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Er stattet Jachten in aller Welt aus

Verkleidungen aus Leder, veredelte Holzkonstruk­tionen und exklusive Bodenbelege – von Amerika bis Asien stattet die Tischlerei Mandler aus Amlach bei Greifenburg Luxusjachten aus.

© Patrick Sommeregger-Baurecht Geschäftsführer Markus Mandler kommt aus einer Tischler-Familie. Auch sein Bruder arbeitet mit dem Rohstoff aus Kärntens Wäldern. Den Betrieb hat Markus Mandler am 1. Jänner 2008 von seinem Vater übernommen.

Wenn ein Ort mehr tierische als menschliche Einwohner hat, vermutet man vieles, aber kaum ein weltweit tätiges Unternehmen, das schon so manche Privatjacht und so manches Kreuzfahrtschiff ausgestattet hat. In Amlach, einige Minuten von Greifenburg entfernt, hat Josef Mandler 1976 als damals jüngster Tischlermeister eine klassische Möbeltischlerei gegründet. 2008 übergab er sie seinem Sohn Markus, der nach einigen Jahren Montageleitung in Westösterreich wieder nach Hause gekommen war.

Der damals 21-Jährige beschäftigte sich mit dem Markt und entschied sich, in einer Nische sein Glück zu finden: „Unsere Marktbeobachtung ergab, dass der Exklusiv-Innenausbau von Jachten für uns das Richtige sein könnte“, erzählt Geschäftsführer Markus Mandler. Seit 2006 wurden nun zahlreiche Privatjachten und einige namhafte Kreuzfahrtschiffe von Amlach aus ausgestattet. „Wir kümmern uns um die Konstruktion, Produktion und den Zukauf von Teilen – eingebaut wird von Firmen in der jeweiligen Werft.“ Mandler arbeitet dazu nicht nur mit den sieben großen europäischen Ausbauern zusammen, sondern auch mit vielen Zulieferern aus Kärnten. Der Wirtschaftskreislauf schließt sich somit in der Region. Rund 40 Prozent der Aufträge müssen extern vergeben werden. „Meine Vision wäre es, alle Gewerke und Rohstoffe vom Glas über Holz, Metall und den Stoffen direkt bei uns
im Betrieb zu haben.“ Bis 2020 suche man deswegen vermehrt auch nach Fachkräften aus anderen Handwerksberufen. Mit ein Grund, dass Mandler die Schulung und Ausbildung seiner Mitarbeiter besonders wichtig ist.

Über 50 Lehrlinge hat das Unternehmen bereits hervorgebracht. Viele davon sind bei Mandler geblieben. Aktuell sind es sieben Lehrlinge. „Einige unserer Mitarbeiter sind bereits seit Jahren im Betrieb. Ein Abstecher in einem anderen Unternehmer schadet nicht, aber wir freuen uns, wenn unsere Lehrlinge wieder zurückkommen“, sagt der Geschäftsführer.

Gemeinschaft schreibe er besonders groß. „Jeder hat seinen eigenen Verantwortungsbereich, vieles läuft aber Hand in Hand.“ Die richtigen Fachkräfte zu finden, ist für Mandler auch eine Frage der Rahmenbedingungen. „Es ist überall schwer, gute Leute zu finden – als Unternehmen muss aber auch attraktiv sein für den Arbeitnehmer. Deswegen sorgen wir uns sehr um die Qualität des
Arbeitsplatzes.“ Das Unternehmen arbeitet mit der AUVA in der Initiative „Fit2Work“ zusammen. „Wir haben die Vier-Tage-Woche eingeführt und bieten unseren Mitarbeitern einiges: eine große Küche, die beliefert wird, einen eigenen Fitnessbereich und viele Pausen. Die Mitarbeiter sollen sich trotz vieler Arbeit wohlfühlen und fit bleiben.“

2012 wurde eigens für die strukturierte Ausbildung der eigenen Mitarbeiter und jener anderer Betriebe eine Lehrwerkstätte gebaut. Die ersten Monate kann jeder Lehrling dort in der Feinmotorik, später in allen Bereichen des Unternehmens geschult werden. Zusammengearbeitet wird dabei auch mit dem offenen Technologielabor Otelo und der Neuen Mittelschule Greifenburg. Mandler: „Jede Woche kommen interessierte Schüler zu uns. So können sie wieder richtiges Werken in der Praxis lernen. Früh technisches Verständnis zu schulen ist für die nächste Generation von Facharbeitern wichtig.“ Auch im Metallbau soll es in Zukunft Lehrlinge aus dem Hause Mandler geben.


Interview mit dem Geschäftsführer Markus Mandler

Mandler
© Patrick Sommeregger-Baurecht Markus Mandler leitet das Unternehmen in zweiter Generation.

Was macht gelebtes Unternehmertum aus?

Der Mensch sollte immer im Mittelpunkt stehen – dazu gehören die Bedürfnisse der Kunden genauso wie jene der Mitarbeiter.

Warum sind Unternehmer wichtig für das Land?

Gerade in kleineren Orten oder abgelegeneren Regionen sind Unternehmer wichtig für die Infrastruktur und die Entwicklung. Wir schaffen Arbeitsplätze und somit Perspektiven für die Menschen in der Umgebung. 

Für welche Werte hat ein gestandenes Unternehmen zu stehen?

Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit sind uns besonders wichtig.

Was sind die größten Gefahren für einen Unternehmer?

Allgemein ist es gefährlich für einen Unternehmer, wenn er die Zahlen nicht kennt. Schlechte oder gar keine Planung sind einem Todesurteil gleichzusetzen. Man braucht im Unternehmen Mut und muss voll und ganz hinter seiner Idee stehen.

Sie führen ein Familienunternehmen – welche Gefahren birgt das?

Ich glaube, dass es am wichtigsten ist, bei Familienunternehmen die Nachfolge rechtzeitig zu klären. Der Generationenkonflikt ist oft ein Wendepunkt – entweder das Unternehmen wird weitergeführt oder man hört aufgrund von Sturheit auf. Den Jungen muss man auch zutrauen, das Unternehmen anständig weiterzuführen.

Was ist Ihr wichtigster Wunsch an die politischen Entscheidungsträger in Kärnten?

Ich würde mir wünschen, dass die Rahmenbedingungen realistischer geschaffen werden. Die Politik sollte näher an der Wirtschaft agieren. Die derzeitige Über­regulierung schadet unseren Unternehmen. Vor allem der politische Stillstand ist für den Standort Österreich Gift.


Würden Sie wieder Unternehmer werden?

Ich bin ein Macher. Um meine Visionen und Ideen zu verwirklichen, würde ich mich wieder selbstständig machen.

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