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Beck: "Schifahren kann Schulnoten verbessern"

Schifahren ist wichtig für den Tourismus und die Gesundheit. Aber warum es auch schulische Leistungen verbessern kann, erklärt Frieder Beck. Seit Jahren lässt ihn der Wintersport nicht mehr los und er gibt die Freude an der Bewegung an den Nachwuchs weiter.

© KK/Beck Der Freestyler und Hirnforscher Frieder Beck verrät, was Wintersport im Gehirn auslöst und wie man dadurch die Karriereleiter hinaufklettern kann.

Warum macht Sport schlau?

Frieder Beck: Sport verbessert nicht den Intelligenzquotienten. Aber er hat einen starken Einfluss auf die exekutiven Funktionen. Diese bestimmen nachweislich die schulischen Leistungen, den beruflichen Erfolg, die Gesundheit sowie die Lebenszufriedenheit. 

Woher kommt das?

Unser Gehirn hat sich in den vergangenen hunderttausend Jahren kaum verändert. Stammes­geschichtlich war es für unsere Vorfahren ein Überlebensvorteil, wenn sie bei körperlicher Betätigung wachsam und merkfähig waren. Wenn wir in unserer generell bewegungsarmen Lebenswelt Sport betreiben, dann profitieren wir von diesem uralten Signal, wachsam und geistig vorbereitet zu sein.

Wirkt sich so auch das Schifahren auf den Körper aus?

Ja, die Berge bieten immer neue Herausforderungen, die bewältigt werden können und damit Dopaminaktivierungen anregen. Der Aufforderungscharakter der Bergwelt, die Überraschungen der weißen Wiese und die Möglichkeit, vergleichsweise hohe Geschwindigkeiten bei maximaler Sicherheit zu verursachen, aktivieren Kinder, sich körperlich und koordinativ stark zu beanspruchen. Sie erleben sich im Schneesport als tatsächlicher Verursacher ihrer Bewegungserfolge – eine Idealbedingung für eine Dopaminaktivierung. Diese initiiert Neuroplastizität, also Lernen, und steigert die Anstrengungsbereitschaft und Motivation. Weiters fördert das Bewegen in der Natur und an der frischen Luft das geistige „Aufgehen“ in der Aktivität, was die generelle Leistungsfähigkeit des Stirnhirns fördert und vermutlich protektive Effekte hinsichtlich negativer Verstimmungen im Alltag besitzt.

Wie gelingt es, den Nachwuchs wieder fürs Schifahren zu begeistern?

Es muss dem Nachwuchs überhaupt die Möglichkeit bereitgestellt werden, um selber aktiv den Wintersport zu erleben. Die Begeisterung wird sich dann schnell ergeben. Es hilft, wenn man Familien vor Augen führt, dass zum Schifahren lernen kleine Gebiete ideal sind und man dafür nicht gleich in die preislichen High-End-Regionen gehen muss. Kinder können sich beim Wintersport gemeinsam mit Mama und Papa austoben.

Was halten Sie von Schulschikursen oder -tagen?

In Hinblick auf die mannigfaltigen positiven Effekte halte ich diese für sehr wichtig und führe selbst jedes Jahr eine Wintersport­exkursion in der Schule durch. Die Entwicklung des Gehirns ist erst ab dem 20. Lebensjahr abgeschlossen. Dabei reift das Stirnhirn, welches die Zentralschaltstelle der exekutiven Funktionen ist, aus. So geht man davon aus, dass die Effekte einer Förderung exekutiver Funktionen bei Kindern und Jugendlichen besonders hoch sind. Der Wintersport besitzt hohes Potenzial, diese exekutiven Funktionen von Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen zu fördern.

Was fasziniert Sie persönlich am Wintersport?

Aus neuropsychologischer Perspektive habe ich anfangs wohl viele positive Erfolge im Wintersport erfahren, die mich angefixt haben, immer schwerere Tricks anzugehen und ständig an der Schitechnik zu feilen. Der Wintersport ließ mich nie los und ich gehe davon aus, dass ich auch noch in zwanzig Jahren durch die Buckelpiste düse und über Schanzen fliege.

Wie sehen Sie die Zukunft des Schifahrens?

Schipisten werden zu Spielwiesen, auf denen es auch einige unpräparierte Bereiche gibt, in denen Kinder mit Schaufeln ihre eigenen Schanzen, Bahnen und Burgen bauen. 

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