritten-Veto scheitert an der SPÖ

SPÖ stimmt der praxisfremden „Fritten-Verordnung“ zum Bräunungsgrad von Pommes Frites im EU-Ausschuss zu. mehr