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Das 30. Jahr war bisher eines der verrücktesten

Enorme Preissteigerungen, Lieferengpässe und ungewöhnlich viele Aufträge: Zimmermeisterin Ulrike Kavalar-Kofler erlebt ein turbulentes 30-Jahr-Jubiläum.

Angelika Dobernig
21 Mitarbeiter sind bei der Zimmerei Kavalar in Bodensdorf beschäftigt, fünf davon sind Lehrlinge.
© Peter Just 21 Mitarbeiter sind bei der Zimmerei Kavalar in Bodensdorf beschäftigt, fünf davon sind Lehrlinge.
Vor 30 Jahren hat Ulrike Kavalar-Kofler das Unternehmen von ihrem Vater übernommen. In dieser Zeit hat sie schon einiges erlebt. „Kein Jahr war wie das andere, einmal lief es besser, einmal war es schwieriger. Insgesamt hat man viel Durchhaltevermögen und Kontinuität gebraucht“, zieht die Bodensdorfer Unternehmerin eine Zwischenbilanz. Das heurige Jahr sei aber eines der ungewöhnlichsten gewesen.

„Die Holzpreise sind in kürzes­ter Zeit extrem gestiegen, es gab Engpässe und im Juni überhaupt einen Bestellstopp. Es war ein Auf und Ab. Vor dem Sommer haben dann alle begonnen, Holz zu horten“, schüttelt sie rückblickend den Kopf. Dazu kamen viele Aufträge, die es trotz dieser Herausforderungen abzuarbeiten galt. 
Ständig habe neu kalkuliert und Kundengespräche geführt werden müssen. Mittlerweile entspanne sich die Situation wieder ein wenig. Zwar gebe es bei bestimmten Materialien noch immer Verzögerungen, aber keinen Grund zu großer Besorgnis. „Ich habe das Gefühl, es kehrt wieder mehr Normalität ein.“ 

Erstes Mädchen als Zimmererlehrling

Und wie in den Jahrzehnten zuvor setzte Kavalar auch in dieser schwierigen Zeit auf Beständigkeit: Aufträge wurden abgearbeitet und auch neue Lehrlinge eingestellt. „Wir haben schon immer Lehrlinge ausgebildet, meist hatten wir drei zur selben Zeit. Jetzt sind es fünf“, erzählt sie. Und nicht ohne Stolz fügt sie hinzu: „Zum ersten Mal haben wir ein Mädchen als Lehrling.“ Von der dualen Lehrausbildung ist sie überzeugt, bis vor Kurzem unterrichtete sie auch selbst an der Berufsschule. Nachdem sie vor zwei Jahren den Standort des Unternehmens wechselte – vom Ortszentrum in den Gewerbepark am Ortsrand –, entschied sie sich jedoch, die Lehrtätigkeit aufzugeben. „Es war dann einfach zu viel, ich musste mich dann ganz auf das Unternehmen konzentrieren.“
Denn der Standortwechsel brachte auch Änderungen in der Unternehmensstruktur mit sich. Die Unternehmerin begann damit, ihre Rolle im Betrieb neu zu definieren. „Früher habe ich alles selbst gemacht, von den Kundengesprächen bis zum Planzeichnen. Heute haben wir zwei Techniker im Unternehmen, mit denen ich mir die Arbeit aufteile – und ich konzentriere mich stärker auf organisatorische Dinge.“
Ein wenig schwingen auch schon Gedanken an eine Betriebsübergabe in den Überlegungen mit. „Wir beginnen, darüber nachzudenken, aber es gibt noch keine konkreten Pläne.“

Betriebsübergabe in einigen Jahren

Es dürfte aber zumindest einige potenzielle Interessenten im engeren Familienkreis geben: Von den vier Töchtern arbeiten die älteste und ihr Mann im Betrieb mit, während eine mit einem Tischlermeister verheiratet ist und die zweitjüngste derzeit ihr Architekturstudium absolviert. Man werde sehen, wie es sich in den nächsten Jahren entwickelt. „Ein bisschen Zeit haben wir ja noch“, sagt die 58-Jährige. Fest stehe aber, dass sie sich in einigen Jahren aus dem Unternehmen zurückziehen wird. 

„Es hat alles seine Zeit. Ich bin seit 38 Jahren im Unternehmen, irgendwann möchte man dann wieder eine neue Aufgabe angehen – wie zum Beispiel, sich um die Enkelkinder kümmern. Darauf freue ich mich besonders, schließlich habe ich für die eigenen Kinder oft nicht so viel Zeit gehabt.“ 

Schwärmen über den Werkstoff Holz

Wenn Ulrike Kavalar-Kofler von ihrer Arbeit erzählt, kommt sie ins Schwärmen: „Es gibt nichts Schöneres als das Arbeiten mit Holz. Es ist ein nachhaltiger Werkstoff, mit dem man so viel machen kann.“ 
Bevor sie die Zimmermeisterprüfung ablegte, hat sie fünf Jahre lang in der Werkstatt und auf Baustellen mitgearbeitet. Darüber ist sie noch heute froh: „Wenn man den Beruf selbst ausgeübt hat, hat man einen ganz anderen Zugang. Man weiß, wie sich das Material anfühlt und wo es Probleme geben kann. Und man hat eine ganz andere Einstellung zu dem, was die Mitarbeiter jeden Tag leisten.“ Denn die Arbeit als Zimmerer ist nicht nur „wunderschön“, wie sie erzählt, sondern auch anstrengend.
Dafür gibt es aber auch viele Glücksmomente: „Wenn man am Abend seine Arbeit sieht und weiß, was man alles geschaffen hat, ist das ein ganz besonderes Gefühl. Man schafft etwas Bleibendes.“ Zu den bleibenden Dingen, die vom Bodensdorfer Unternehmen geschaffen werden, gehören Holzkonstruktionen aller Art – vor allem sind das Dachstühle, Carports, Stege und Bootshäuser, Aufsto­ckungen und viele andere Bauwerke aus Holz.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 17 der "Kärntner Wirtschaft". 

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