th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Bahnlärm: „Es geht um den Lebensstandort!“

Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl ist überzeugt, dass die Koralmbahn als EU-Verkehrskorridor eine Güterzugumfahrung von Klagenfurt bis zur italienischen Staatsgrenze braucht – und keine Panoramabahn am Seeufer aus dem Jahr 1864.

WK-Präsident Jürgen Mandl
© WKK/Bauer

Herr Präsident, die Kärntner Resolution für eine neue Bahntrasse im Zentralraum hat in den vergangenen Tagen für Diskussionen gesorgt. Was ist geschehen? 

Alle relevanten Kräfte in Kärnten haben eine gemeinsame Resolution zum Lärmschutz im Zentralraum unterzeichnet. Die Freiheitlichen haben sich nicht an die Vereinbarung zur gemeinsamen, koordinierten Vorgehensweise im Interesse der Sache gehalten und politische Spielchen versucht. Das haben ÖVP und Grüne im Nationalrat nicht zugelassen. 

Was bedeutet das jetzt für das Projekt? 

Nichts. Wir haben nicht zuletzt aufgrund der konsequenten Interessenvertretung der Wirtschaftskammer einen starken Kärntner Schulterschluss und arbeiten gemeinsam daran, die Bundesebene von unserem Anliegen zu überzeugen. Der Zentralraum mit den Städten Klagenfurt und Villach sowie den Gemeinden rund um den Wörthersee ist ein wertvoller Lebens- und Wirtschaftsraum. Umso wichtiger ist es, diesen vor der drohenden extremen Lärmbelastung zu schützen. 

Die ÖBB verneinen das.  

Manche haben die Tragweite des EU-Projekts der Baltisch-Adriatischen Achse noch nicht verstanden und glauben, es genügt, wenn die Koralmbahn in Klagenfurt endet. Uns geht es aber darum, wie diese künftige europäische Hochleistungsstrecke von Klagenfurt entlang des Wörthersee nach Villach und weiter bis zur Staatsgrenze verlaufen soll. Die BAA ist ein EU-Verkehrskorridor, der von Danzig an der Ostsee bis ins italienische Ravenna führt und die Häfen an der oberen Adria als Schnittstelle zur neuen chinesischen Seidenstraße einbindet. Bahnachsen sind immer auch Entwicklungsachsen, weshalb die BAA auch für Kärnten eine große Chance ist – aber nur, wenn nicht hunderte Güterzüge täglich durch die zwei großen Kärntner Städte und die touristische Kernzone am Wörthersee donnern. 

Ist das ein realistisches Szenario? 

In 30 Jahren selbstverständlich. So lange dauert es nämlich vom Planungsbeginn bis zur Realisierung von Bahnstrecken. Die Wirtschaftskammer unterstützt daher mit aller Kraft und all ihren Branchen – von der Industrie über das Gewerbe bis zum Tourismus – die gemeinsame Resolution des Landes Kärnten. Hier werden langfristig die Wirtschaftsräume Graz und der Kärntner Zentralraum zusammenwachsen, neue Handelswege zwischen Mittelmeer und Ostsee entstehen und Kärnten wird ein Teil der neuen Seidenstraße werden. Aber das kann nicht auf der Panoramabahn am Wörtherseeufer geschehen, die aus dem Jahr 1864 stammt.  

Warum nicht? 

Ganz einfach: Die Anzahl der Personen- und insbesondere der Güterzüge wird sich vervielfachen. Das bedeutet eine nicht zu akzeptierende Lärmbelastung für die Bevölkerung und eine langfristige Schädigung des touristischen Herzstücks Kärntens. Mit der Koralmbahn haben wir nicht nur große Chancen, sondern stehen auch im Wettbewerb um Mitarbeiter und Fachkräfte in direkter Konkurrenz zum Grazer Zentralraum. In diesem Wettbewerb werden wir nur bestehen, wenn auch wir eine attraktive Lebens- und Wirtschaftsregion sind. Güterzuglärm ist da keine große Hilfe. 

Flüsterzüge und Lärmschutzwände sollen das Problem lösen, meinen die ÖBB. 

Man soll die Kärntner nicht für dumm verkaufen und uns mit ein paar Alibiaktionen abspeisen. Im Vergleich zur Westbahn ist der Süden jahrzehntelang benachteiligt worden. Wenn das Problem der Lärmbelastung mit ein paar Schallschutzwänden und neuen Zugsgarnituren so leicht zu lösen ist, wieso baut man dann eine Güterzugumfahrung für die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten? Die Wirtschaftskammer Kärnten bemüht sich seit Jahren, Bewegung in die Planung einer notwendigen neuen Güterzugumfahrung für den Zentralraum zu bringen. Wir fordern, die Planungsstudien unverzüglich in Auftrag zu geben, die erforderlichen finanziellen Mittel für die Detailplanung im Rahmenplan der ÖBB zu berücksichtigen und rasch die Projektleitung für den Zentralraum wiedereinzurichten.  

Was sagen Sie zur Haltung der zuständigen Ministerin Gewessler? 

Ich war selbstverständlich schon bei Frau Gewessler und werde so oft wiederkommen, wie es nötig ist. Hier geht es schließlich nicht um irgendeinen örtlichen Bahnübergang, sondern um die Gesundheitsbelastung von 200.000 Kärntnerinnen und Kärntnern und unzählige touristische Betriebe entlang der heutigen Bahnstrecke. Es geht um den Lebensstandort Kärnten!

Das könnte Sie auch interessieren

Polizei, Wirtschaft, karitative Clubs und Schulen machen bei der Verkehrserziehung für Kinder künftig gemeinsame Sache.

Kärntens Güterbeförderung unterstützt Polizei künftig in Volksschulen

Polizei und Güterbeförderung machen gemeinsame Sache: Bei der Verkehrserziehung für Volksschüler wird der „tote Winkel bei Lkw“ als Schwerpunkt eingeführt – mit Lkw der heimischen Güterbeförderer zur Veranschaulichung. mehr

FH-Professorin Dr. Ursula Liebhart, WK-Präsident Jürgen Mandl und Leiter der bildungsploitschen Abteilung der WK stellten heute das österreichweite Projekt "Duale Akademie" mit den begleitenden Zukunftskompetenzen vor.

Was wichtig wird: Wirtschaft sucht Zukunftskompetenzen

Gemeinsam mit der FH Kärnten und dem WIFI hat die WK in allen Sparten die künftig nachgefragten Qualifikationen ausgelotet und stellt mit der Dualen Akademie zugleich ein Problemlösungsmodell vor. mehr

„Wirte müssen Zeche für Versäumnisse der Politik zahlen“

„Wirte müssen Zeche für Versäumnisse der Politik zahlen“

Die aktuellen Infektionszahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Viele Maßnahmen hätten schon früher und konsequenter getroffen werden müssen. Nun müssen erneut Gastronomen die Zeche zahlen. mehr