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Coronavirus-Update 29. März 2020

Nachbesserung beim Härtefallfonds nötig | Zweite Härtefallfonds-Phase in Ausarbeitung

Nachbesserung beim Härtefallfonds nötig | Zweite Härtefallfonds-Phase in Ausarbeitung
© WKÖ/WKK

auch heute, Sonntag, ist die Wirtschaftskammer Kärnten mit rund 80 Mitarbeitern noch bis 14.00 Uhr im Einsatz, um die zahlreiche Anträge an den Härtefallfonds zeitnah freigeben, zahlreiche Antragsteller kompetent beraten und Überbrückungshilfen aus dem Kleinstunternehmer- und Selbstständigenschutzschirm rasch auszahlen zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Corona-Hotline unter 05 90 904-808.

Im Gespräch mit vielen UnternehmerInnen und anderen Betroffenen hat sich allerdings gezeigt, dass es auch beim Härtefallfonds Nachbesserungsbedarf gibt: Etwa 6.000 Betroffene haben derzeit keinen oder wenig Anspruch auf Soforthilfe, das muss umgehend geändert werden. Bereits gestern habe ich mich mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer bei der Bundesregierung dafür eingesetzt, eine rasche Lösung zu finden. Konkret geht es um drei Gruppen, die bisher zu wenig berücksichtigt worden sind, wie etwa 

  • Jungunternehmer und Start-ups, die nach der bisherigen Fallfrist 31.12.2020 gegründet haben
  • Selbstständige, deren Einkommen aufgrund von Investitionen oder Abschreibungen die bisher erforderliche Grenze von 5.527,92 Euro p.a. (Pflichtversicherung in der Krankenversicherung) nicht erreicht hat oder
  • Personen, die weitere, allerdings geringe monatliche Einkünfte haben, zum Beispiel aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit

Für diese von der Coronakrise schwer Betroffenen werden wir eine tragbare Lösung finden, bin ich überzeugt.

WIE FUNKTIONIERT DIE SOFORTHILFE?

Die Leistungen des mit vorerst einer Milliarde Euro dotierten Härtefallfonds sind in einer ersten Phase als nicht rückzahlbarer und steuerfreier Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten kleinerer Unternehmer und anderer Selbstständiger gedacht. Sie richten sich an folgende Gruppen:

  • Ein-Personen-Unternehmer
  • Kleinstunternehmer, die weniger als 10 Vollzeit-Äquivalente beschäftigen und max. 2 Mio. Euro Umsatz oder Bilanzsumme aufweisen
  • Erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/FSVG pflichtversichert sind
  • Neue Selbständige wie z.B. Vortragende und Künstler, Journalisten, Psychotherapeuten
  • Freie Dienstnehmer wie EDV-Spezialisten und Nachhilfelehrer
  • Freie Berufe (z.B. im Gesundheitsbereich) 

Bitte prüfen Sie vor Antragstellung unter

www.wko.at/haertefall-fonds,

ob Sie die Fördervoraussetzungen erfüllen. Bereiten Sie auch Ihren letzten Einkommensteuerbescheid sowie Ihre KUR- oder GLN-Nummer vor. Die KUR ist Ihre Kennziffer des Unternehmensregisters. Sie finden diese im eigenen Account des Unternehmensserviceportals (USP). Nach dem Login im Unternehmensserviceportal klicken Sie im Block „Mein USP“ auf „Unternehmensdaten anzeigen“. Auch Ihre Global Location Number (GLN) finden Sie im Unternehmensserviceportal in Ihren Unternehmensdaten. Wirtschaftskammer-Mitglieder finden ihre GLN auch öffentlich unter: firmen.wko.at 

In dieser ersten Phase werden pro Antragsteller 500 bzw. 1000 Euro (je nach bisherigem Einkommen) als Soforthilfe ausbezahlt. In einer zweiten Phase – deren Details noch in Ausarbeitung sind - stehen als Mindestsicherung für jeden Selbstständigen weitere maximal 2000 Euro monatlich für höchstens drei Monate zur Verfügung stehen. Es besteht kein Grund zur Eile: Es gilt nicht das „First come - first serve“-Prinzip, die Antragstellung an den Härtefallfonds ist bis Ende des Jahres möglich.

Bis gestern Abend sind in der Wirtschaftskammer Kärnten 3.355 Anträge eingelangt, von denen bereits 2.884 erfolgreich bearbeitet werden konnten. Die Soforthilfe wird umgehend überwiesen.

WEITERE MASSNAHMEN

Nach der Soforthilfe für Selbstständige aus dem Härtefallfonds muss umgehend der Notfallfonds, der vorerst mit 15 Mrd. Euro ausgestattet ist und den Hauptteil der Unterstützung für Betriebe für Umsatzeinbußen in einer Mischform aus Krediten und Zuschüssen übernehmen wird, seine Tätigkeit aufnehmen.

Allen, die derzeit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung besorgt sind, kann ich sagen: Wir werden seitens der Wirtschaftskammer genauestens beobachten, wie die bisher getroffenen Maßnahmen wirken. Kommen wir zu dem Schluss, dass die Belastungen aus der Coronakrise für unsere Unternehmen – von klein bis groß – nicht verkraftbar sind, werden wir weitere Unterstützung einfordern.

SCHUTZSCHIRM FÜR DIE WIRTSCHAFT

Lassen Sie mich der Vollständigkeit halber nochmals zusammenfassen, was wir seit Ausbruch der Coronakrise zustande gebracht haben – auch wenn es bei der einen oder anderen Maßnahme sicher noch Justierungsbedarf gibt:

  • Das Corona-Kurzarbeitsmodell ist in Europa einzigartig, entlastet Betriebe, hält viele Menschen in Beschäftigung und ermöglicht einen raschen Neustart nach Bewältigung der aktuellen Situation.
  • Die staatlichen Garantien für Überbrückungsfinanzierungen über das Austria Wirtschaftsservice (aws) und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) sorgen für die Aufrechterhaltung der Liquidität unserer Unternehmen.
  • Zusätzlich sind inzwischen alle Stundungsmöglichkeiten voll angelaufen: Sozialversicherung und Steuern können ohne zusätzliche Belastungen zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt werden. Das gilt auch für die Mitgliedsbeiträge zur Ihrer Wirtschaftskammer.
  • Das Land Kärnten bietet über den KWF seit kurzem ein von uns gefordertes und mitverhandeltes, auf die aws- und ÖHT-Garantien abgestimmtes Programm zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft.
  • Und wir haben die regionale Internetplattform „Das pack ma!“ gemeinsam mit Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig, Agrarlandesrat Martin Gruber und der Landwirtschaftskammer ins Leben gerufen, auf der sich mittlerweile schon mehr als 1800 Kärntner Anbieter angemeldet haben. Bäcker, Fleischer, viele Wirtshäuser, bäuerliche Direktvermarkter sowie zahlreiche andere Händler und Produzenten haben für ihre Kunden geöffnet, bieten oft Online-Shops und/oder Zustellservices. Nutzen auch Sie das regionale Angebot, melden Sie sich an oder kaufen Sie bei Kärntner Betrieben ein.

Das pack ma – vor allem, wenn wir daheimbleiben.

Herzlich, Ihr

Jürgen Mandl, MBA
Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten
und Unternehmer wie Sie

PS: WKÖ-INFOPOINT

Die neuesten Informationen finden Sie wie gewohnt auf unserem zentralen WKÖ-Infopoint (inklusive dem interaktiven Chatbot VERA) mit aktuellen Initiativen und Programmen, Brancheninformationen, Länderinformationen und den laufend aktualisierten FAQs. 

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