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Bahntrasse Wörthersee: Wirtschaft schlägt Güterumleitung vor

Neue Trasse unter dem Sattnitzrücken nach Villach entlastet Anrainer und unterstützt die Wirtschaft, schlägt WK-Präsident Mandl vor.

Begrüßt hat heute Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl Überlegungen der Klagenfurter Bürgermeisterin Mathiaschitz über die künftige Gestaltung des Bahnverkehrs entlang des Wörthersees. Dieses Thema brenne vor allem dem Tourismus, aber auch vielen Bahnanrainern am Nordufer, in der Landeshauptstadt und am Bahnknotenpunkt Villach unter den Fingernägeln. Sie stünden beispielsweise dem Zukunftsprojekt eines internationalen Logistikzentrums in Fürnitz ablehnend gegenüber, weil sie eine deutliche Zunahme des Bahnverkehrs im Zentralraum befürchten würden. Mandl: "Eine Trennung des mit Fertigstellung der Baltisch-Adriatischen Achse zweifelsohne anschwellenden Verkehrsstroms in Personen- und Güterverkehr könnte eine wirksame Entlastung bringen."

Denn der Protest der Tourismusbetriebe am Nordufer des Wörthersees wird nicht ohne Grund lauter: 2012 waren es 160 Züge pro Tag, die zum Teil mit nur wenigen Metern Abstand zu den Hotelzimmern durch die touristische Kernzone des Landes fuhren. In zehn Jahren, nach Fertigstellung des Koralmtunnels (2023) und des Semmeringbasistunnels (2025) sollten ursprünglichen Schätzungen zufolge 290 Züge täglich auf der Baltisch-Adriatischen Achse zwischen Mittelmeer und Ostsee verkehren. „Die Anzahl der Güterzüge, die aufgrund alten Waggonmaterials besonders laut sind, wird sich von 25 auf 100 vervierfachen“, warnt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl: "Wir sollten heute damit beginnen, tragfähige alternative Lösungen auszuarbeiten. Eine langfristige Lösung für die Trassenführung der Baltisch-Adriatischen-Achse im Kärntner Zentralraum ist nicht nur eine touristische Angelegenheit, sie betrifft Bevölkerung, Gewerbe, Handel - den gesamten Wirtschaftsstandort."

Denn die vor vielen Jahren mit zahlreichen Bürgerinitiativen beschlossene Trasse „W2“ mit einer Tunnelkette am Nordufer weist aus heutiger Sicht einige gravierende Nachteile auf. Mandl: „Die Baukosten sind hoch, die Konflikte mit den Grundeigentümern absehbar, vor allem fehlt eine Lösung für die Städte Klagenfurt und Villach.“ Hier setzt ein neuer Trassenvorschlag an, der in Fachkreisen schon jetzt auf hohe Zustimmung stößt. Der Güterverkehr soll im Süden von Klagenfurt von der Bestandsstrecke abgeleitet und in einer Tunnellösung unter dem Sattnitzrücken bis zur Einbindung in die Rosenbachstrecke im Raum Villach geführt werden. Mandl: "Das entlastet die Anrainer im Zentralraum vom Bahnlärm und bedeutet für die Kärntner Wirtschaft ein Investitionsprojekt von zwei bis drei Milliarden Euro. Das Wichtigste aber ist: Diese Trasse löst auch das Problem der Lärmbelastung im Bereich der großen Städte Klagenfurt und Villach." Denn besonders im Bereich Villach, wo kürzlich sogar die zur Sicherung der Stromversorgung dringend nötige Netzabstützung von der Stadt beeinsprucht worden sei, müsse mit schärfstem Widerstand gerechnet werden.


"Nach den gemeinsamen Bemühungen im November 2013, mit einer Wörtherseekonferenz Land, Bund und ÖBB auf eine zukunftsfähige Lösung einzuschwören, bedarf es eines weiteren geschlossenen Vorstoßes von Land, Sozialpartnern, Wirtschaft und Bevölkerung", verlangt Mandl: „Nur so kann das Infrastrukturministerium überzeugt werden, der ÖBB einen Planungsauftrag zu erteilen, die neue Variante eines Güterverkehrstunnels durch die Sattnitz mit der Variante W2 (Tunnelkette) zu vergleichen."

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