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EPU sind Wirtschaftsfaktor und Innovationstreiber

Beim heutigen Pressegespräch präsentierten WK-Vizepräsident Sylvia Gstättner und EPU-Beauftragter Herwig Draxler die Ergebnisse der aktuellen EPU-Studie und hatten eine klare Botschaft: "EPU sind Erfolgsmodelle auch im Export und keinesfalls Opfer."

WK-Vizepräsidentin Sylvia Gstättner und EPU-Beauftragter Herwig Draxler präsentierten heute ein Stimmungsbild der heimischen Ein-Personen-Unternehmen.
© WKK/fritzpress WK-Vizepräsidentin Sylvia Gstättner und EPU-Beauftragter Herwig Draxler präsentierten heute ein Stimmungsbild der heimischen Ein-Personen-Unternehmen.
"EPU sind ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Sie sind auch Innovatoren und Exporteure - und keinesfalls sind sie Selbständige zweiter Klasse. Diese Unternehmen verdienen den vollen Respekt und die uneingeschränkte Unterstützung", betonte WK-Vizepräsidentin Sylvia Gstättner anlässlich der heutigen Präsentation der aktuellen Studie „EPU Monitoringbericht 2016/17“ der KMU-Forschung Austria gemeinsam mit Herwig Draxler, dem EPU-Beauftragten in der Wirtschaftskammer Kärnten.

Rund 305.000 Ein-Personen-Unternehmen (EPU) waren 2016 in Österreich  - 18.500 in Kärnten – Chef, Mitarbeiter und Multitalent in einer Person. Damit machen diese Potentiale österreichweit 60 Prozent und in Kärnten 56 Prozent aller heimischen Unternehmen aus. "Die Studie räumt endlich mit Vorurteilen auf, die EPU in die Opferrolle drängen, und zeigt ganz klar: Der Großteil der EPU entscheidet sich bewusst für die Selbständigkeit, um sich in einem erfüllteren Arbeitsleben zu verwirklichen. Für viele Branchen ist das einfach die ideale Unternehmensform", bezeichnete auch Draxler die Kleinstunternehmen als unverzichtbaren Bestandteil der Kärntner Wirtschaft.



Von Selbstverwirklichung bis flexible Arbeitszeit

Der dezidierte und bewusste Wunsch zur Selbständigkeit spiegelt sich klar in den erhobenen Gründungsmotiven wider: Top-Motive sind flexiblere Zeiteinteilung (76 Prozent) und Selbstverwirklichung (73 Prozent), gefolgt vom Erkennen von Marktchancen (48 Prozent) und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (38 Prozent). Zudem sind EPU mit einem Zufriedenheitswert von 6,3 auf einer zehnstufigen Skala zufriedener als Mitarbeiter in „Arbeitgeberunternehmen“ (Zufriedenheit 5,9; Quelle: Austrian Entrepreneurial Index, KMU Forschung Austria). "Die Tätigkeit als EPU ist mehr als nur Arbeit. Es geht um individuelle Entfaltung und Selbstverwirklichung. Wer selbständig sein möchte, der soll sich frei dafür entscheiden können. Hier mit Überreglementierung die Entscheidungsfreiheit einzuschränken, ist der falsche Weg", spielte Sylvia Gstättner auf die bestehende Rechtsunsicherheit beim Selbstständigenstatus in Versicherungsfragen an.

Drei Viertel aller EPU üben ihre unternehmerische Tätigkeit hauptberuflich aus, davon 58 Prozent Vollzeit und 17 Prozent Teilzeit. Und das nicht nur innerhalb Österreichs, denn: "Für 32 Prozent sind internationale Kontakte auf der Beschaffungsseite relevant, ein Viertel aller EPU erwirtschaftet Umsätze im Export", führte Herwig Draxler aus. Sylvia Gstättner ist es wichtig, auf den guten Ausbildungsstand der Solo-Selbstständigen hinzuweisen. "31 Prozent verfügen über einen Uni- oder Fachhochschulabschluss. Die durchschnittliche Branchenerfahrung bei der Gründung beträgt sieben Jahre", so Gstättner.

Zum Abschluss wies die WK-Vizepräsidentin noch darauf hin, dass bei all der positiven Entwicklung der Kärntner EPU-Szene auch noch einiges getan werden muss: "Ich wünsche mir, dass es für EPU endlich steuerliche Vergünstigungen gibt. Etwa, dass ein Büro im eigenen Wohnraum absetzbar ist, dass jedes beruflich gebrauchte Auto steuerlich absetzbar ist, dass ein Bildungsfreibetrag auch für Unternehmer – nicht nur für Mitarbeiter - eingeführt wird und die Selbstständigen eine komplette Freistellung genießen. Dazu gehört, dass ihnen keine Organisation sagen darf, ob sie gründen dürfen oder nicht. Außerdem muss endlich Schluss mit der Doppelversicherung sein. Ein Mensch - eine Versicherung. Warum muss ich zwei Mal versichert sein, wenn ich nur einmal krank werden kann?"


Sie sind Chef, Mitarbeiter und Multitalent in einem

Gelernt habe ich Einzelhandelskauffrau, doch mein Interesse galt schon immer dem Nageldesign. Also habe ich eine Umschulung gemacht und mich entschlossen, als EPU durchzustarten. Am Anfang war es schwierig, doch heute ist mein Kundenstock komplett.
Sabine Richter, Nagelstudio, St. Andrä
Begonnen hat mein Weg in die Selbstständigkeit damit, dass ich meinen Job aufgeben musste. Was ich jedoch mitnehmen konnte, waren meine zahlreichen beruflichen Kontakte bis hin nach Saudi Arabien. So war die Idee geboren, diese als EPU zu nutzen. Seit zehn Jahren bin ich als Maschinenhändler im Export tätig. Ein weiteres Standbein ist die E-Mobilität.
Klaus Aichinger, Maschinenhändler, Finkenstein
Ich war als Lehrer tätig und bin mittlerweile in Pension. Schon neben meinem Lehrberuf habe ich als Versicherungsmakler gearbeitet und tue es heute noch. Der Beruf macht mir Spaß und ich musste bislang nicht einen Cent in Werbung investieren, sondern lebe von persönlichen Empfehlungen. Ich finde, Ein-Personen-Unternehmen haben den gleichen Stellenwert wie andere Unternehmen.
Robert Soos, Versicherungsmakler, Velden
Ich habe Bodenkultur studiert und beim ARGE Naturschutz in Klagenfurt gearbeitet. Meine Leidenschaft für die Gartenplanung und -gestaltung wuchs und so entschied ich mich, in diesem Bereich Fuß zu fassen. Auf meine Bewerbungen erhielt ich nur Absagen, also nahm ich die Sache selbst in die Hand und gründete ein EPU. Der heftige Gegenwind von allen Seiten konnte mich nicht abhalten – mittlerweile plane ich Gärten in Tirol, Deutschland, Rumänien und London.
Dagmar Wallgram, Landschaftsgärtnerin, Klagenfurt


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