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Großer Aufholbedarf im Corona-Management in Kärnten

Hausgemachte Versäumnisse machen der Kärntner Wirtschaft das Leben unnötig schwer, beanstandet WK-Präsident Mandl und fordert mehr Engagement und ein deutlich verbessertes Management von Politik und Verwaltung.

Großer Aufholbedarf im Corona-Management in Kärnten
© Helge Bauer

Nicht nur in der öffentlichen Debatte, auch seitens der Wirtschaftsvertreter ist die Geduld mit den Versäumnissen und Nachlässigkeiten auf Bundes- und Landesebene spürbar am Ende. „Nach mehr als eineinhalb Jahren Pandemie, dem zweiten verschlafenen Sommer und unzähligen nicht aufgenommenen Vorschlägen seitens der Wirtschaft rufe ich die Kärntner Landespolitik und auch die öffentliche Verwaltung dazu auf, endlich ein der Herausforderung angemessenes Management an den Tag zu legen!“, erklärte heute Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl.  

Als Beispiel nannte Mandl den Einsatz der Wirtschaftskammer Kärnten für die auf Wiener Ebene ausgesprochen erfolgreichen PCR-Gurgeltests: „Wir haben uns seit dem Frühjahr über die Wirtschaftskammer-Organisation bemüht und es im Juni geschafft, der Kärntner Landesregierung ein fixfertiges ‚Kärnten gurgelt‘-Angebot nach dem reibungslos funktionierenden Vorbild der Bundeshauptstadt vorzulegen. Das Land hätte diese PCR-Gurgeltests ab Juli für ganz Kärnten ausrollen können – aber das Interesse war nicht da.“

PCR-Angebot

Bis auf ein teilweises PCR-Angebot in den Teststraßen sei in Kärnten nichts geschehen, und selbst dieses stünde aktuell nicht mehr zur Verfügung, da aufgrund von Überlastung nur mehr symptomatische Personen getestet würden. Mandl: „Personen aus dem Gesundheitsbereich berichten uns, dass das Corona-Management de facto zusammengebrochen ist, weshalb es zu den inakzeptablen Verzögerungen bei der Testauswertung und bei der Verständigung der Testpersonen kommt. Und auch das Contact Tracing ist zwanzig Monate nach Ausbruch der Pandemie nach wie vor ausgesprochen unzureichend – Experten sagen: tot.“   

Abgesehen von den nun offen zutage tretenden Schwächen der Pandemiebekämpfung auf Bundesebene – beispielsweise den in Notfällen offenbar hinderlichen Föderalismus – würden somit auch die hausgemachten Versäumnisse in Kärnten den Unternehmerinnen, Unternehmern und Beschäftigten das Leben unnötig schwer machen. Mandl: „Die Inzidenzzahlen in Kärnten sind erschreckend und beginnen schon wieder, den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zu bremsen oder im Falle des Wintertourismus konkret zu gefährden. Ich vermisse seitens der Landespolitik, aber auch bei der öffentlichen Verwaltung ein Management, dass der Dimension der Herausforderung – um nicht zu sagen: Bedrohung – angemessen ist.“

Deshalb erwarte sich die Kärntner Wirtschaft von der Landesregierung umgehend konkrete Lösungen, wie beispielsweise das 3G-konforme Testen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den nächsten Tagen beschleunigt funktionieren werde, bevor neuerliche Verschärfungen beschlossen werden. Mandl: „Wer erwartet, dass sich die Wirtschaft an die neuen Regelungen hält, muss auch die Möglichkeit dafür schaffen!“

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