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Buchberger: "Mathematik ist der Schlüssel für die Zukunft"

Der Mathematiker Bruno Buchberger weiß, wie wichtig Zahlen für die Zunkunft der digitalen Welt sind.

© KK/Styriabooks/Aleksandra Pawloff Bruno Buchberger hat sich als Mathematiker, Computerwissenschaftler und Softwarepark-Gründer der Welt des logischen Denkens verschrieben.

Navi, Smartphone, Internet – im Alltag sind wir ständig von Mathematik umgeben und merken es nicht einmal. Welche Wirtschaftskraft hinter dem ungeliebten Schulfach steckt und warum mathematisches Denken Wohlstand bringen kann, verrät der mehrfach ausgezeichnete Mathe-Professor und Erfinder Bruno Buchberger.

Warum ist Mathematik für Sie nicht nur ein abstraktes Spiel mit Zahlen?

Bruno Buchberger: Für mich ist Mathematik die Kunst, Kompliziertes auf Einfaches zurückzuführen. Also, komplizierte Dinge so lang zu durchdenken, bis man den Knackpunkt erklären und darauf aufbauend effizient handeln kann.

Wird mathematisches Denken immer wichtiger?

Ja, vor allem für die Wirtschaft. Software- und Hardwaresysteme werden von den Menschen heute routinemäßig benutzt. Je einfacher diese Systeme für den Benutzer sein sollen, umso mehr Intelligenz muss man in die Entwicklung stecken. Es ist ein Miss­verständnis zu glauben, dass wir wirtschaftlich vorne sind, weil heute viele Technik benutzen können. Wir bleiben vorne, wenn wir die Technik entwickeln können, und der Kern davon ist Mathematik.

Und die Jugendlichen von heute können das?

Nur wenn wir in der Ausbildung großen Wert darauf legen. Entgegen der landläufigen Meinung verstehen die Jugendlichen intuitiv, dass Mathematik der Schlüssel für die Zukunft ist. Erst kürzlich habe ich eine Untersuchung gelesen, die mich selbst überraschte. Schüler wurden befragt, welche Fächer sie für die wichtigs­ten halten. Englisch wurde an erster Stelle genannt, Mathematik an zweiter Stelle.

Das hört sich positiv an?

Wir müssen uns bewusst sein, Innovation ist heute überwiegend Software. Wir stehen erst am Beginn des digitalen Zeit­alters. Wenn wir es nicht schaffen, dass unsere Jugendlichen die wesentlichen Techniken der Mathematik beherrschen, werden wir ein wirtschaftliches Problem haben. Hier meine ich nicht spezielle Inhalte der Mathematik, sondern die Technik des klaren Denkens, Sprechens, Erklärens. Die Tigerstaaten, dazu gehören inzwischen auch Vietnam und Kambodscha, haben das erkannt. Dort heißt die Parole: Education, education, education.

Hat Österreich als Gründerland überhaupt eine Chance?

Ja, große Chancen sogar. Es geht nur darum, dass wir unser Bildungsniveau hoch halten und weiterentwickeln. Hier ist die mathematische Erziehung in dem Sinne, wie ich sie skizziere, die wesentliche Grundkompetenz.

Ist Erfolg berechenbar?

Nein, wenn man alles im Leben berechnen könnte, dann wäre das Leben völlig uninteressant. Mathematische Kompetenz – klares Denken und klares Sprechen – ist eine wichtige Basis für erfolgreiches Handeln. Wirklicher Erfolg – im Sinne von individueller und gesellschaftlicher Erfüllung – ist nur durch intuitives Einstimmen auf die überraschenden Sprünge der Evolution möglich. Darauf gehe ich im Abschnitt „Meditation“ meines neuen Buches ein. 

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