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Einzigartig und beständig wie Leder

Ein Abfallprodukt lässt ihre Herzen höher schlagen: Albert und Renate Pflüger vom Lederhaus in Klagenfurt widmen ihre ganze Aufmerksamkeit dem Naturmaterial Leder und das in vierter Generation.

Claudia Blasi
ür sie ist der Beruf wirklich Berufung: Geschäftsführer Albert Pflüger IV. und Gattin Renate führen mit großer Leidenschaft und voller Überzeugung das Lederhaus Albert Pflüger – Lederwaren und Schuhzubehör.
© Peter Just ür sie ist der Beruf wirklich Berufung: Geschäftsführer Albert Pflüger IV. und Gattin Renate führen mit großer Leidenschaft und voller Überzeugung das Lederhaus Albert Pflüger – Lederwaren und Schuhzubehör.
Den Ersten Weltkrieg, das Ende der Monarchie, die Kärntner Volksabstimmung, den Zweiten Weltkrieg, Wirtschaftskrisen bis hin zu Corona und dem Krieg in der Ukraine – all das konnte dem Lederhaus Albert Pflüger in der Klagenfurter Innenstadt nichts anhaben. Das Fachgeschäft aus dem Jahre 1895 gilt als Institution weit über die Grenzen Kärntens hinaus. „Wenn einer das hat, dann der  Pflüger“,  bekommen  all  jene zu hören, die auf der Suche nach Lederwaren und Schuhzubehör sind. 

War Klagenfurt um die Jahrhundertwende noch eine Lederhochburg, so zählt der Betrieb mit einem Großhandel und einem Fachgeschäft heute zu einer Rarität. „Wir haben Kunden aus Deutschland, die auf ihrer Urlaubsdurchreise an die Adria extra einen Stopp bei uns einlegen, weil es die Produkte sonst nirgendwo mehr gibt“, berichtet Albert Pflüger IV. stolz. 

18.000 Artikel für den Großhandel

Das Sortiment im Großhandel umfasst rund 18.000 Artikel aus den Bereichen Orthopädie, Gummi, Leder, Chemie, Reparatur, Werkzeuge, Furnituren und Technik. Vor allem die enge Zusammenarbeit mit den Schuhmacher- und Orthopädiebetrieben haben das Angebot in diesem Ausmaß wachsen lassen. Die Nachfrage habe sich von Holznägeln zur Schuhproduktion bis hin zu Hightechmaterialien für die Orthopädie gewandelt. Eingekauft werde in ganz Europa, auch wenn die Zulieferer immer weniger werden. „Für Holznägel etwa gibt es in Europa nur mehr eine Fabrik im Mühlviertel. Und von vielen anderen Betrieben wissen wir, dass es keinen Nachfolger gibt und sie in absehbarer Zeit zusperren werden“, erzählt Renate Pflüger. Trotzdem gibt es keine Lieferengpässe: „Alles, was wir brauchen, ist für ein Jahr im Vorhinein auf Lager. Unsere Kunden können sich auf uns verlassen“, betont Albert Pflüger. 

Über 150 Kunden aus Kärnten, der Steiermark, Salzburg und Osttirol werden im Großhandel mit Produkten versorgt. Vieles wird mit der Post verschickt und wenn es darauf ankommt, liefert der Chef auch persönlich aus: „Da kommt es schon einmal vor, dass der Tag um 3 Uhr in der Früh startet, um die Waren rechtzeitig vor Ort zu haben.“ Ein Online-Shop kommt für den Familienbetrieb nicht in Frage, zu beratungsintensiv seien die Produkte, zu speziell die Anfragen der Kunden.  

Ladengeschäft mit Leidenschaft für Leder 

Etwas ruhiger läuft hingegen das Ladengeschäft. Lederprodukte, Taschen, Koffer und Zubehör findet man im  Lederhaus. Bei der Auswahl der Lieferanten wird   ein besonderes Augenmerk auf Qualität und Preis gelegt. „Wir möchten Taschen anbieten, die uns vom Material her überzeugen und einen vernünftigen Preis haben“, betont Renate Pflüger. Die Bekanntheit der Marke alleine sei in diesem Fall oft das falsche Kriterium. 

Derzeit steht das Unternehmerpaar zu zweit im Geschäft. Bis vor zwei Jahren habe man immer Angestellte beschäftigt, jetzt mache sich der Fachkräftemangel im Handel bemerkbar. Hinzu komme ein verändertes Kundenverhalten, das in vielen Fällen eine sprichwörtliche Lederhaut erfordere. „Ich kann es bis zu einem gewissen Grad sogar verstehen, wenn sich junge Menschen das nicht antun wollen“, so Pflüger. 

Bei einem Blick durch Handschuhe und Brieftaschen gerät das Unternehmerpaar ins Schwärmen: „Leder fühlt sich nicht nur wunderbar an, es ist auch ein Recyclingprodukt und somit nachhaltig.“ Und auch wenn den beiden wenig Freizeit bleibt, so haben sie  dennoch ihre Berufung gefunden. 


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 2 der "Kärntner Wirtschaft". 

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