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Dem (neuen) Ingenieur ist nichts zu schwör

Wirtschaftskammer Kärnten hat die Ingenieurzertifizierung übernommen.

Ingenieur Zertifizierung Qulifikation
© WKO

Seit 1. Mai ist das neue Ingenieurgesetz in Kraft. Dadurch soll der Titel "Ingenieur" europaweit besser verständlich und vergleichbar, als Qualifikation anerkannt, aufgewertet und im österreichischen Qualifikationssystem stärker wahrgenommen werden. "Die HTL Ausbildung ist für die technikorientierten Branchen im Gewerbe und Handwerk unverzichtbar geworden. Sowohl auf dem Weg in die Selbständigkeit als auch für die mittlere Führungsebene sind HTL Absolventen sehr gefragt", erklärt Klaus Peter Kronlechner,  Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Kärntner Wirtschaftskammer. Wenn jetzt die Ingenieurzertifizierung gemeinsam mit der Meisterqualifikation auf den Level 6  im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) gestellt werde, so sei dies ein wichtiges Signal in der internationalen Anerkennung dieser für das Gewerbe und Handwerk so wichtigen Ausbildungsformen.

Bessere Vergleichbarkeit von Qualifikationen

Der neue NQR, der auf der Grundlage des europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) 2016 in Kraft getreten ist, ermöglicht europaweit eine bessere Vergleichbarkeit von Qualifikationen auf Basis einer achtstufigen Skala. Um die Grundlage für eine Einstufung der Ingenieurinnen und Ingenieure auf die Stufe 6 des NQR zu schaffen, wurde das Verfahren zur Erlangung des Titels neu geregelt. Absolventinnen und Absolventen einer Reife- und Diplomprüfung einer höheren technischen und gewerblichen Lehranstalt (HTL), einer HTL-Sonderform (Kolleg, Aufbaulehrgang), eines gleichwertigen in- oder ausländischen Abschlusses oder anderer inhaltlich vergleichbare Qualifikationen können nach Absolvierung eines Fachgespräches mit zwei Experten, in dem die entsprechende Praxistätigkeit überprüft wird, die Ingenieurqualifikation erhalten. "Das hohe Maß an technischer Ausbildung in den HTL wird nun durch die Ingenieurzertifizierung mit dem Fachgespräch von unseren Experten aus der Wirtschaft verstärkt", unterstreicht Martin Zandonella, Obmann der Sparte Information und Consulting. 

Zertifizierung in zwei Teilen

Die neue Qualifikation ersetzt die bisherige Standesbezeichnung und wertet sie auf. Damit können Absolventen der technischen Fachrichtungen von HTL und vergleichbarer Bildungswege nach entsprechend qualifizierter Praxis durch den Namenszusatz „Ingenieur“ adäquat dokumentieren. Das Ingenieur-Zertifizierungsverfahren besteht aus zwei Teilen: aus dem schriftlichen Antrag und dem Fachgespräch. Zuständig für das Verfahren sind die Ingenieurzertifizierungsstellen der Wirtschaftskammern, die durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mit dieser Aufgabe betraut werden. Die mit Verordnung bereits eingerichteten Zertifizierungsstellen der Wirtschaftskammern haben mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Mai ihre Tätigkeit aufgenommen. "Es ist erfreulich, dass durch die Einstufung der Qualifikation Ingenieur in die Stufe 6 des nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) die Qualifikation des HTL-Ingenieurs nunmehr gleichwertig dem Bachelor auch international anerkannt wird. Für die Industrie bedeutet dies, dass der Zugang zu internationalen Ausschreibungen maßgeblich erleichtert wird, da bisher der österreichische HTL-Ingenieur international keine Entsprechung mit anderen Qualifikationen findet und vor allem die exportorientierte Industrie auf die internationale Anerkennung der heimischen Fachkräftequalifikation angewiesen ist", betont Industrie-Spartenobmann Alexander Bouvier.

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