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Der Tourismus ist Kärntens Visitenkarte

Wolfgang Kuttnig ist in seine berufliche Heimat zurückgekehrt: Der gelernte Koch und Hotelfachmann übernimmt als Geschäftsführer die Wirtschaftskammersparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft.

Wolfgang Kuttnig ist der neue Geschäftsführer der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
© WKK Wolfgang Kuttnig ist der neue Geschäftsführer der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft

Unternehmerpost: Es ist wieder GAST-Zeit in Klagenfurt. Von 12. bis 14. März  treffen sich Kärntens Gastronomie- und Hotellerieexperten bei dieser Messe. Welche Bedeutung hat die GAST für Sie?

Wolfgang Kuttnig: Die GAST ist meine erste große Veranstaltung als neuer Spartengeschäftsführer und hat für mich persönlich schon deshalb einen hohen Stellenwert. Für die Kärntner Tourismuswirtschaft ist sie ein entscheidender Faktor: Die Messe bietet Netzwerkmöglichkeit, ist der Branchentreff schlechthin und wartet mit spannenden Workshops auf.

Kämpft aber auch mit großer Konkurrenz – wie etwa in Salzburg. Wie gehen Sie damit um?

Eines ist ganz klar: Im Tourismus erleben wir gerade stürmische Zeiten und sind immer wieder mit Gegenwind konfrontiert – das bekommt man natürlich auch bei der Organisation der GAST zu spüren. Uns ist die hohe Verantwortung, die wir in der Sparte tragen, bewusst und wir möchten in Zukunft das Profil der GAST schärfen. Wir wollen uns von anderen Messen abheben und Nischen nutzen. Außerdem muss es den Besuchern möglich sein, einen Blick in die Glaskugel zu werfen – welche Herausforderungen und Chancen kommen auf sie zu? Das haben wir heuer bereits in einem ersten Schritt versucht.

Was erwartet die Besucher der GAST 2017?

Unser Hauptaufgabengebiet auf der GAST ist, unsere Mitglieder und Interessierte zu servicieren. Mit Slowfood und Digitalisierung haben wir zwei große Themenbereiche ausgemacht. Am Montag starten wir mit einem Workshop zum Thema Registrierkasse, danach folgt die spannende Podiumsdiskussion 'Slowfood bis Fastfood – was will der Gast?' und am frühen Nachmittag erklärt Ernst Wagner, wie man Hacker-Mails erkennt. Am Dienstag steht dann ein Workshop über ÖHT- und KWF-Förderungen an. Absolutes Highlight an diesem Tag ist der Vortrag von Kai Arne Gondlbach zum Thema 'Digital und individuell: So kauft der Gast der Zukunft'.

Da steht aber einiges am Programm. Lassen Sie uns kurz über Slowfood sprechen. Kärnten hat da ja so etwas wie eine Vorreiterrolle übernommen…

Ja, und das ist gut so. Mit dem Gail- und Lesachtal haben wir die erste Slowfood-Travel-Region und meiner Ansicht nach passt das wunderbar zur Marke. Wir verfügen über unglaublich viele Ressourcen, um Slowfood zu leben. In Kärnten gibt es Top-Produzenten, vielfältige Vertriebskanäle dank Gastronomie und Hotellerie und schlussendlich interessierte Konsumenten, die sich mit Slowfood identifizieren können.

Bei der Digitalisierung sind wir dann schon nicht mehr vorne dabei. Wie 'digital' ist Kärntens Tourismus?

Wir haben Nachholbedarf. Für die breite Masse würde ich ein 'Befriedigend' bis 'Wenig zufriedenstellend' vergeben. Durch Buchungsplattformen und soziale Medien hat die digitale Präsenz enorm an Bedeutung gewonnen. Wir sprechen jetzt gar nicht von kompletter Digitalisierung, wie sie in vielen urbanen Hotels angeboten wird, sondern von der wichtigsten Frage für Hotelleriebetriebe überhaupt: Bist du buchbar? Darin liegt nämlich die Herausforderung: Der Gast möchte sein Hotel oder auch die Reservierung in einem Restaurant online buchen – und das so einfach wie nur möglich.

Welche Chancen sehen Sie, um Kärntens Touristiker internetfit zu machen?

Ein Gast in Kärnten hat in der Regel nicht die Erwartung, eine komplett digitale Welt geboten zu bekommen. Da müssen wir uns schon auf unsere unschlagbaren Argumente Alpen, Seen und Kulinarik konzentrieren. Aber selbst der Wandergast in den Nockbergen geht davon aus, dass er im Hotel eine Spitzen-WLAN-Verbindung hat, um seine Fotos auf Instagram zu posten. Hier gehört unbedingt nachgebessert – das bedeutet natürlich auch, dass die Politik in die Pflicht genommen wird, um den flächendeckenden Breitbandausbau voranzutreiben. Im Tourismus muss man nicht immer alles neu erfinden, sondern sollte auf Synergieeffekte setzen. Es gibt einige hervorragende App-Projekte in den Regionen. Je mehr Betriebe sich zusammenschließen, desto professioneller kann man digitale Angebote nutzen. Das bedeutet natürlich auch, dass man Geld in die Digitalisierung investieren muss.

Muss generell mehr Geld im Tourismus in die Hand genommen werden?

Das so allgemein zu beantworten, ist schwierig. Sicher ist aber, dass es kaum eine bessere Zeit geben wird als jetzt. Die Fördermöglichkeiten für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft sind ideal für Neu- oder Reinvestitionen. In der Wirtschaftskammer werden Coachingmaßnahmen gesetzt und die ÖHT bzw. der KWF halten diverse Förderungen bereit. Das Bedürfnis nach hoher Qualität wird bestimmt nicht zurückgehen, sondern wird sich noch verstärken. Für Betriebe wird die Herausarbeitung eines Schwerpunktes wie etwa Bio, Business oder Sport erfolgsentscheidend sein.

Wenn ein Betrieb jetzt aber nicht gerade das gewünschte Kapital auf der hohen Kante hat, gibt es die Möglichkeit eines Crowdinvestments, also viele Investoren zahlen unterschiedlich hohe Summen für ein Projekt ein. Wie beurteilen Sie diese Finanzierungsart?

Als sehr positiv. Bisher gab es in Österreich nur den Weg über Eigenkapital oder Bankkredit – private Investoren waren nicht denkbar. Dank dem Alternativfinanzierungsgesetz von Staatssekretär Mahrer wird den Betrieben mehr Handlungsspielraum gewährt. Ich bin der Meinung, dass die Menschen nicht nur in Wertpapiere oder Gold investieren sollten, sondern auch in Betriebe. Denn einerseits kann das äußerst lukrativ sein und andererseits ist man Teil einer nachhaltigen Vision.

Das Um und Auf für einen florierenden Tourismus sind natürlich die Gäste. Und mit deren Ankunft kommt man unweigerlich auf den Flughafen zu sprechen. Wie stehen Sie zu unserem Sorgenkind?

Uns sollte vor allem eines bewusst sein: Wenn er einmal weg ist, kommt er nicht mehr wieder. Man sollte sich fragen, was passieren würde: Es gäbe keine Anbindung mehr, wir würden ein extrem wichtiges Standortkriterium verlieren. Je exklusiver sich Betriebe positionieren, desto wichtiger ist der Flughafen. Aus meiner Sicht muss mehr in den Incomingtourismus investiert werden. Natürlich ist es toll, dass wir Kärntner nach Griechenland oder Deutschland fliegen können, aber wirklich relevant sind die Gäste, die nach Kärnten fliegen. Mein Appell an die handelnden Personen ist, dass sie endlich an einem Strang ziehen sollen und über Privatinvestoren dankbar sein können, die den Standort sichern und ausbauen möchten.

Zum Abschluss lassen Sie uns noch über Ihre Ziele als neuer WK-Tourismuschef sprechen. Wie viele Punkte stehen auf Ihrer To-do-Liste?

Ich sehe nicht die zahlreichen Punkte auf meiner To-do-Liste, sondern möchte ganzheitlich im Tourismus etwas bewegen. Mein oberstes Ziel ist, die Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft als Tourismus-Kompetenzzentrum zu positionieren. Dafür müssen unsere umfassenden Leistungen geschärft und besser kommuniziert werden. Ein weiteres wichtiges Thema auf meiner Agenda sind die Arbeitskräfte. Die Karrierechancen im Tourismus sind genial und er ist sicher eine der schönsten Branchen. Ende April gibt es wieder gemeinsam mit dem AMS eine Sommerjob-Börse in der Wirtschaftskammer. Was mich im Augenblick am meisten nervt, ist diese andauernde Schlechtrederei: Der Tourismus ist die Visitenkarte der Kärntner Wirtschaft und es kann einfach nicht sein, dass von allen Seiten der Tourismus und seine engagierten Unternehmerinnen und Unternehmer Sticheleien ertragen müssen. Unser Hauptaugenmerk liegt also auf der Imageverbesserung durch Kompetenz! Ich möchte es schaffen, dass die Wirtschaftskammer erste Ansprechstelle für Trends, Expertise und Service im Tourismus wird.


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