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Falsche Adresse

Leserbrief von Spartenobmann Raimund Haberl zum Artikel "Kärntner Bauern gehen für faire Preise auf die Straße".

Spartenobmann Raimund Haberl
Als Obmann der Sparte Handel in der Kärntner Wirtschaftskammer habe ich viel Verständnis für die Proteste der Bauern, die „faire Preise“ für ihre Erzeugnisse fordern. Nur: Sie richten sich an die falsche Adresse. Der Handel leidet genauso wie die Landwirtschaft unter immer kleiner werdenden Spannen. Denken Sie nur an die vielen kleinen, selbstständigen Lebensmittelhändler und den Preisdruck, dem diese ausgesetzt sind. Warum hören denn immer mehr dieser für die Bevölkerung vor allem in dezentralen Räumen so wichtigen Unternehmer auf?

Der Handel erfüllt eine unverzichtbare Nahversorgerfunktion - das bringt allerdings aufgrund der geografischen Lage Kärntens hohe Transportkosten mit sich, nicht nur durch die längeren Wege, sondern auch durch immer mehr Auflagen und immer höhere Abgaben für das Personal und die Lkw, aber auch wegen der teuren Straßenmauten; kommt die flächendeckende Lkw-Maut, die sich schon verdächtig lange in der politischen Diskussion hält, können manche Händler (und Transporteure) gleich zusperren.

Dazu kommt noch, dass die aktuelle Steuerreform den Handel vor weitere große finanzielle Herausforderungen stellt, zum Beispiel durch die Neuerungen bei den Registrierkassen, die allein aufgrund des großen Sortiments und der damit verbundenen Programmierungsaufwendungen sehr teuer werden. Ebenso die nötigen baulichen Maßnahmen zur Erfüllung der Barrierefreiheit. Das sind übrigens Erschwernisse, die die landwirtschaftlichen Produzenten ohnehin nicht oder in wesentlich geringerem Ausmaß als die übrigen Unternehmer treffen. Die Landwirte ersuche ich, ihre großteils berechtigte Kritik an ihrer Einkommensentwicklung an jene zu richten, die daran schuld sind: Die Politiker, die laufend Verschlechterungen, Verteuerungen und bürokratische Schikanen für die Unternehmer erfinden.

Raimund Haberl
Obmann der Sparte Handel
in der Wirtschaftskammer Kärnten

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