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Der Glücksgriff

Strahlende Gesichter überall: Seit kurzem unterstützt der Syrer Maher Naji das Team des Klagenfurter Traditionsunternehmens Optik Buffa. Dass dies keine Sozialleistung, sondern eine Win-win-Situation für alle Beteiligten ist, erzählt Inhaberin Ines Hrassnig.

© WKK/Daniel Waschnig Ines Hrassnig & ihr neuester Mitarbeiter Maher Naji in der Werkstatt der Firma Buffa

Traditionsbetrieb in modernen Zeiten

Bereits in sechster Generation führt Ines Hrassnig den Familienbetrieb Optik Buffa. Sie ist Optikerin mit Herz und Seele: „Es ist das Schönste, wenn man Menschen wieder zum Sehen und zu mehr Lebensqualität verhilft“, schwärmt sie. Dass es schwierig ist, gute, engagierte Lehrlinge und Mitarbeiter zu finden, davon kann sie ein Lied singen. Denn der Fachkräftemangel ist auch in der Optik-Branche ein Thema – und zwar nicht nur in Kärnten. Dabei ist die Arbeit eine vielfältige: Im Verkauf werden etwa Kunden beraten, welche Brillengläser für die jeweilige Stärke und Fassung die richtigen sind. Die Gläser werden in der hauseigenen Werkstatt millimetergenau in die ausgewählte Fassung eingepasst. Auch das Anpassen von Kontaktlinsen gehört zum Arbeitsbereich. Ein Punkt, der der Unternehmerin besonders am Herzen liegt, ist die Reparatur: „Wir löten, kitten, reparieren Brillen. Manche Kunden haben einfach Lieblingsstücke – um die bemühen wir uns“, so Hrassnig, deren Firma 2017 das 160-Jahres-Jubiläum feiert.

Unternehmerin mit Herz: Ines Hrassnig führt den Klagenfurter Traditionsbetrieb Optik Buffa in sechster Generation
© WKK/Daniel Waschnig Unternehmerin mit Herz: Ines Hrassnig führt den Klagenfurter Traditionsbetrieb Optik Buffa in sechster Generation

Optiker aus Damaskus

Bereits vor zwei Jahren bekam die Optiker-Meisterin einen Anruf von Unternehmerkollegin Maria Slama. Diese erzählte ihr von einem Optiker aus Damaskus, der sehr gerne arbeiten wolle, jedoch kaum Deutsch spreche. Ein Mitarbeiter ohne Deutschkenntnisse war für Hrassnig jedoch kein Thema. Zwei Jahre später spazierte Andrée Feyertag, Unterabteilungsleiterin für Gewerberecht beim Land Kärnten, ins Geschäft in der Kramergasse und fragte die Unternehmerin erneut, ob sie nicht einen Job für einen Optiker aus Damaskus hätte. „Ich dachte mir in diesem Moment: Schon wieder ein Optiker aus Damaskus? Als sich herausstellte, dass es sich um denselben handelt, bin ich neugierig geworden und habe ihn zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen“, sagt Hrassnig heute. Beim Gespräch konnte Mohamad Maher Naji (kurz: Maher Naji) mit seinem aufgeschlossenen Wesen und guten Deutschkenntnissen punkten. Beim Probearbeiten rockte der 25-jährige Syrer die Buffa-Werkstatt mit seinem Know-how: „Maher hat voll mitgearbeitet. Er hat sich nur auf die neue Maschine einstellen müssen und dann losgelegt“, blickt Ines Hrassnig zurück. Da war es der Unternehmerin auch egal, dass er keinen anerkannten Abschluss vorweisen konnte: „Mir war wichtig, dass er das Handwerk beherrscht und gut ins Team passt. Beides war beim Probearbeiten schon klar.“

Der Optiker aus Damaskus versteht sein Handwerk
© WKK/Daniel Waschnig Der Optiker aus Damaskus versteht sein Handwerk

Mit hochgekrempelten Ärmeln

„Es war mein großer Traum, auch in Österreich als Optiker arbeiten zu können“, sagt Maher Naji und strahlt über das ganze Gesicht. „Ich habe ein großes Glück, weil ich eine nette Chefin und tolle Kollegen habe. Mein Ziel ist es, einmal im Verkauf zu arbeiten. Dafür besuche ich auch weiterhin Deutschkurse“, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Dass sein Traum in Erfüllung ging, daran hat Naji hart gearbeitet. Vor seiner Flucht hat er sechs Jahre lang als Optiker in der syrischen Hauptstadt Damaskus gearbeitet. Die erste Zeit in Österreich war aufgrund der Sprachbarriere schwer für ihn. „Mein Ziel war es von Anfang an, so schnell wie möglich wieder arbeiten zu gehen. Ich habe ja auch in Syrien immer gearbeitet. Deshalb habe ich einen Deutschkurs nach dem anderen gemacht. Bei Optik Buffa lerne ich jetzt auch Kärntnerisch“, lacht Naji. Er betont, dass er nicht der einzige mit gutem Fachwissen ist: „Viele Migranten haben eine gute Ausbildung, haben einen Beruf gelernt oder auf der Uni studiert. Wir brauchen nur Zeit, um Deutsch zu lernen und wir brauchen Vermittler wie Maria Slama, Andrée Feyertag und Ines Hrassnig, die uns helfen und die uns eine Chance geben. Wir Syrer etwa sind mehr als Kopftuchdiskussion und IS.“ Dies kann auch Ines Hrassnig bestätigen: „Für meine Mitarbeiter und mich ist es total positiv und spannend, Maher Naji in unserem Team zu haben. Wir sind uns einig: Maher war ein Glücksgriff! Er wird auch immer wieder zu seiner Heimat ausgefragt und er fragt uns viel. Dieser Austausch, das gegenseitige Kennenlernen ist spannend und schön.“

Maher Naji ist fachlich top und passt gut ins Team
© WKK/Daniel Waschnig Maher Naji ist fachlich top und passt gut ins Team

Die Zusammenarbeit von Ines Hrassnig und Maher Naji ist ein Vorzeigebeispiel für andere Unternehmer, die aktiv werden und vom Fachwissen von Migranten profitieren möchten. Zum Abschluss hat Ines Hrassnig noch einen Tipp parat: „Ich kann Unternehmer – vor allem in Branchen, in denen ebenfalls ein Facharbeitermangel herrscht – nur ermuntern, das gleiche zu tun wie ich. Beim Probearbeiten findet man sofort heraus, ob jemand eine Ahnung vom Fach hat und ob er ins Team passt – egal, woher er kommt.“


Interview von Melanie Lipic

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