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Der erste Kuttnig-Ofen ist bereits 123 Jahre alt

Ein Familienunternehmen im Wandel der Zeit: Die Kuttnig GmbH hat noch immer das selbe Kernprodukt, den Ofen, aber in 123 Jahren hat sich viel verändert. 

Angelika Dobernig
Seit bald zehn Jahren führen sie die Geschäfte: Karl Nussbaumer ist Hafnermeister mit Wirtschaftsstudium, seine Frau Sarah ist Architektin.
© Peter Just Seit bald zehn Jahren führen sie die Geschäfte: Karl Nussbaumer ist Hafnermeister mit Wirtschaftsstudium, seine Frau Sarah ist Architektin.
Die Firma Kuttnig ist eine Institution im St. Veiter Wirtschafts­leben: Seit dem Jahr 1898 baut und verkauft das Familienunternehmen Öfen. Und dabei passte man sich immer wieder an die Nachfrage an: Während sich Unternehmensgründer Lorenz Kuttnig auf Tongeschirr und Öfen spezialisierte, ist heute die Planung von Bad- und Wellnessbereichen eines der wichtigsten Standbeine des Unternehmens. 

Viel Auswahl war in der Nachkriegszeit gefragt: Maria Nuhsbaumer, Großmutter des heutigen Geschäftsführers, erweiterte das Sortiment um Elektroöfen, Fliesen und Geschirr. Die eigene ­Kachelerzeugung stellte sie ein, dafür wurden die ersten Kachelöfen im Geschäft ausgestellt.

Nach den Jahren des Wiederaufbaus rückte die Wohnkultur in den Vordergrund. „Bei meinen Eltern hat das Thema ‚Schöner Essen‘ eine wichtige Rolle gespielt. Unser Geschäft war neben den Öfen für besondere Porzellan- und Glasprodukte bekannt“, erzählt Karl Nussbaumer, der das Unternehmen vor neun Jahren von seinen Eltern übernommen hat. 

Tassen und Gläser findet man dort heute keine mehr, umso mehr Öfen und Fliesen. „2016 haben wir umgebaut, die Ausstellung erweitert und insgesamt eine Million Euro investiert.“ Für die Kunden sei es wichtig, die Öfen nicht nur im Katalog, sondern auch „live“ sehen zu können. Das selbe gilt für die Fliesen, von denen es im Geschäft unzählige zur Auswahl gibt. Derzeit im Trend liegen großformatige Fliesen sowie Grau- und Brauntöne, sagt Nussbaumer: „Aber es wird sicher wieder bald mehr Farbe ins Spiel kommen. Das ist immer so: Eine Zeitlang dominieren dezente Töne, dann gibt es wieder mehr Mut zur Farbe.“

Top-Hotels zählen zu den Kunden

Die vergangenen Jahre standen ganz im Zeichen der Expansion. Das Geschäft wurde größer, aber auch die Mitarbeiterzahl und die Projekte. Eines davon wird gerade abgeschlossen: Im Wirtshaus Steirereck am Pogusch wurde die gesamte Großküche mit Groß­formatfliesen verkleidet. Auch in Kärnten hat man bereits etliche Großprojekte in größeren Hotels abgewickelt. „Das ist unsere Stärke: Wir übernehmen die komplette Planung von Wohnkonzepten – von der Fliese über das Badezimmer und Wellnessbereiche bis hin zum Ofen“, erklärt Nussbaumer. Seine Frau Sarah bringt als Architektin das nötige Know-how für Umbauten und Gestaltung ein. 

Als eine der größten Herausforderungen bei seiner Arbeit bezeichnet er die Kurzfristigkeit. „Vieles lässt sich nicht planen, auf Baustellen verschieben sich Termine oft – und als Fliesenleger ist man eben immer der Letzte, der zum Einsatz kommt. Man muss warten, bis alle anderen Gewerke fertig sind und dann so schnell wie möglich arbeiten. Aber zum Glück schaffen wir es immer“, lacht der St. Veiter Unternehmer, der vor seiner unternehmerischen Tätigkeit Wirtschaft studierte und dann mehrere Jahre lang die Wellnessanlagen in asiatischen Fünf-Sterne-Hotels plante und baute. 

Digitalisierung auch bei Dokumenten

Derzeit beschäftigt ihn – neben der täglichen Arbeit – vor allem die Digitalisierung. Nachdem bereits  ein elektronisches Warenwirtschaftssystem und die elektronische Zeiterfassung eingeführt wurden, werden nun Dokumente digitalisiert. Eine Software für das Dokumentenmanagement soll künftig für einen besseren Überblick sorgen. „Wir haben Unmengen an Zetteln und Ordnern, die digitalisiert werden müssen.“ 
Und gebaut wird auch wieder: Der Mitarbeiterbereich wird umgebaut, bald wird es neue Sanitärräume und Umkleiden geben. „Mir ist es wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter bei uns wohlfühlen“, so Nussbaumer. Zum Team zählen 30 Mitarbeiter, darunter fünf Lehrlinge. Die Fluktuation  ist gering, aber anstehende Pensionierungen bereiten Kopfzerbrechen. „Es ist immer schwierig, wenn uns erfahrene Mitarbeiter verlassen. Wir versuchen aber, uns darauf vorzubereiten und immer wieder neue Fachkräfte zu finden.“ Dadurch habe man auch keine größeren Probleme mit einem Fachkräftemangel.

Durch Corona wird Silikon knapp

Der einzige Mangel, auf den sich Karl Nussbaumer heuer vorbereitet hat, ist jener des Silikons: „Wir haben unsere Lager bereits gefüllt. Durch die Coronakrise ist es derzeit schwierig, an größere Mengen Silikon zu kommen. Aber wir sollten ausreichend davon haben.“ Das ist auch wichtig für den Betrieb, immerhin werden 80 Prozent des Umsatzes mit Fliesen und Badgestaltung erwirtschaftet.


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 16 der "Kärntner Wirtschaft".

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