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Das Gold der Kärntner Montanindustrie ist Eisen

Mit Eisenglimmer aus Waldenstein im Lavanttal ist die Kärntner Montanindustrie zum Weltmarktführer aufgestiegen. Ob als Rostschutzanstrich für den Eiffelturm oder das Wiener Riesenrad – der natürliche Rohstoff aus der Koralm wird weltweit geschätzt.

© Peter Just Der technische Direktor der Kärntner Montanindustrie Jürgen Roth, Geschäftsführer Andreas Henckel von Donnersmarck und Karl Herbert Kassl, Betriebsleiter Bergbau Waldenstein, vor dem Eingang des Bergbauwerks in Waldenstein im Lavanttal.

 „Ein Unternehmen funktioniert wie das Leben selbst, es kommt auf die Welt, reift und wird groß, wird alt und kann auch sterben. Die Kunst ist, ständig eine neue Befruchtung zu finden – und das in eine Systematik zu bringen, damit man immer etwas Neues hat, wenn etwas Altes wegfällt“, erklärt Geschäftsführer Andreas Henckel von Donnersmarck die Philosophie des Familienunternehmens Kärntner Montanindustrie (KMI).

Ein Grundsatz, den die Grafen Henckel von Donnersmarck immer schon leben. Denn ohne den Blick auf das Neue wäre der Eisenglimmerabbau in den 1870er Jahren schon zu Ende gewesen, bevor er überhaupt begann. Zu klein war das Vorkommen des Rohstoffes und außerdem war er für die  Verhüttung nicht geeignet. Doch der damalige Eigentümer Graf Hugo Henckel von Donnersmarck wollte sich damit nicht zufriedengeben und lies die rostschützenden Eigenschaften des Eisenglimmers erforschen. Das erwies sich als goldrichtige Entscheidung für mehr als ein Jahrhundert. Denn im Vergleich zu gewöhnlichem Eisen ist Eisenglimmer besonders wertvoll. Pro Tonne liegt der Preis bei rund 700 Euro, während Eisenerz nur 70 Euro kostet. Das macht den Bergbau auch in kleinen Mengen rentabel.

Moderne trifft auf Tradition

Trotz der Aufgeschlossenheit wird in Waldenstein aber ganz traditionell Erz gewonnen: Statt mit schwerem Gerät werden mit viel Muskelkraft die Tunnel in den Berg getrieben und das Gestein mit sogenannten Hunten aus dem Berg befördert. Das hat nichts mit Nostalgie zu tun, sondern mit den kleinen Lagerstätten und der Menge des Abbaus. Die Jahresproduktion liegt bei 8000 Tonnen.

„Unser Erfolgsfaktor ist das Eingehen auf die Kundenwünsche“, erklärt Andreas Henckel von Donnersmarck. Eine Frage stellt sich immer: Welche Anforderungen hat der Kunde an das Produkt? Dementsprechend werden die Eigenschaften des Eisenglimmers etwa durch feinere Körnungen oder spezielle Verarbeitungsschritte exakt angepasst.

„Wir können nur weitermachen, wenn wir wissen, was der Kunde in Zukunft brauchen wird“, sagt Henckel von Donnersmarck. Während Mitbewerber sich auf eine Körnung beschränken, ist man in Waldenstein viel flexibler. „Wir müssen unsere Produkte technologisch weiterentwickeln.“ Kern des Unternehmens sind deshalb weltweit sitzende Vertriebsmitarbeiter, die mit den jeweiligen
Industriekunden in direktem Kontakt stehen. „Wir müssen früh wissen, welche Anforderungen der Kunde hat, nur so können wir ihn halten“, sagt Henckel von Donnersmarck. Denn etwas hat sich in den vergangenen Jahren ganz entschieden geändert: Während man früher über viele Jahre auf die gleichen Großkunden zählen konnte, diese im Wesentlichen immer die gleichen Mengen benötigten und mit den üblichen Preis­erhöhungen kein Problem hatten, haben die Kunden heute kein Problem damit, immer wieder den Lieferanten zu wechseln. „Dem begegnen wir durch unsere Vertriebsstruktur. Wir kommen nicht mit dem klassischen Mus­terkoffer, sondern mit qualifizierten Montanisten und Verfahrenstechnikern, die weltweit direkt bei den Kunden sind. Einen entsprechend hohen Stellenwert haben die Mitarbeiter. Egal, ob unter Tage oder im Vertrieb. Selbstverantwortung und eine gute Vertrauensbasis seien das Wichtigs­te. Honoriert wird das im Unternehmen durch Sicherheit. Henckel von Donnersmarck ist stolz, dass die KMI der Sozialgesetzgebung schon früh vorausgedacht hat. So gab es schon lange bevor es Pflicht wurde eine Pensionskasse, eine Unfallversicherung und Vergünstigungen für die Mitarbeiter.


Interview mit dem Geschäftsführer Andreas Henckel von Donnersmarck

Alexander Henckel von Donnersmarck leitet das Familienunternehmen.
© Peter Just Alexander Henckel von Donnersmarck leitet das Familienunternehmen.

Was bedeutet für Sie erfolgreiches Unternehmertum?

Es braucht langfristiges Denken, kurze Entscheidungswege und eine offene Gesprächskultur. Ohne motivierte und qualifizierte Mitarbeiter, die voll hinter dem Unternehmen stehen, geht gar nichts.

Wie wird der Bergbau wahrgenommen?

Leider denken viele nach wie vor , dass der Bergbau gefährlich und schmutzig ist. Um dem entgegenzuwirken, laden wir Schulklassen ein, unseren Bergbaubetrieb zu besuchen

Welche Herausforderungen gibt es für Österreich?

Die bürokratischen Hindernisse müssen weniger werden. Immer mehr Bestimmungen zu Umweltschutz und Arbeitsrecht sorgen dafür, dass es für Unternehmer schwieriger wird, in vernünftigem Maß wirtschaftlich tätig zu sein. Der Staat hat eigentlich dafür zu sorgen, dass dem Bürger möglichst viel von seinem Einkommen bleibt und er selbstbestimmt leben kann.

Wie sehen Sie den Wirtschaftsstandort Kärnten?

Kärnten bietet ein schwieriges Umfeld. Traditionell hat die Politik das Land gern als Tourismusland positioniert, dabei ist gerade die Industrie ein ganz wesentlicher Player. Wichtig wäre auch ein Umdenken im Bildungssys­tem. Lange schon wird propagiert, dass möglichst jeder studiert. Eine Lehre wird als minderwertig angesehen, dabei bietet sie eine umfassende Ausbildung, genau wie die Berufsausbildung einer HTL oder HAK. Eine ganze Ebene an Fachkräften geht verloren, während immer mehr junge Akademiker keinen Job finden. Das Entscheidende für den Einzelnen ist, etwas zu tun, das einen stolz macht und Raum für persönliche Weiterentwicklung gibt.

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