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Energiekrise spitzt sich zu: „Betriebe kämpfen um Existenz“

Die aktuellen Preiserhöhungen und die fehlende Unterstützung von Land und Bund bereiten Wirtschaftskammerpräsident Mandl Sorgen: „Die Politik muss endlich in die Gänge kommen, sonst werden zig Unternehmen schließen!“

Jürgen Mandl
© Alexander Zagorz

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundenen Verwerfungen in der europäischen Energieversorgung sowie die hohe Inflation lassen die Energiekosten durch die Decke gehen. „Wir sprechen hier nicht von ein paar Euros, sondern wir sehen uns mit Preissteigerungen im dreistelligen Prozentbereich konfrontiert. Es kann nicht sein, dass die Politik die Unternehmen mit diesen Kosten alleine lässt“, zeigt sich Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, heute über die Untätigkeit verärgert.

Dreistellige Kostensteigerung

Laut aktuellem Wirtschaftsbarometer empfinden 79 Prozent der Betriebe die hohen Energiepreise als größte Herausforderung für die kommenden zwölf Monate. Diese Kosten schlagen jetzt mit Fortdauer der Krise immer stärker (je nach Laufzeit der Lieferverträge) bei den Firmen durch. Um die Dringlichkeit in den Unternehmen zu belegen, führt der WK-Präsident Beispiele aus der Österreichischen und der Kärntner Wirtschaft an. „Diese enormen Kosten treffen einen Industriebetrieb mit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso wie einen Gewerbebetrieb mit drei Angestellten.“

Beispiel A: Industriebetrieb mit über 100 Mitarbeitenden (Kärnten)

  • 300 Prozent Preiserhöhung (somit das Vierfache der bisherigen Energiekosten).
  • Konsequenz: Das Unternehmen muss einen Zuschlag auf seine energieintensiven Produkte einheben, sonst ist er defizitär. Sollte es in Folge zu einem Einbruch der Bestellungen kommen, werden bis zu 80 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer entlassen.

Beispiel B: Gewerbebetrieb mit drei Mitarbeitenden (Kärnten)

  • 200 Prozent Preiserhöhung (das Dreifache der bisherigen Energiekosten)
  • Konsequenz: Produktpreise werden erhöht und es werden keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr geringfügig angestellt.

Beispiel C: Bäckerei in Wien

  • Durch einen neuen Liefervertrag ist der Strompreis nun um 965 Prozent teurer als im Altvertrag festgesetzt.

Beispiel D: Industrieunternehmen (Österreich)

  • Stellt folgendes Rechenbeispiel an: 2021 betrugen die gesamten Energiekosten fünf Millionen Euro, 2022 waren es neun Millionen Euro und für 2023 werden 30 Millionen Euro prognostiziert.

„Die Situation ist alarmierend! Unsere Betriebe sehen sich gezwungen, die enormen Kosten an ihre Kundinnen und Kunden ganz oder zumindest teilweise weiterzugeben. Doch aufgrund der hohe Inflation sinkt die Kaufkraft. Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale, die sich nur durch rasches Handeln der Regierung auf Landes- und Bundesebene stoppen lässt. Es geht hier final um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe“, ist Mandl überzeugt.

Zuwarten ist inakzeptabel

Vor einem Monat wurde in der Wirtschaftskammer Kärnten der erste „Kärntner Energiegipfel“ abgehalten, bei dem ein zweistündiger Meinungsaustausch von maßgeblichen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Energieexperten mit der Landesregierung und Vertretern aller politischen Landtags-Fraktionen. Dabei wurden wichtige Weichen, wie etwa die Verfahrensbeschleunigung und Einrichtung einer Taskforce, gestellt. „Leider lässt die Einführung der Taskforce auf sich warten. Das wäre gerade jetzt dringend notwendig, denn diese Expertengruppe würde den zuständigen Fachabteilungen des Landes Kärnten zu einzelnen Projekt-Vorprüfungen als beratendes Service zur Verfügung stehen“, hält Wirtschaftskammerpräsident Mandl fest und unterstreicht: „Bei einem so brisanten Thema wie es die Energiekrise darstellt, ist ein Zuwarten inakzeptabel!“

Entlastung für Unternehmen

Aber nicht nur vom Land Kärnten, auch von der Bundesregierung erwartet Mandl mehr Zug zum Tor: „Die Regierung hat zur Entlastung bis dato schon Maßnahmenpakete mit einem Volumen von 32,7 Milliarden Euro angekündigt bzw. beschlossen. Der Großteil der Maßnahmen zielt auf die Entlastung von Haushalten und den Erhalt der Kaufkraft ab. Für die Wirtschaft gab es ebenfalls bereits einige Maßnahmen, diese reichen jedoch nicht aus, um die Preissteigerungen ausreichend abzufedern und somit Liquidität und Investitionen zu sichern.“ Eine rasche Strompreiskompensation und ein ausreichender Zuschuss für energieintensive Betriebe stehen ganz oben auf der Liste der Forderungen. „Bei der Strompreiskompensation brauchen wir eine Förderrichtlinie für Österreich in praxistauglicher Ausgestaltung“, so der WK-Präsident. Außerdem fordert er eine konkrete Regelung der Energie-Härtefälle sowie eine Energiepreisbremse für Haushalte und KMU.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Wirtschaftspolitik
Ing. Mag. Herwig Draxler
T 05 90 90 4-220
herwig.draxler@wkk.or.at

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