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Bau packt an – und wirbt um Spätberufene

Obwohl immer mehr Menschen Arbeit suchen, finden immer weniger Betriebe qualifizierte Fachkräfte. Ein neues Projekt von AMS, Wirtschaftskammer, Land und GBH soll in der Baubranche Abhilfe schaffen.

Während die Arbeitslosigkeit steigt, suchen die Betriebe vermehrt nach Fachkräften.
© AdobeStock/LIGHTFIELD STUDIOS
Auch die Wirtschaft leidet unter dem Coronavirus: Während die Arbeitslosigkeit steigt, suchen die Betriebe vermehrt nach Fachkräften. Doch obwohl immer mehr Menschen beim AMS gemeldet sind, sorgen sich ganze Branchen um die wirtschaftliche Zukunft, weil sie kein geeignetes Personal finden. Auf einem innovativen Modell liegen nun die Hoffnungen aller Beteiligten: Mit einer groß angelegten Aus- und Weiterbildungsoffensive sollen Menschen, die ihren Job verloren haben, aufgefangen und für stark nachgefragte Aufgaben in der Baubranche vorbereitet werden. Hinter dieser gemeinsamen Offensive steht eine Kooperation von Landesinnung Bau, Arbeitsmarktservice Kärnten, der Gewerkschaft Bau-Holz, dem Land Kärnten und den Kärntner Bauunternehmen. Das Aus- und Weiterbildungsprogramm "Bau packt an" startet am 19. April und besteht aus insgesamt vier Modulen, in denen die Ausbildung in der BAUAkademie der Innung mit praktischer Arbeit in Kärntner Baufirmen Hand in Hand gehen soll.

In Module unterteilt

In Modul 1 wird die Möglichkeit geboten, sich genauer über die Baubranche zu informieren, sich in dieser zu orientieren, Interessen aufzuzeigen oder zu wecken. Modul 2 dauert insgesamt vier Wochen und widmet sich der Wissensvermittlung – theoretisch wie praktisch – in der BAUAkademie. Dabei entfallen jeweils zwei Wochen auf die theoretische und die praktische Ausbildung. In diesen beiden Modulen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit einem Motivationstrainer bzw. einer Motivationstrainerin auszutauschen - in Anwesenheit der ganzen Gruppe, in kleineren Gruppen- oder in Einzeltrainings.

Neben dem Motivationstrainer begleitet auch ein externer Coach das Projekt, der als Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerin die Kursteilnehmenden in allen Belangen unterstützen und helfen soll, etwaigen Problemen zeitnah und unkompliziert entgegenzuwirken. Danach wird in der Praxis mitangepackt, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt am Ort des Geschehens – im Betrieb und auf der Baustelle – Erfahrung sammeln, bis die neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gegen Ende des Jahres das Modul 3 absolvieren, das die Möglichkeit einer Aufschulung in eine höhere KV-Gruppe bieten soll. Auch diese Phasen der praktischen Arbeit sowie des weiteren Inputs durch die Schulung in der BAUAkademie werden von externen Coaches betreut.

Nach weiteren eineinhalb spannenden Jahren Berufspraxis besteht in Modul 4 die Perspektive auf eine außerordentliche Zulassung zur Lehrabschlussprüfung und den Gesellenbrief in der Bauwirtschaft. Während dieser mehrjährigen Neuorientierung erhalten die Teilnehmer eine KV-gerechte Entlohnung, die eingebundenen Betriebe einen Ausbildungsbonus.

Vereinte Kraft

Überzeugt von dem Kooperationsmodell ist Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Schaunig: „Projekte wie ‚Bau packt an‘ sorgen für die notwendige Fachkräftequalifizierung und helfen dabei, den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes, aber vor allem jenen der in Kärnten lebenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerecht zu werden. ‚Bau packt an‘ ermöglicht sinnstiftende Arbeit entsprechend unserer Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten und den Zielen des Territorialen Beschäftigungspaktes, den wir mit 70 Millionen Euro höher dotiert haben als jemals zuvor.“

Bauinnungsmeister Robert Rauter blickt optimistisch in die Zukunft: „Die Baubranche ist bekannt dafür, anpacken zu können. Und dieser Anschauung wollen wir gerecht werden, denn mit vereinter Kraft können wir die Herausforderungen der letzten Zeit zum Guten wenden – für die Menschen und die Bauwirtschaft.“

Wichtige Qualifizierungsmaßnahme

Auch Peter Wedenig, Geschäftsführer des AMS Kärnten, sieht viele Vorteile in der gemeinsamen Initiative: „Mit dieser neuen Ausbildungsform wollen wir zwei Herausforderungen begegnen: Zum einen gilt es, Potenziale für den Baubereich zu erschließen; Stichwort: Fachkräfte. Zum anderen bieten wir für jene Personen, die bereits Erfahrungen im Baubereich haben, Höherqualifizierungen an. Das ist deshalb wichtig, weil Themen der Technisierung auch im Bau das Gebot der Stunde sind. Insbesondere auch für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen eröffnen sich hier Chancen: Sie können ihre bisherigen Erfahrungen einbringen und in Kombination mit dem neuen Knowhow und technischen Möglichkeiten noch einmal beruflich durchstarten.“

Um die Verbesserung der Aussichten geht es auch Gottfried Hatzenbichler, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) Kärnten: „Bildung ist eine Investition in die Zukunft. Diese Qualifizierungsmaßnahme soll noch mehr Beschäftigte in der Baubranche dazu animieren, sich fachlich weiterzubilden, um als Facharbeiter in der Zukunft noch bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu haben. Kärnten entwickelt sich sehr positiv in der Beschäftigung, dennoch müssen wir einige Maßnahmen ergreifen, um diese Entwicklung auch langfristig zu halten.“

Große Chance

Für Alois Peer, Landesgeschäftsführer der GBH Kärnten, steht die berufliche Höherqualifizierung im Mittelpunkt: „Für uns hat das Schaffen und Sichern von Beschäftigung oberste Priorität. Nur wenn rechtzeitig in Aus- und Weiterbildung investiert wird, werden ausreichend Fachkräfte vorhanden sein. Durch die Lehrausbildung und laufende Weiterbildung auch für ältere Arbeitnehmer erhöht sich die berufliche Qualifikation und das steigert die Chance, zukünftig am Arbeitsmarkt ein gutes Einkommen zu erhalten.“                     

Einen Pilotversuch mit Vorbildwirkung nennt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl die breite Zusammenarbeit: „Ich halte das für eine große Chance – einerseits für Menschen, die sich aufgrund der Wirtschaftskrise neu orientieren wollen, andererseits für die Bauwirtschaft, die händeringend gut ausgebildete Mitarbeiter sucht. Wenn es funktioniert, kann dieses Modell auch Vorbild für andere Branchen werden.“

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