th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Braun: "Gemütlichkeit ist kein Mehrwert"

Es ist wichtig, dass sich der Tourismus innerhalb der unterschiedlichsten Branchen vernetzt und ressortübergreifend arbeitet. Andreas Braun, Visionär und Querdenker, zeigt auf, welche Prioritäten er dabei setzen würde

Zangerle, Andreas Braun, Tourismus, Marke, Kärnten Werbung
© KK/Kärnten Werbung/Zangerle „In der Wahrnehmung des Gastes ist Kärnten immer noch ein gemütliches Land“, sagt Andreas Braun, ehemaliger Kommunikationsmanager der Swarovski-Gruppe.

Kärnten, ein Zukunftslabor für das gute Leben. Welche Ingredienzen braucht man für ein gutes Leben? 

Andreas Braun: Die Kärntner haben ja jetzt schon ein gutes Leben, sie haben alle Eigenschaften, die sympathisch sind. Aber wenn man künftig möchte, dass das gute Leben und auch die Verhältnisse so gut bleiben wie bisher, dann muss man alle Verhältnisse ändern.

Und wo beginnt man?

Vor dem Hintergrund der sich verändernden Verhältnisse – kärntenweit, österreichweit und weltweit – wird man vieles neu erfinden müssen. Ich meine damit Erfinden im Sinne von neuen attraktiven Verbindungen zu bereits Bestehendem schaffen, um sich so künftig besser zu präsentieren.

Alles neu erfinden, warum gibt es dann den Weg „Zurück zum Ursprung“?

Das ist eine gute Frage. Das ­Neuere, hat einmal ein Philosoph gesagt, ist eine intensivere und phantasievolle Verbindung zum Bestehenden.

Haben Sie da ein Beispiel?

Ich war einmal in der Jury von der EXPO in Mailand und habe dort für ein sehr erfolgreiches Projekt plädiert, das wir auf dem Österreich-Stand vorgestellt haben. Wir haben eine typische Assoziation zu Österreich, nämlich das Thema „Gute Luft“, neu verbunden. Dazu wurde eine gelernte mit einer überraschenden Assoziation verbunden: Wie kann man mit Hightech in Sachen Umwelt und Filtrierung Sauerstoffzellen in Städten implantieren. Das Interesse war enorm. Auch in der Tourismuswerbung sollte man gelernte Assoziation mit einer überraschenden Assoziation verbinden. 

Also gute Geschichten über Kärnten mitverpacken?

Wie erfinde ich spannende Botschaften und Geschichten neu über das Land? Selbstverständlich unter Benützung der Ingredienzien, die man schon hat. Man muss ressortübergreifend arbeiten. Viele Mountainbiker, die mit ihrem Rad Kärnten erkunden, nutzen ihr Mobiltelefon als Navigationsgerät. Dass in den Handys Chips eingebaut sind, die in Kärnten produziert wurden, das wissen aber nicht viele von ihnen.

Stichwort Slow Food – auch Kärnten ist aufgesprungen.

Ich glaube, wenn ich mich in Kärnten inhaltlich dem Slow Food anhänge und es auch so benenne, dann bin ich nicht besonders originell. Wenn ich den Inhalt von Slow Food auf Kärnten übertragen möchte, dann sollte man schon im Vokabular origineller sein.

Wie kann man heutzutage mit Tourismuswerbung beim Gast noch punkten?

Die Tourismuswerbung in Kärnten ist identisch einer Gesamtwerbung für Kärnten. Viele touristische Klischees finden sich im Konzept wieder, die sich anderswo auch finden. In der Wahrnehmung des Gastes ist Kärnten immer noch ein gemütliches und lebenswertes Land. Als Alleinstellungsmerkmal ist dies jedoch nicht ausreichend. Gemütlichkeit ist kein Mehrwert.

Vernetzung und ressortübergreifendes Handeln – Schlagwörter der Zukunft?

Es ist wichtig, dass sich der Tourismus innerhalb der unterschiedlichen Branchen vernetzt. Er sollte nicht isoliert handeln, sondern sich mit etwa der Wissenschaft, Forschung, Landwirtschaft, Indus­trie oder dem Handwerk vernetzen. Ein ständiger Wissensaustausch ist wichtig. Was wird an den umliegenden Wissenschaftsinstituten geforscht, welche Start-ups gibt es? Nur so kann man Synergien schaffen. Wer im Tourismus nicht ressortübergreifend arbeitet, verschenkt viel zu viel Energie. 

Das könnte Sie auch interessieren

  • WK-Zeitung
Um einen Change-Prozess erfolgreich umsetzen zu können, müsse man sich klarmachen, wie das menschliche Gehirn funktioniert, sagt Psychologe Axel Koch. Denn eine neue „Datenautobahn“ im Gehirn anzulegen, brauche seine Zeit.

Koch: "Man darf nicht alles auf einmal verändern wollen"

Kein Unternehmen kommt auf Dauer ohne Veränderungen aus. Diplom-Psychologe und Autor Axel Koch warnt aber davor, in einen Change-Wahn zu verfallen, weil dadurch nicht nur die Mitarbeiter leiden, sondern auch der Unternehmenserfolg. mehr

  • WK-Zeitung
Jan Reuter ist überzeugt: „Man muss sich auch mal die Schuhe seiner Kunden anziehen, um auf neue Ideen zu kommen.“

Reuter: "Man muss sich auch abseits der Norm bewegen"

Jan Reuter hat aus einer Kleinstadtapotheke einen überregionalen Anziehungspunkt gemacht. Damit das funktionieren kann, sei es nicht nur wichtig, auf Kundenwünsche einzugehen, sondern auch abseits der Norm zu agieren. mehr

  • WK-Zeitung
Bei einem Expertengespräch in Klagenfurt tauschte sich David B. Audretsch mit Kollegen und Unternehmern über Innovationsmanagement aus.

Audretsch: "Neue Ideen sind die Währung, die jeder haben will"

Europa blickt ein wenig neidisch ins Silicon Valley und wünscht sich auch so innovative Regionen. Was es dazu alles braucht, weiß der renommierte Ökonom David B. Audretsch aus den USA. mehr