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Diese Alge bedroht Arbeitsplätze

NATURA 2000-Schutzgebiete für Armleuchteralgen in Kärntner Seen würden einem Schwimm- und Freizeitverbot gleichkommen. Die Wirtschaftkammer kämpft für Naturschutz mit Augenmaß und den heimischen Tourismus.

Alge Armleuteralge Seen Kärnten Natura2000
© Universität Rostock

Seit Ende Februar 2017 dreht sich bei der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission (GD ENV) alles um die Armleuchteralge. Diese kleine Wasserpflanze zählt zu den bedrohtesten Pflanzen Europas und gedeiht nur in extrem sauberen Seen. Deshalb ist die Alge auch in vielen Kärntner Seen heimisch. Eine Qualitätsauszeichnung für die heimische Natur und den geleisteten Naturschutz. Doch obwohl sich die Armleuchteralge bereits perfekter Bedingungen in den Seen Kärntens erfreut, möchte die GD ENV mehr. Für Kärnten werden mehr als 30 Flora-Fauna-Habitatsrichtlinie(FFH)-Lebensraumtypen geortet, die aus Sicht der Kommissions-Beamten einer zum Teil massiven zusätzlichen Ausweisung bedürfen. Dies betrifft vor allem die großen heimischen Seen (Wörthersee, Millstättersee, Ossiachersee, Klopeinersee, Pressegger See) und stellt die Tourismusbetriebe vor fast unlösbare und existenzbedrohende Probleme.

Kärntner Tourismus stark bedroht

Die Wirtschaftskammer Kärnten bekennt sich zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Die Diskussion um weitere Natura2000-Gebietsnominierungen in Kärnten erreicht jedoch durch die Forderungen der Europäischen Kommission eine neue Dimension und gefährdet nun den heimischen Tourismus – eine Branche, die für Arbeitsplätze, Einkommen und Wohlstand sorgt. Eine Ausweitung der Natura2000-Schutzgebiete würde einem Schwimm- und Freizeitverbot gleichkommen, unter dem nicht nur die Unternehmen leiden würden, sondern das auch Arbeitsplätze gefährden würde.

Umweltorganisationen wollen sich profilieren

Die geforderten großflächigen, undifferenzierten Ausweisungen neuer Schutzgebiete widersprechen aus Sicht der Wirtschaftskammer Kärnten dem Subsidiaritätsprinzip der EU und sind  von heimischen Umweltorganisationen befeuert, die mit ihrer Vorgangsweise das an sich gut funktionierende Miteinander von Wirtschaft, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz in Kärnten zu zerstören drohen. Der angesprochene Nachnominierungsbedarf betrifft überdies nur die FFH-Lebensraumtypen, weitere Forderungen nach Gebiets-Ausweisungen für geschützte Tiere und Pflanzen werden folgen.

Wirtschaftliche Zukunft in Frage gestellt

Kärnten ist ein dicht besiedelter Kultur-, Wirtschafts- und Naturraum, in dem die Menschen seit Jahrhunderten leben, arbeiten und wirtschaften. Durch die irritierende Vorgangsweise der GD ENV wird diese funktionierende Koexistenz in Frage gestellt und auf lange Sicht die Akzeptanz der Europäischen Politik bei den Betrieben und  in der Bevölkerung untergraben.

Die Wirtschaftskammer fordert die Bundesregierung und die einzelnen Landesregierungen daher dringend auf, entsprechende Stellen in Brüssel von der geplanten „Ausweisungsflut“ von Natura2000-Gebieten abzuhalten und volkswirtschaftlichen Schaden von Kärnten und den anderen Bundesländern abzuwenden.

Die Kärntnerinnen und Kärntner und die Kärntner Unternehmen werden nur dann hinter einem geeinten Europa stehen,  wenn sie nicht das Gefühl haben, bevormundet zu werden. Die gewählte Vorgangsweise bei Natura2000 nimmt den Menschen in unserem Land die Perspektive, dass es sich hier lohnt, zu investieren und zu wirtschaften. Aus diesem Grund braucht es ein klares Signal an die europäische Ebene, dass diese Vorgangsweise nicht widerspruchslos hingenommen werden wird.

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