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Empörung über Sparvereins-Aus bei Bawag P.S.K

Wie gutes Service NICHT funktioniert, zeigt die Bawag P.S.K. vor: Bis September will das österreichische Bankinstitut alle Sparvereine als Kunden loswerden. Damit bringt sie viele Kärntner Wirte in eine schwierige Lage.

Der Aufwand für die Weiterführung der Sparvereinskonten sei zu groß, ließ die Bawag P.S.K ihre vielen heimischen Sparvereinsmitglieder wissen, und kündigte vor kurzem alle Konten der Sparvereine auf. "Es ist absolut unverständlich und irritierend, wie hier mit langjährigen, verlässlichen Kunden umgegangen wird. Viele Gastronomen sind auf den Zusammenhalt und die Stammgäste angewiesen, die ein Sparverein mit sich bringt“, sagt Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Kärnten. „Ohne Sparverein stehen viele Betriebe vor einer existenzbedrohenden Situation", bringt er es auf den Punkt.

Nachdem die Bank jahrzehntelang gute Geschäfte mit den Sparvereinen und ihren Tausenden Mitgliedern gemacht hat, wirft sie nun – wegen geänderter Rahmenbedingungen - das Handtuch. "Zum Glück ist die Bawag P.S.K. das einzige Bankinstitut, das mit diesem schlechten Beispiel vorangeht. Die regional verankerten Kärntner Banken halten unseren Sparvereinen weiterhin die Treue", so Sternad.

Der Weiterbestand dieser Partnerschaften von Gastronomie und Bankinstituten ist die Basis für einen wichtigen Frequenz- und Umsatzbringer für viele Gastronomiebetriebe. So gibt es in Kärnten Tausende Sparvereinsmitglieder, die das Sparen mit dem Besuch eines Wirtshauses verbinden. "In den aktuell ohnehin schwierigen Zeiten sind diese Gäste für unsere Branche wichtiger denn je", betont Sternad.

Im Schnitt bringt ein Sparverein mit einer durchschnittlichen Größe von 150 Mitgliedern einem Wirtshaus einen zusätzlichen Umsatz von 35.000 bis 50.000 Euro pro Jahr. Gerade in ländlichen Regionen, wo es kaum noch Geschäfte, Schulen, Post- oder Polizeidienststellen gibt, ist das Wirtshaus oft die letzte verbleibende Infrastruktur. Doch die Wirte haben tagtäglich zu kämpfen, auch durch die existenzbedrohende Konkurrenz durch Zeltfeste und andere Aktivitäten der sogenannten "Spaßvereine". Fallen nun auch noch die Sparvereine als Frequenzbringer weg, würde das für viele Betriebe enorme Einbußen - und in vielen Fällen wohl auch das wirtschaftliche Ende - bedeuten.

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