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Exporteure scharren in den Startlöchern

Kärntens Außenhandel kann trotz schwerer Verwerfungen aufgrund der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 seine Position halten und blickt dem Neustart optimistisch entgegen. Kein Verständnis gibt es für Politspielchen auf dem Rücken der Wirtschaft: Oppositionsparteien sollen Schadenersatz leisten!

Die etwa 2500 exportierenden Betriebe in Kärnten haben den Einbruch seit dem Ausbruch der weltweiten Covid-19-Pandemie vergleichsweise glimpflich überstanden.
© WKK/fritzpress (Archiv)
Die etwa 2500 exportierenden Betriebe in Kärnten haben den Einbruch seit dem Ausbruch der weltweiten Covid-19-Pandemie vergleichsweise glimpflich überstanden. Das zeigt die heute präsentierte Exportstatistik für das erste Halbjahr 2020: Einfuhren und Ausfuhren gingen zwar jeweils um rund zwölf Prozent zurück, dennoch konnte ein Außenhandelsbilanzüberschuss von 288 Millionen Euro erzielt werden. Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl: „Damit festigt Kärnten seine Position im oberen Drittel der heimischen Bundesländer.“

Wie Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig im Rahmen des digitalen Pressegesprächs resümierte, sei die internationale Erschütterung auch an Kärnten nicht spurlos vorübergegangen. Doch auch wenn speziell die Grenzschließungen im Export deutlich spürbar gewesen seien, habe sich dennoch gezeigt, dass die Exportwirtschaft ein enormer Stabilitätsfaktor sei. „Im Österreichvergleich weist Kärnten das zweitgeringste Minus beim Außenhandelsüberschuss auf. Das ist ein Indikator für die Bedeutung der Exportwirtschaft für unser Bundesland und zeigt die gute Vernetzung der heimischen Betriebe“, unterstrich Schuschnig. 

Auch für den Leiter der Außenwirtschaftsabteilung, den stv. Kammerdirektor Meinrad Höfferer, hat sich der diversifizierte Exportfokus der vergangenen Jahre bezahlt gemacht. So sei Deutschland zwar in den Exportzahlen des ersten Halbjahres 2020 um 13, Italien um 16, Slowenien gar um 25 Prozent zurückgegangen. Andererseits würden osteuropäische Partner wie Ungarn (+2 Prozent) oder Polen (+27 Prozent) zuversichtlich stimmen. Auch China verzeichne ein Plus von mehr als 5 Prozent und liege mittlerweile auf Platz 3 der Exportstatistik. Den nunmehr vollzogenen Brexit bedauert Höfferer, die Auswirkungen für die Kärntner Wirtschaft seien aber nicht dramatisch: „Die Situation wird uns vor allem bei den Dienstleistungen noch länger beschäftigen, aber sie wird sich mit der Zeit entwickeln, wie das auch bei der Schweiz der Fall war.“  

Für 2021 ist die Stimmung jedenfalls gut. Wirtschaftslandesrat Schuschnig und WK-Präsident Mandl verfolgen ein ambitioniertes Ziel: „Wir wollen die Exportwirtschaft wieder auf die Überholspur bringen und sobald der erste Flieger geht, sollten wir einsteigen!“ Besonderer Fokus wird in den kommenden Monaten auf innereuropäische Wirtschaftsmissionen wie beispielsweise nach Belgrad und in den Alpen-Adria-Raum gelegt. Als vielversprechend stuft Schuschnig das kürzlich beschlossene EU-China-Abkommen ein: „Dieses ambitionierte Investitionsabkommen unterstützt wichtige Wirtschaftszweige für Kärntner Unternehmen.“ 

Auch Mandl sieht die Perspektiven für das neue Jahr positiv. Zum einen, weil Industrie und produzierendes Gewerbe relativ gut durch das Krisenjahr gekommen seien; zum anderen, weil Konjunkturindikatoren wie die Entwicklung der Frachtraten steil nach oben zeigen würden. „Wir stellen auch fest, dass das Interesse an Messen sprunghaft anzieht, die Unternehmen wollen wieder zu ihren Kunden kommen“, erklärte Mandl. Mit einem engagierten Programm von Messebesuchen, kleinen Wirtschaftsmissionen und Projekten mit Uni und Fachhochschule wird die gemeinsam Exportoffensive von Kammer und Wirtschaftslandesrat auf die neuen Rahmenbedingungen von wieder stärker europäisch ausgerichteten Lieferketten eingehen: „Alles ist vorbereitet, wir scharren in den Startlöchern!“

Weniger klar vorbereitet scheint allerdings das Impfmanagement zu sein: „Wie schnell kommen wir zur Zulassung weiterer Impfstoffe und wie bringen wir so viele Menschen wie möglich freiwillig zur Impfung?“ Auch die Wirtschaft warte dringend auf Impfmöglichkeiten, um wieder beruflich reisen zu können. Und gar keinen Spaß versteht Mandl bei den „Politspielchen“ der Oppositionsparteien rund um das “Freitesten“, die jetzt den Lockdown um eine Woche zu verlängern drohen: „Die Wirtschaft hat alle Sicherheitskonzepte vorgelegt, und jetzt gibt es wieder keine Planungssicherheit für die Betriebe. Die Mitarbeiter, der Einkauf, die Gäste – das lässt sich nicht alles beliebig Woche um Woche verschieben. Sollen doch die Oppositionsparteien den Unternehmern den Schaden aus der eigenen Parteikassa ersetzen!“ 

Rückfragen
Wirtschaftskammer Kärnten
Außenwirtschaft und EU
MMag. Dr. Meinrad Höfferer
T 05 90 90 4-750
E meinrad.hoefferer@wkk.or.at

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