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Bei Uhren Kogler bleibt die Zeit nicht stehen

Nicht nur eine Uhr, auch ein Uhrmacher darf nicht ­stehenbleiben: Stefan Kogler führt den Friesacher ­Familienbetrieb in vierter Generation und entwickelt ständig neue Ideen, um mit der Zeit zu gehen.

Ines Tebenszky
Uhren Kogler/Nikolaus Kofler
© Uhren Kogler/Nikolaus Kofler Viel Geschick und Liebe zum Detail sind in der Produktion, aber auch beim Präsentieren der Uhren gefragt. Beides bringen Kathrin und Stefan Kogler mit.
Es ist 10 Uhr. Ein Uhrengong ertönt, ein Vöglein zwitschert, der Kuckuck kommt aus seinem Uhrenhaus und ruft. Dass viele der Uhren im Geschäft jede volle Stunde akustisch einläuten, ist Normalität bei Uhren Kogler in Friesach. „Wir hören das schon gar nicht mehr“, lacht Stefan Kogler, Geschäftsführer des Familienbetriebs, den er in vierter Generation leitet. Sein Urgroßvater Josef Kogler gründete das Unternehmen im Jahr 1920, 97 Jahre später übernahm Stefan es von seinem Vater Edgar. „Ich bin gelernter Uhrmachermeister und war zuvor fünf Jahre bei IWC Schaffhausen in der Schweiz. Als ich übernommen habe, wusste ich, dass wir dieses Handwerk, das nur mehr wenige beherrschen, vor den Vorhang holen müssen, auch um uns vom reinen Verkauf abzuheben“, erzählt Stefan Kogler. 

Klassische Reparaturen bis zu neuem Konzept

Nach wie vor kümmert sich das fünfköpfige Team um das klassische Reparatur- und Servicegeschäft von Groß- und Kleinuhren.  Allerdings liegt das unternehmerische Augenmerk seit 2018 auf einem neuen Konzept. „Mit ‚be banana‘ haben wir ein einzigartiges Produkt geschaffen. Das Konzept sieht vor, dass sich jeder seine Uhr selbst zusammenstellt, wie sie ihm gefällt.“ Dafür stehen 14 Hauptfarben zur Auswahl sowie ein klassisches und ein sportliches Grundmodell. Vom Ziffernblatt über die Zeiger bis hin zu einfach austauschbaren Uhrbändern ist alles individualisierbar. „Wir achten dabei auf eine hohe Qualität der eingesetzten Teile, die dem höchsten Schweizer Standard entsprechen.“ 
Auch Logos, Gemeindewappen oder Vereinsemblems können auf dem Ziffernblatt eingearbeitet werden. Gefertigt werden Einzelstücke ebenso wie Kleinserien oder Großauflagen nach den Wünschen der Kunden. „Unser Betrieb darf seit dem 100. Geburtstag im Vorjahr das Stadtwappen Friesach führen und natürlich produzieren wir auch Friesach-Uhren“, erzählt Kogler stolz. Mit Schlagersänger Nik P. habe man auch einen prominenten Friesacher Werbeträger, der eine eigene Kollektion gestaltet hat. „Das hat sich vor allem auf das Deutschland-Geschäft sehr positiv ausgewirkt.“

Insgesamt liege die Exportquote bei 15 bis 20 Prozent und sei ausbaufähig. „Durch Corona wurden Uhrenmessen abgesagt, aber bei den nächsten sind wir wieder dabei“, sagt Kogler, der sich vor allem auch in Richtung Slowenien und Kroatien orientieren möchte. In Österreich habe man bereits 36 Partner an der Hand, über die die Marke „be banana“ erhältlich sei. Auch einen Onlineshop betreibt das Unternehmen. Man dürfe dabei nicht der Illusion erliegen, dass die bloße Existenz eines Onlineshops ausreiche, um seine Produkte zu verkaufen: „Man muss den Shop sukzessive bewerben und darf nicht darauf warten, dass man einfach so gefunden wird“, weiß Kogler. Gerade im Onlinebereich sei ständige Optimierung gefragt.
Ein weiteres Herzensprojekt Koglers ist die Uhrenmarke Anicon, die er gemeinsam mit seinem Partner Johannes Isopp gegründet hat. Isopp kümmert sich um den Vertrieb der Designuhren, Kogler stellt sie in Friesach her.

In Schauwerkstätte ­investiert

Produziert werden die Uhren in der Schauwerkstätte des Betriebs. Die Erlebnismanufaktur, wie Kogler sie nennt, komme bei Einheimischen, aber auch bei Touristen gut an. Um die Schauwerkstätte einzurichten, investierte Kogler im vergangenen Jahr mehr als 500.000 Euro, auch das Lager wurde ausgebaut. „Wir haben über 600.000 Einzelteile auf Lager, allerdings sind die Teile ja sehr klein, sodass wir zum Glück nicht viel Lagerfläche brauchen“, erklärt Kogler. Den Uhrmachern kann man durch eine Glasscheibe beim Zusammenbauen der Uhren oder Reparieren von Klein- und Großuhren zusehen. „Wir brauchen für unsere Arbeit zwar keine Reinraumbedingungen, dennoch müssen wir die Arbeitsplätze möglichst staubfrei halten.“ Das wissen auch Koglers Kinder Maria (4) und Georg (6), die immer wieder im Geschäft sind. Georg sei sehr interessiert am Handwerk und helfe bereits beim Montieren der Schließen, so der stolze Vater. Doch die Uhren sind nicht das einzige Standbein des Unternehmens, auch Schmuck spielt eine Rolle. „Das ist eine gute Ergänzung und auch hier wollen wir in Zukunft etwas Neues entwickeln“, verrät Kogler.


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 18 der "Kärntner Wirtschaft". 

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