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Bei der Arbeit kommt hier keiner ins Schleudern

Helga Habernig leitet seit 1992 das Schleuderbetonwerk Habernig, das ihre Eltern vor 63 Jahren gegründet haben. Der Betonfertigteilproduzent aus Villach-Seebach setzt ausschließlich auf Maßarbeit und viel Kreativität.

© KK/Uwe Brandl Wie alles begann. Seit jeher wird mit großem Einsatz an der Fertigung unterschiedlichster Betonteile gearbeitet.

Wie es meistens in einer Unternehmerfamilie so ist, als Nachfolge wird fast immer der männliche Nachkomme bestimmt. Und wenn es sich dabei auch noch um eine männerdominierende Sparte handelt, dann ist es sowieso klar, wer einmal das Ruder übernehmen wird: „Der Bua wird’s!“ So war es zuerst auch bei der Familie Habernig geplant. Der Sohn hatte aber abweichende Pläne und es kam anders, denn die Tochter wuss­te schon von Kindesbeinen an, dass sie einmal im Unternehmen ihrer Eltern arbeiten möchte.

1954 gründete Josef Habernig mit seinem ehemaligen Schulfreund Wolfgang Newole das „Villacher Ejot Schleuderbetonwerk Newole & Habernig“, aus dem nach Newoles Ausscheiden das heutige Villacher Schleuderbetonwerk Habernig hervorgeht. Josef und Karoline Habernig führten das Unternehmen sehr erfolgreich und gründeten für die Erzeugung von Beton- und Decksteinen sowie Deckenträgern das „Baustoffwerk Ledenitzen“, das später in die Firma eingeflossen ist. In den 1970er-Jahren übersiedelten die Habernigs an den heutigen Firmenstandort. Zu Beginn hat
der Betrieb nur Schleuderbeton verarbeitet – daher auch der Firmenname.

Ein Langer Weg zum Unternehmen

In der Zwischenzeit aber sind die Villacher längst nicht mehr nur als reines Schleuderbetonwerk tätig. „Mehr als 60 Prozent der Fertigung entfallen auf die Herstellung von maßgeschneiderten Fertigbetonteilen“, erzählt Helga Habernig. Seit 30 Jahren arbeitet „Frau Ingenieur“ nun in der Firma, seit 1992 leitet sie das Unternehmen, das derzeit 18 Mitarbeiter beschäftigt. „Wenn es nach meiner Mutter gegangen wäre, wäre ich Lehrerin geworden.“ Ihr Bildungsweg ist lang und auch vielfältig. Matura am Gymnasium, HAK-Abschluss, Lehramtsstudium für Mathematik und Werken an der Pädak. HTL-Kolleg für Möbel- und Innen­ausbau samt Matura. Irgendwann einmal konnte die heute 53-Jährige ihren Vater überzeugen und stieg ins Unternehmen mit ein. Der Senior, mittlerweile 92 Jahre, hat sich schon vor vielen Jahren zurück­gezogen. „Er schaut regelmäßig vorbei und hat immer noch seinen eigenen Schreibtisch“, so Habernig.

In den vergangenen Jahren wurde die Produktionshalle stetig erweitert und auf den technisch neuesten Stand gebracht. Neben vorgespannten Betonfertigteilen werden Stiegen- und großformatige Sonderfertigteile produziert, auch Sonderfertigteile für die Eisenbahn, den Straßen- oder Tunnelbahnbau – wie etwa aktuell für die Koralmbahn – stehen in den Auftragsbüchern. Ebenso kreative Produkte wie Blumentöpfe oder Betonsockel-Designlampen. „Wir produzieren nicht auf Lager, sondern rein auftragsbezogen. Oftmals ist die Vorbereitung aufwendiger als die Produktion. Wir sind sehr flexibel und können kleine Chargen und auf Wunsch auch Einzelprodukte herstellen.“ Größere Expansionen waren und sind auch in Zukunft keine Überlegung. „Meinem Vater gelang es mit großem Einsatz den Markt für Schleuderbetonpfähle und Schleuderbetonmastfußso­ckel aufzubauen. So konnte er die Kelag als Kunden gewinnen. Wir beliefern sie noch heute mit So­ckeln und haben bisher um die 50.000 Stück gefertigt.“
Auch wenn die Arbeit manchmal stressig ist, ins Schleudern kommen weder sie noch ihre Mitarbeiter dabei. Denn in Helga Habernigs Terminkalender sind immer Zeitfenster für sportliche Aktivitäten oder Kaffee-Treffs mit ihren Freundinnen eingeplant. „Es ist wichtig, dass man sich zwischendurch eine kleine Auszeit nimmt. Bei dieser tanke ich Kraft für meine Aufgaben in der Firma.“ 


Interview mit der Geschäftsführerin Helga Habernig

Habernig Villach Schleuderbeton
© KK/Uwe Brandl Helga Habernig leitet das Schleuderbetonwerk Habernig.

Für welche Werte hat ein gestandenes Unternehmen zu stehen?

Helga Habernig: Ein Familien­unternehmen kann mehr bewegen als ein großer Konzern. Man arbeitet und kennt einander
persönlich, auch das Aufgabengebiet ist meist vielfältiger.

Wie hoch glauben Sie ist der Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens in Villach?

Ich glaube, dass wir in der Bevölkerung nicht so bekannt sind, weil wir nicht den Zugang zum Privatmarkt haben. Mit dem Baustoffwerk Ledenitzen waren wir unter der Bevölkerung sehr bekannt. Fast jeder aus der näheren Umgebung dort hat mit unseren Schalsteinen gebaut.

Was sind die größten Gefahren für einen Familienbetrieb?

Die Bürokratie, die überall eingreift. Als kleines Unternehmen ist man der Zahler – wir sind jene, die den Staat noch aufrechter­halten. Angenommen, wir kleine Unternehmen würden zwei Monate keine Steuern zahlen, dann würden alle wissen, woher das Geld in Österreich wirklich kommt und was es wert ist.

Was machen Sie im nächsten Unternehmerleben?

Ich würde den gleichen Weg wieder einschlagen, vielleicht nicht mit einer so langen Ausbildung. Ich gehe jeden Tag sehr gerne ins Büro.

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