th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Augmensys bringt Ordnung ins Datenchaos

Die Augmensys GmbH aus Klagenfurt sorgt dafür, dass Unternehmen den optimalen Nutzen aus Daten ziehen können: Ihre Software analysiert alle vorhandenen Informationen und optimiert so die Abläufe im Betrieb.

Augmensys, Datenbrillen,Augmented Reality
© Peter Just Christian Robin, einer der Augmensys-Mitarbeiter der ersten Stunde, zeigt, wie mit den Datenbrillen gearbeitet wird: Mit zwei Fingern wird direkt in das Hologramm gegriffen, Befehle werden getippt und gewischt.

Ein Wartungsrundgang durch Produktionshallen ist mitunter eine langwierige Angelegenheit. Die unterschiedlichsten Anlagen müssen überprüft und Störfälle behoben werden. Eines können die Wartungstechniker aber nicht: in die Maschinen hineinschauen. Wann Verschleißteile zu wechseln sind, wissen erfahrene Mitarbeiter zwar oft im Vorhinein, doch exakte Daten fehlen.

Bisher zumindest. Die Augmensys GmbH mit Sitz in Klagenfurt macht genau das möglich: Sie liefert alle Infos zum Innenleben der Anlagen. Geschäftsführer Helmut Guggenbichler erklärt: „Mit unserem Produkt ist es erstmals möglich, dass der Mitarbeiter direkt vor Ort alle Daten am Tablet oder Smartphone zur Verfügung hat. Wenn man die Datenbrille aufsetzt und die Halle betritt, sieht man auf den ersten Blick, welche Anlagen optimal laufen, wo es Wartungsbedarf gibt und wo eine Störung.“ Ein Ampelsystem zeigt in Rot, Orange und Grün an, wo es (keine) Probleme gibt. Zusätzlich sind beispielsweise Informationen über Einsatz und Energieverbrauch abrufbar. „So kann man die Auslastung optimieren und die Kosten senken“, sagt er.

Dass Datenbrillen bald Einzug in allen Industriehallen halten werden, glaubt er aber nicht: „Momentan ist es ein zusätzliches Angebot, aber der große Durchbruch dürfte noch nicht bevorstehen.“ Die größte Hürde sei der kulturelle Wandel, den der Umstieg von Papier auf Hologramme bedeute: „Die Menschen beginnen sich gerade an Touchscreens zu gewöhnen. Der Umstieg von 2D auf 3D wäre ein noch größerer Schritt, den viele noch nicht machen wollen.“

Tablet und Smartphone statt Datenbrille

Deshalb setzt Augmensys derzeit auf andere mobile Endgeräte: Die Daten werden vor allem für die Wiedergabe auf Tablets und Smartphones aufbereitet. „Vor der Anlage zu stehen, ein Tablet in der Hand zu halten und Informationen abzurufen, ist der bisherigen Arbeit sehr ähnlich: Früher hatte man eben Pläne aus Papier, heute sieht man sie am Bildschirm“, so Guggenbichler.
Die Arbeit des Klagenfurter Unternehmens besteht vor allem darin, für Kunden Software zu entwickeln, die Daten aufbereitet und nutzerfreundlich darstellt. „Speziell in Industriebetrieben gibt es eine Vielzahl an Daten.

Die gesamten Produktionsabläufe und Maschineninformationen müssen in Echtzeit analysiert und zu einem großen Ganzen zu­sammengefügt werden. Und na­türlich muss die Oberfläche optisch ansprechend sein. Die bes­te Software bringt nichts, wenn man damit nicht arbeiten kann.“

Vor sechs Jahren wurde Augmensys gegründet – zu einer Zeit, in der mobiles Datenmanagement noch in den Kinderschuhen steckte. Helmut Guggenbichler erzählt, wie schwierig es anfangs war, die Unternehmer von dessen Nutzen zu überzeugen: „Es war eine richtige Missionsarbeit. Wir haben viele Stunden investiert, um die Vorteile unserer Anwendung zu erklären.“

Kunden von Abu Dhabi bis Griffen

Die Ausdauer hat sich gelohnt: Mittlerweile kommt die Augmensys-Software namens „UBIK“ in österreichischen Leitbetrieben wie Andritz, OMV oder Voith ebenso zum Einsatz wie bei Fischer Edelstahlrohre in Griffen. Auch viele internationale Kunden konnten bereits gewonnen werden. „Einer davon ist beispielsweise ein Bergbauunternehmen in Chile“, erzählt Guggenbichler, der erst vergangene Woche bei einer großen Fachmesse in Abu Dhabi war, um seine Software-Lösungen vorzustellen. Mit den ersten erfolgreich umgesetzten Projekten seit 2014 stieg das Interesse der Betriebe, die langen Gespräche mit neuen Kunden gibt es aber nach wie vor. „Natürlich will ein Unternehmer immer wissen, welchen Nutzen ihm eine Investition bringt. Ich bin deshalb viel unterwegs und zeige direkt in den Betrieben, was unsere Software kann.“ So wird auch die Skepsis vor der Technologie verringert. „Es ist im Grunde eine intuitive Arbeit. Man wischt, klickt – und auch mit der Datenbrille ist das Arbeiten sehr einfach. Schließlich soll die Technik eine Unterstützung bei der täglichen Arbeit sein und sie nicht komplizierter machen.“


Interview mit dem Experten für „Augmented Reality“-Datenmanagement

Sie suchen immer wieder neue Mitarbeiter. Ist es schwierig, sie zu finden?

Helmut Guggenbichler: Im Gegenteil. Wir haben zwei Standorte – in Linz und Klagenfurt. Die Software entwickeln wollten wir eigentlich in Linz, aber da wir in Kärnten leichter Mitarbeiter finden, machen wir es nun hier.

Woran liegt das?

Ein gut ausgebildeter Kärntner, der hier arbeiten will, hat nicht so viele Möglichkeiten. Wir haben viele Kooperationen mit der Uni, der FH und der HTL Villach. Da lernen wir viele junge Leute kennen, der Rest ergibt sich von selbst.

Was ist dann die Herausforderung bei Ihrer Arbeit?

Ich würde sagen, die Erwartungen der Kunden zu erfüllen und es vom Pilotprojekt ins Roll-out zu schaffen. Man findet leicht jemanden, der unser System tes­ten will, aber uns geht es darum, die Software in den Betrieben tatsächlich zum Einsatz zu bringen.

Warum zögern die Unternehmer?

Augmented Reality ist eine neue Art des Arbeitens, auf die man sich erst einlassen muss. Wir merken, dass das für Jüngere oft leichter ist. Aber bei Unternehmern ist es meist eine Kosten-Nutzen-Frage: Wenn sie sehen, dass die Technologie ihnen etwas bringt, sind sie überzeugt.

Das könnte Sie auch interessieren

  • Erfolg aus Kärnten
Newsportal

"Geht's den Landwirten gut, geht's uns allen gut"

Vom Traktor über die Motorsäge bis hin zum Rasenmäher – bei Stumpf Landmaschinen in Grafenstein wird nicht nur verkauft, sondern seit 50 Jahren repariert. mehr

  • Unternehmen allgemein
Newsportal Betriebshilfe schützt vor Stillstand

Betriebshilfe schützt vor Stillstand

Wenn im Unternehmen der Stillstand droht, weiß die Betriebshilfe der Wirtschaftskammer weiter. mehr

  • Unternehmen allgemein
Newsportal Auf die Signale des Körpers hören

Auf die Signale des Körpers hören

Die WK-Betriebshilfe unterstützt Unternehmer, wenn sie plötzlich in Not geraten. mehr