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Der „Stern des Südens“ braucht superschnelle Datenleitungen

Glasfasergestütztes Breitband-Internet ist die Basisinfrastruktur des 21. Jahrhunderts. Eine aktuelle Wirtschaftskammerumfrage bestätigt den Handlungsbedarf: Fast die Hälfte der Unternehmer ist mit der Internetversorgung unzufrieden.

Setzen sich stark für den Breitbandausbau ein: WK-Präsident Jürgen Mandl und Spartenobmann Martin Zandonella
© WKK/fritzpress
Kärnten ist Wirtschaftsstandort für mehr als 32.000 aktive Unternehmen und Lebensstandort für mehr als eine halbe Million Menschen. Die Wirtschaft mit ihren rund 200.000 Mitarbeitern schafft ein jährliches Bruttoregionalprodukt von etwa 21 Milliarden Euro, pro Kopf liegt Kärnten damit an 7. (und drittletzter) Stelle im Bundesländervergleich. Das heißt: Luft nach oben.

Diesen Spielraum will Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl in den kommenden Jahren nutzen: „Für mich ist Kärnten der ‚Stern des Südens‘, weil wir nach einer durchwachsenen wirtschaftlichen Vergangenheit das Zukunftspotential haben, wie ein Stern im Alpen-Adria-Raum zu erstrahlen: Eine – fast möchte ich sagen: historische - Kombination aus Möglichkeiten, wie sie so bald nicht mehr eintreten wird.“

Jahrhundertchancen nutzen

Auf der einen Seite Kärntens ist es der der Koralmtunnel, der den Osten erschließt und Kärnten über die Baltisch-Adriatische Achse bis an die Ostsee in eine europäische Hochleistungsstrecke einbindet. Auf der anderen Seite sind es die die Mittelmeerhäfen wie Triest und Koper, die dabei sind, sich mit der neuen chinesischen Seidenstraße in eines der größten Handelsnetzwerke der Welt einzuklinken und Kärnten damit völlig neue Perspektiven als Logistikzentrum im Alpen-Adria-Raum eröffnen. Mandl: „Nicht zuletzt deshalb haben wir uns in den vergangenen Jahren bemüht, die Wirtschaftskammer Kärnten als Zentrum des New Alpe Adria Network of Chambers (NAAN) zu positionieren.“

Alpen-Adria zur EU-Region entwickeln

Das NAAN ist der Schulterschluss von neun Wirtschafts-, Industrie-, Handels- und Handwerkskammern aus Österreich, Italien, Slowenien und Kroatien. Als Gründungsmitglied der Alpen-Adria-Wirtschaftskammer ist es der WK Kärnten seit jeher ein großes Anliegen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Alpen-Adria-Raum voranzutreiben. Schon bisher konnte die grenzüberscheitende Partnerschaft in Form von B2B-Treffen, Messen, EU-Projekten etc. vieles umsetzen, der neue konkrete Dreijahres-Fahrplan wird die grenzüberschreitende Kooperation und Vernetzung aller Unternehmen im Alpen-Adria-Raum weiter vertiefen. Mandl: „Langfristig ist es mein erklärtes Ziel, unseren Lebensstandort zwischen Alpen und Adria zu einer selbstständigen EU-Makro-Region mit einem eigenen Förderprogramm zu entwickeln. Ein geografisch kompaktes sowie kulturell und gesellschaftlich eng verwobenes Gebiet mit Regionen aus Österreich, Slowenien, Italien, Kroatien und Ungarn kann den Grundgedanken der europäischen Zusammenarbeit aus unserer Sicht besser umsetzen als große Makro-Regionen, die sich über halb Europa erstrecken. Das habe ich kürzlich auch mit dem neuen österreichischen EU-Budgetkommissar Johannes Hahn in Brüssel ausführlich besprochen und er hat viel Verständnis dafür gezeigt.“

Hausaufgaben machen

Um diese offensichtlichen Chancen nutzen zu können, muss Kärnten aber seine Hausaufgaben machen. Die wichtigste Herausforderung ist zweifelsohne der gefährliche Rückgang an Menschen im erwerbsfähigen Alter, der die wirtschaftliche Grundlage Kärntens in Frage stellt. Mandl: „Diese Bedrohung muss vorrangig bekämpft werden – und mit mehr Entschlossenheit als in der Vergangenheit.“ Die Erfolge Kärntens im wirtschaftlichen Aufholprozess der vergangenen Jahre, die positiven Maßnahmen zur weiteren Belebung von Wirtschaft und Export, das Ringen um künftige Gestaltung des Landes wie etwa bei der Kärntner Infrastrukturkonferenz nächste Woche – all das werde obsolet, wenn es hierzulande nicht mehr genügend Menschen im erwerbsfähigen Alter gebe, um die wirtschaftlichen Grundlagen Kärntens aufrechtzuerhalten, warnt Mandl.

Straßen desolat

Außer der Bevölkerungsproblematik weist Kärnten auch deutliche Schwächen in der Infrastruktur auf. Das betrifft die Straßen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten aus Budgetgründen sträflich vernachlässigt worden seien. Der zuständige Landesrat Gruber ist deshalb dabei, mit Sonderbudgets die großflächige Sanierung des Straßennetzes und zahlreicher Brücken anzugehen, um volkswirtschaftliche Schäden zumindest in Grenzen zu halten.

Eisenbahn lückenhaft

Das betrifft aber auch die Eisenbahn, denn so groß die Freude über den guten Baufortschritt und die mittlerweile absehbare Inbetriebnahme der Koralmstrecke ist – Mandl: „Von Klagenfurt nach Graz in 45 Minuten, nach Wien in zwei Stunden 40, das muss man sich einmal vorstellen!“ – so ungelöst ist die Frage der Wörtherseestrecke und der Trassenführung bei Villach bis zur Staatsgrenze. „Hier muss sich Kärnten gemeinsam anstrengen, um in die Rahmenplanung wieder aufgenommen zu werden, und ich finde es schade, dass man dabei mehr als zehn Jahre verloren hat. Denn dass der europäische Güterverkehr zwischen Adria und Ostsee nicht durch die touristische Kernzone Kärntens am Wörthersee, quasi durch die Hotelzimmer in Pörtschach und Velden donnern kann, wird doch wohl jedem klar sein“, unterstrich Mandl.

Internet entscheidend

Und ein weiteres Infrastrukturthema ist Herausforderung, aber auch große Chance gleichermaßen: Spätestens mit der fünften Generation des Mobilfunks wird Breitband-Internet via Glasfaserkabel zu einer neuen Basisinfrastruktur, wie es vor einigen Jahrzehnten die Elektrizität oder das Telefon waren. Mandl: „Das Megathema Digitalisierung setzt selbstverständlich eine optimale Infrastruktur voraus, Kärnten kann hier mit einem entschlossenen Innnovations- und Investitionsschritt viel gewinnen – oder viel verspielen.“

Regionen: Zwei Drittel unzufrieden

Wie es konkret mit der Internetversorgung in Kärnten aussieht, hat die Wirtschaftskammer in den vergangenen Wochen 1000 Unternehmerinnen und Unternehmer in Kärnten gefragt. Das Ergebnis ist eindeutig: „Fast die Hälfte der Befragten ist mit der Internetanbindung unzufrieden“, erklärte Martin Zandonella, Internet-Pionier (net4you) und Obmann der Sparte Information und Consulting. Bei genauer Analyse ist das Ergebnis abseits des Zentralraums sogar noch deutlich schlechter, denn in den Städten Klagenfurt und Villach ist die Verbindungsqualität deutlich höher als in den Bezirken. Schusslicht ist Feldkirchen, wo fast 65 Prozent der Befragten angeben, gar nicht oder wenig zufrieden sein. Hauptursachen für die Unzufriedenheit seien zu langsame Verbindungsgeschwindigkeiten (70 Prozent) und technische Störungen (23 Prozent).

Dramatische Situation

Besonders in den Regionen sei allerdings die Infrastruktur besonders wichtig, um Arbeitsplätze zu halten, betonte Zandonella: „Wenn im Hotel das WLAN nicht funktioniert, gibt es schlechte Bewertungen auf den Buchungsportalen - ein Dominoeffekt.“ Das Problem werde sich in Zukunft noch deutlich verschlimmern, denn die Datenmengen würden sich aufgrund der neuen Möglichkeiten durch die zunehmende Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren verzehnfachen. Zandonella: „Die derzeitige Technologie kann künftige Anforderungen nicht erfüllen, die Situation ist dramatisch.“ Das sehen laut Umfrage auch die Unternehmer so: Fast 90 Prozent halten den Breitbandausbau für wichtig, aber 80 Prozent geben an, dass zu wenig unternommen werde. Die Wirtschaftskammer wird die Umfrage nun dem Land Kärnten zur Verfügung stellen, damit die Ergebnisse in den künftigen Glasfaserausbau einfließen können.

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