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Kärntens Tourismus protestiert gegen neue Regelung für Veranstaltungen

Ganz Kärnten steht „auf Grün“ und hat die niedrigsten Corona-Infektionszahlen österreichweit vorzuweisen. Trotzdem werden Veranstaltungen beinahe gänzlich untersagt. Die Auswirkungen auf viele Betriebe sind fatal.

 Seit heute gelten die verschärften Personenbeschränkungen für Veranstaltungen.
© pixabay/Vishnu R
Seit heute gelten die verschärften Personenbeschränkungen für Veranstaltungen – auch in Kärnten, obwohl die Infektionszahlen hier weit geringer sind als in anderen Bundesländern. Wenig Verständnis dafür hat Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie: „Wir haben in diesem Sommer bewiesen, dass sich eine disziplinierte Umsetzung von Abstands- und Hygieneregeln positiv auswirkt. Es ist absolut unverständlich, dass nun österreichweite Einschränkungen gelten sollen, obwohl die Infektionszahlen nur in einzelnen Bundesländern steigen.“

Die angekündigte Ampelregelung wäre wesentlich punktgenauer als die nun geltenden Maßnahmen. Anstatt auf regionale Entwicklungen zu reagieren, wurden nun enorme Beschränkungen über ganz Österreich gestülpt. Auswirkungen hat dies auf Veranstaltungen aller Art: Private Feiern wie Taufen, Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern sind ebenso betroffen wie öffentliche Events. Viele Gastronomen, aber auch Wedding Planer, Veranstaltungstechniker und unzählige andere Unternehmerinnen und Unternehmer, die direkt oder indirekt mit der Organisation von Veranstaltungen beschäftigt sind, stehen damit vor unlösbaren Problemen.

Vorbereitung von Wochen umsonst?

In die Veranstaltungen, die in den kommenden Wochen stattfinden sollten, wurden bereits Wochen an Vorbereitungen investiert. Dass nun – quasi über Nacht – alles anders sein soll und wieder jede Planungssicherheit für Betriebe über Bord geworfen wird, sorgt für große Irritation. „Wir sprechen hier von tausenden Unternehmen mit unzähligen Mitarbeitern, die nicht wissen, wie es weitergehen soll. Dabei gibt es objektiv betrachtet keinen Grund, warum derzeit für Kärnten dieselben Regelungen gelten sollen wie für die Bundeshauptstadt“, so Sternad. Genau solche ungerechten und willkürlichen Schnellschüsse wären durch die Ampelregelung erspart geblieben.

Eventspezialisten in Not

Besonders betroffen sind jene Mitglieder der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe, die sich auf die Organisation von Events spezialisiert haben. Deren Obfrau Astrid Legner sagt: „Es waren ab März harte Wochen für unsere Veranstaltungsexperten, in denen kein einziger Euro verdient werden konnte. Nachdem sich die Situation im Sommer ein wenig normalisiert hat, ist die jetzige Regelung nun wie ein zweiter Lockdown für die Eventbranche. Die Kunden rufen an und sagen reihenweise Veranstaltungen ab, was einerseits natürlich verständlich ist, aber die Betriebe an den Rand ihrer unternehmerischen Existenz drängt.“

Kärntens Tourismus fordert von der Bundesregierung ein differenziertes Vorgehen – und vor allem das Einbeziehen der regionalen Infektionsdynamik sowie eine stringente Umsetzung des Ampelsystems, wie dies ursprünglich auch geplant war. „Es ist uns völlig unverständlich, warum nicht zumindest versucht wurde, das Ampelsystem erfolgreich umzusetzen“, sind sich Astrid Legner und Stefan Sternad einig. Dieses Modell wurde offenbar dem politischen Widerstand von Landes- und Gemeindepolitikern geopfert, die bei Ampel(um)schaltungen mitentscheiden wollten. „Politischer Hick-Hack sorgt nun dafür, dass Unternehmen nicht arbeiten dürfen und ihre Mitarbeiter nicht entlohnen können. Das macht einfach sprachlos“, ärgert sich der Wirtesprecher. Er erwartet von der Politik, diese Entscheidung zu überdenken.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Wolfgang Kuttnig, MAS
T 05 90 90 4-600
E wolfgang.kuttnig@wkk.or.at

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