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Fachkräfte schnuppern in die Zukunft

Die größte Herausforderung für die Kärntner Unternehmen ist der Fachkräftemangel. Damit junge Menschen frühzeitig einen guten Einblick in die bunte Vielfalt der Berufswelt bekommen, gibt es kärntenweit eine Vielzahl an Schnupperlehren.

Benno Tosoni, Leiter der WK-Lehrlingsstelle, Jasmin Pichler, Projektleiterin von Kärnten schnuppert, und WK-Präsident Jürgen Mandl stellten heute die neue Plattform kaernten-schnuppert.at vor, auf der sich Betriebe und Jugendliche finden.
© WKK/Studiohorst

Eine im Herbst durchgeführte Konjunkturumfrage ergab, dass 78 Prozent der Kärntner Unternehmen den Fachkräftemangel als größte Herausforderung für den Wirtschaftsstandort sehen. Die häufigsten und größten Rekrutierungsschwierigkeiten bestehen – wie auch eine im Mai und Juni 2021 vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) durchgeführte österreichweite Unternehmensbefragung bestätigt - über alle Sparten hinweg, bei Lehrabsolventinnen und Lehrabsolventen (66,2 Prozent gaben an, häufig Probleme bei der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Lehrabschluss zu haben). „Das liegt allerdings keineswegs an der mangelnden Ausbildungsbereitschaft der Betriebe“, führt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl beim dem heutigen Pressgespräch an und erklärt: „Ganz im Gegenteil, denn rund die Hälfte der Unternehmen würde mehr Lehrlinge ausbilden, wenn sie dafür ausreichend geeignete und interessierte Jugendliche fänden.“ 

Positive Entwicklung trotz Pandemie

Die Krux: Es gibt positive Entwicklungen, die aber den Fachkräftemangel derzeit noch nicht entschärfen. „Die aktuellen Lehrlings- und AMS-Zahlen bestätigen die Umfrageergebnisse:  Die Gesamtlehrlingszahl in Kärnten ist im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 von 7165 auf 7190 leicht gestiegen – ganz entgegen der vielfach gehegten Befürchtung, die Corona-Krise würde zu einem massiven Rückgang der angebotenen Lehrplätze führen“, erklärte Mandl. Klammert man die Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen aus, ist im Vergleich zu 2019 sogar ein Plus von 127 (betrieblichen) Lehrverhältnissen zu verzeichnen (6879 auf 7006). Ungeachtet der Pandemie setzen die Kärntner Betriebe folglich weiterhin stark auf die Lehrlingsausbildung und der sich bereits vor Corona abzeichnende Aufwärtstrend (+5,8 Prozent betriebliche Lehrplätze in den letzten fünf Jahren) setzt sich fort.

Kärntner Unternehmen nehmen mehr Lehrlinge auf

Nach einem pandemiebedingten moderaten Rückgang der betrieblichen Neueinstellungen im Jahr 2020 stand 2021 wieder ein Plus von 6,6 Prozent (131 Lehranfänger mehr als 2020) zu Buche. Die Zahl der Neueinstellungen lag damit ca. auf dem Vorkrisenniveau. Auffallend ist, dass in den stark ausbildenden Sparten „Gewerbe und Handwerk“ (+4 Prozent) und Handel (+9,2 Prozent) 2021 sogar wesentlich mehr Lehrlinge aufgenommen wurden als im Jahr vor der Krise. Im Gegensatz dazu war im Tourismus aufgrund der enormen betrieblichen Herausforderungen und der fehlenden Bewerber im Vorjahr ein starkes Minus zu verzeichnen. In der Industrie gab es einen leichten Rückgang.

Steigendes Lehrstellenangebot findet keine ausreichende Deckung

Die Bilanz könnte allerdings noch viel erfreulicher sein, denn zusätzlich zu den 7190 besetzten Lehrstellen sind alleine beim AMS 526 Lehrplätze zur sofortigen und weitere 594 zur nicht sofortigen Besetzung gemeldet“, gibt Benno Tosoni, Leiter der Lehrlingsstelle der WK Kärnten, zu bedenken und mahnt: „Den 1120 freien Lehrstellen stehen allerdings nur 558 als lehrstellensuchend gemeldete Personen gegenüber.“ Auf eine Lehrstelle kommen derzeit also nur 0,5 Bewerber. Bei den sofort verfügbaren Lehrstellen sind es 0,8. Am stärksten ausgeprägt ist das Manko an sofort verfügbaren Bewerberinnen und Bewerbern im Tourismus (182 Stellen stehen lediglich 26 Suchende gegenüber), im holzverbarbeitenden Gewerbe (20 Stellen, 10 Suchende) und im Handel (124 Stellen, 85 Suchende). Betrachtet man die einzelnen Bezirke, übersteigt insbesondere in Feldkirchen, Hermagor und Spittal das Lehrstellenangebot stark die Zahl der als suchend Gemeldeten. Anders ist die Situation insbesondere in Klagenfurt, hier gibt es mehr Suchende als verfügbare Stellen. „Zurückzuführen ist das Manko an Bewerberinnen und Bewerbern nicht etwa auf mangelnden Zuspruch der Jugend oder mangelnde Attraktivität der Lehre, sondern darauf, dass in den letzten Jahren sehr schwache Geburtenjahrgänge ihre Pflichtschule beendet haben“, weiß Tosoni. Dies belegt die Tatsache, dass der Anteil der Pflichtschulabgänger, der sich für eine Lehre entscheidet, in der jüngeren Vergangenheit konstant hoch bei über 45 Prozent lag.

Plus bei Lehrabsolventen und Boom bei Meister- und Befähigungsprüfungen

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es besonders erfreulich, dass im Jahr 2021 mit 2286 mehr Lehrlinge als vor der Pandemie (2019: 2249) ihre Prüfung positiv absolviert haben und nun den Unternehmen als stark nachgefragte Fachkräfte zur Verfügung stehen.  „Einen regelrechten Boom gab es 2021 auch bei den höchsten beruflichen Abschlüssen, den Meister- und Befähigungsprüfungen zu verzeichnen“ freut sich Tosoni. Die Zahl der Absolventen lag mit 555 (111 neue Meister und 444 Absolventen von Befähigungsprüfungen) um 15,7 Prozent über dem bisherigen Höchstwert, der mit 479 im Jahr 2019 verzeichnet wurde. „Von der vielfach strapazierten ‚verlorenen Generation‘ kann also zumindest im Zusammenhang mit der beruflichen Bildung keine Rede sein.“

Maßnahmen gegen den Lehrlingsmangel

WK-Präsident Mandl setzt auf eine Erweiterung der Zielgruppe für Lehrberufe: „Aufgrund der demografischen Herausforderungen ist es unter anderem essentiell, verstärkt auch atypische Zielgruppen wie Maturanten von den Vorzügen einer Lehre zu überzeugen bzw. für sie attraktive Ausbildungsangebote zu schnüren.“ Große Hoffnung setzt die WK Kärnten in diesem Zusammenhang daher auf die im Herbst 2022 vorerst in den vier Pilotberufen „Applikationsentwicklung-Coding“, „Speditionskaufmann“, „Mechatronik – Automatisierungstechnik“, „Elektrotechnik – Elektro- und Gebäudetechnik“ startende „Duale Akademie“. Diese bietet Maturantinnen und Maturanten neben einem Lehrabschluss in verkürzter Lehrzeit ein zukunftsträchtiges Ausbildungspackage inkl. Auslandspraktikum und der Vermittlung von fachvertiefenden Inhalten und Zukunftskompetenzen. „Dank umfangreicher Maßnahmen ist durchaus schon ein Imagewandel spürbar, aber es ist ein langer Prozess und es gilt Jugendliche und Eltern weiterhin bestmöglich über die Vielfalt und Vorzüge der dualen Ausbildung zu informieren“, sind sich Mandl und Tosoni einig. Ebenso wichtig ist es, dass die Lehre stetig weiterentwickelt und modernisiert wird. Aus diesem Grund wurden alleine seit 2020 43 Lehrberufe modernisiert bzw. neu geschaffen. Im Rahmen einer umfangreichen Bildungsoffensive der Wirtschaftskammerorganisation wird zudem an vielen Projekten zur weiteren Stärkung der Lehre, wie z.B. der „Höheren Berufsbildung“ (Schaffung von auf der Lehre aufbauenden und formal anerkannten, dem Nationalen Qualifikationsrahmen zugeordneten Qualifikationen) gearbeitet.

Kärnten schnuppert

„Mit ‚Kärnten schnuppert‘ haben wir zudem ein Tool geschaffen, das die für die Berufswahl essentielle Berufsorientierung forcieren und potenzielle Lehrlinge und Lehrbetriebe beim Zusammenfinden unterstützen soll“, kündigt Präsident Mandl an. Denn diese Zusammenführung ist nicht einfach: Für Betriebe ist es oftmals herausfordernd, den geeigneten Lehrling bzw. auch schon Schnupperlehrling zu finden; viele Jugendliche andererseits wissen gar nicht, welche Vielfalt an Berufen sie zur Auswahl haben bzw. was sie in der Ausbildung erwartet. Deshalb gibt es Berufspraktische Tage („Schnuppertage“), die für alle Schülerinnen und Schüler in und nach der 8. Schulstufe möglich sind, entweder während der Schulzeit im Ausmaß von 5 Tagen pro Schuljahr oder außerhalb der Schulzeit (z.B. Ferien, etc.) im Ausmaß von 15 Tagen pro Betrieb und Kalenderjahr.

Betriebe und Jugendliche finden zueinander

Hier setzt das neue Online-Angebot „Kaernten-schnuppert.at“ an: „Mit unserer Plattform versuchen wir getreu dem Motto: Schnuppern = Lehrplatz = Fachkraft direkt an der Basis anzusetzen“, erzählt Projektleiterin Jasmin Pichler. Betriebe können sich in nur zwei Minuten auf der Homepage selbst eintragen. Dafür wird lediglich ein Einmal-Passwort benötigt, welches unkompliziert direkt über die Homepage oder per E-Mail an support@kaernten-schnuppert.at angefordert werden kann. Nach dem Einstieg werden die wichtigsten Daten eingetragen, ein Firmenlogo hochgeladen und die angebotenen Lehrberufe ausgewählt. Damit ist die Eingabe auch schon abgeschlossen. Interessierte Jugendliche können dann aus dem breit gefächerten Angebot den idealen Schnupperplatz suchen. „Sie können ihre Interessen angeben und finden dann passende Betriebe in ihrer Nähe“, erläutert Pichler. Anschließend muss nur noch das Unternehmen kontaktiert werden und schon kann eine individuelle Berufsorientierung vereinbart werden.

Zusätzlich finden sich auf www.kaernten-schnuppert.at alle notwendigen Informationen, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Schnupperlehre und diverse Mustervereinbarungen. Abgerundet wird das Angebot durch nützliche Tipps für die individuelle Berufsorientierung, die Suche nach einer Lehrstelle und vieles mehr.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Kärnten
Berufsausbildung, Lehrlingsstelle
Meisterprüfungsstelle, Ingenieur-Zertifizierungsstelle
Mag. Benno Tosoni
T 05 90 90 4-850
benno.tosoni@wkk.or.at

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