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Gewerbeordnung: Bekenntnis zur Liberalisierung, aber mit Augenmaß

Im Gewerbe und Handwerk ist die Stimmung gedämpft. Akuter Facharbeitermangel und eine drohende Ausweitung der Nebenrechte setzen heimische Betriebe zunehmend unter Druck.

Keinen ruhigen Start ins Jahr gibt es für die Sparte Gewerbe und Handwerk: Viel zu brisant sind die aktuellen Herausforderungen für die knapp 16.500 Betriebe. "Die unsichere Wirtschaftslage lässt unsere Unternehmer eher zurückhaltend in die Zukunft blicken", zeigte sich Spartenobmann Klaus Peter Kronlechner besorgt. 

"Eine Neuregelung der Nebenrechte darf sich ausschließlich auf den jeweiligen Auftrag beziehen, da es sonst insbesondere für kleine Gewerbebetriebe zu einer massiven Wettbewerbsverdrängung ." Foto: WKK/Fritz-Press


Grund dafür ist der soeben erschienene Konjunkturbericht für das vierte Quartal 2016: Nur 14 Prozent der Betriebe meldeten eine Steigerung der Auftragseingänge und Umsätze. Generell verlief für das Kärntner Gewerbe der Zeitraum Jänner bis September 2016 schlechter als im Österreichdurchschnitt. Erst im vierten Quartal ging das Stimmungsbarometer vorsichtig nach oben. 72 Prozent beurteilten die Geschäftslage in diesem Zeitraum mit „gut“ oder zumindest "saisonüblich". Bei der Erwartungshaltung für 2017 sieht es schon wieder etwas düsterer aus: Nur zehn Prozent der befragten Betriebe erwarten mehr Aufträge, 29 Prozent befürchten sogar einen spürbaren Rückgang. Kronlechner: "Mir bereitet dieser Negativtrend Sorgen. Der Bericht ist natürlich nur ein Ausschnitt aller Unternehmer und man muss diese Ergebnisse aus zwei Blickwinkeln betrachten. In zahlreichen persönlichen Gesprächen erlebe ich viele Kollegen positiver gestimmt und sie haben gut gefüllte Auftragsbücher. Aber selbstverständlich ist es so, dass wir im Gewerbe und Handwerk mit vielen Hürden und Problemen zu kämpfen haben."

Fachkräfte sind Mangelware

Die Sparte leidet besonders unter dem Facharbeitermangel. "Ich höre immer wieder, dass Unternehmer Aufträge ablehnen müssen, weil sie diese personell einfach nicht bewältigen können. Es kann doch nicht sein, dass wir so viele Arbeitslose wie noch nie haben und dann einfach keine motivierten Mitarbeiter finden", so der Spartenobmann ratlos.



Heikles Thema Gewerbeordnung

Was den Gewerbe- und Handwerksbetrieben auch zu Beginn des Jahres Kopfzerbrechen bereitet, ist die Diskussion über die Ausweitung der Nebenrechte, also jenes Umfangs, in dem Unternehmen außerhalb ihrer Gewerbeberechtigung Arbeiten ausführen dürfen. Die derzeit in Begutachtung befindliche Reform der Gewerbeordnung sieht vor, die Nebenrechte bei reglementierten Gewerben auf 15 und bei den freien Gewerben auf 30 Prozent des Jahresumsatzes zu erhöhen. Das würde bedeuten: Eine große Möbelhauskette mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro kann zum Beispiel beim Verkauf von Küchen auch alle zum Einbau und zur Inbetriebnahme nötigen Leistungen anderer Gewerbe bis zu einem Volumen von 15 Millionen Euro anbieten – Umsätze, die den kleinen Handwerksfirmen fehlen werden. Kronlechner verlangt Änderungen: "Eine Neuregelung der Nebenrechte darf sich ausschließlich auf den jeweiligen Auftrag beziehen, da es sonst insbesondere für kleine Gewerbebetriebe zu einer massiven Wettbewerbsverdrängung kommen kann und auch in der Ausführung bedenkliche Qualitätsverluste entstehen können."

Schwieriges Jahr für Unternehmensdienstleister

Auch die Dienstleistungs- und Betreuungsunternehmen, die fast 40 Prozent im Gewerbe und Handwerk ausmachen, haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Die Umsätze entwickelten sich nicht so gut wie erwartet und für das kommende Jahr dominiert zaghafter Optimismus. Branchensprecherin und Spartenobmann-Stellvertreterin Irene Mitterbacher warnte: "Zahlreiche Herausforderungen wie die starke Preiskonkurrenz schmälern die Ertragslage vieler Kärntner Unternehmer."

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