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Aufschwung bitte warten

Die größte regionale Konjunkturumfrage Österreichs zeigt verhaltene Stimmung, weiterhin geringe Investitionsbereitschaft und massive Kritik an der überbordenden Bürokratie.

Bei Kärntens Unternehmerinnen und Unternehmer ist der schon für die zweite Jahreshälfte 2014 angekündigte Konjunkturaufschwung bis heute nicht angekommen. Das ist das klare Ergebnis der Konjunkturumfrage, die die Wirtschaftskammer Kärnten zum mittlerweile achten Mal durchgeführt hat. Mit 1.206 teilnehmenden Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, die insgesamt mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigen, ist die Umfrage hochgradig repräsentativ.

Sie bildete heute Vormittag - gemeinsam mit einem internationalen Wirtschaftsausblick von IHS-Kärnten Chef Markus Bliem - den Auftakt zur Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz in der Wirtschaftskammer, zu der auf Einladung von Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl Landeshauptmann Peter Kaiser, Finanzreferentin Gaby Schaunig, Wirtschaftslandesrat Christian Benger und Umweltlandesrat Rolf Holub gekommen waren, um sich in kurzen Statements von allen sieben Spartenobleuten der WK über die aktuelle Situation ihrer Branche informieren zu lassen.



Wie auch bereits für 2015 gehen die Unternehmen weiterhin von tendenziell stagnierender Nachfrage aus, wenn auch mit leicht positivem Vorzeichen. Die Aussichten haben sich somit in Bezug auf die Nachfrage nur marginal verbessert. Eher pessimistisch wird vor allem die Entwicklung der Gesamtwirtschaft in den nächsten zwölf Monaten von den Unternehmen beurteilt. Auch die Situation in der jeweils eigenen Branche ist von eher negativen Erwartungen geprägt, wenn auch nicht so stark wie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Verunsicherung verdüstert Aussichten

Verunsicherungen im Zusammenhang mit der Gegenfinanzierung der Steuerreform (Registrierkassenpflicht etc.) sowie der geopolitischen und ökonomischen Situation führen trotz der positiven Prognoserechnungen zu keiner nennenswerten Verbesserung der Erwartungen. Auch Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem auslaufenden Moratorium bezüglich der HETA sowie nicht absehbare Entwicklungen für den öffentlichen Sektor in Kärnten und bereits laufende massive Sparmaßnahmen seitens der öffentlichen Hand verstärkten die Unsicherheiten und dämpfen den Optimismus.

Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz


Investitionsstreik hält an

Als wesentlichste Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen werden wirtschaftspolitische Unsicherheiten, schwache Inlandsnachfrage, hohe Arbeitskosten sowie Fachkräftemangel und die Energiepreise gesehen. Aber auch Fragen der Finanzierung sind immer noch für die Unternehmen kritische Themen, während Veränderungen der Wechselkurse kaum als Risikofaktor wahrgenommen werden. Der Großteil der Unternehmen plant weder im Bereich der Ersatzinvestitionen, Neuinvestitionen noch Rationalisierungsinvestitionen wesentliche Aktivitäten, lediglich knapp 20-30 % der Unternehmen würden Investitionen derzeit überhaupt realisieren. Das Vorziehen von Investitionen wird hingegen klar als derzeit kaum sinnvolle Option gesehen.

Auch auf dem Arbeitsmarkt herrscht nach wie vor eine eher geringe Dynamik, allerdings mit positiver Tendenz. So hat sich diese Erwartung nunmehr von 0,2 % Anstieg im Vorjahr auf +1,0% für 2016 erhöht, was de facto aber immer noch als relative Stagnation der Beschäftigung gewertet werden kann. Sowohl die Tatsache, dass der Arbeitsmarkt der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung deutlich nachläuft, als auch die insgesamt gedämpften Erwartungen sind Haupteinflussfaktoren dieser Entwicklung. Dennoch könnten die Daten hier als erste Indikatoren für eine verhaltene mittelfristige Entspannung gewertet werden.

Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz


Bürokratie ist größte Investitionsbremse

Als größte Hemmnisse für die Unternehmensentwicklung, aber auch für die Investitionstätigkeit werden nach wie vor die große Unsicherheit, die schleppende Auftragslage, die allgemeine Wirtschaftslage, eine immer noch verhaltene Nachfrage, die Kreditvergabe der Banken, die Politik generell sowie bürokratische Hürden gesehen. Bei der Bürokratie wird ein Bürokratie-Index von -31,4 ermittelt (auf einer Skala von -100 bis +100), sodass die Unternehmen von einer spürbaren Belastung der unternehmerischen Tätigkeit aufgrund bürokratischer Anforderungen ausgehen. Studienautor Gottfried Haber: „In Summe kann keine wesentliche Verbesserung der Konjunkturaussichten beobachtet werden, sodass die Wachstumsprognose für Kärnten derzeit nach wie vor als verhalten eingeschätzt werden muss.“

Mandl fordert Unternehmerfreundlichkeit ein

Grund genug für WK-Präsident Mandl, die Landespolitik an ihr selbst gestecktes Ziel zu erinnern, wonach Kärnten laut Regierungsprogramm Österreichs unternehmerfreundlichstes Bundesland werden soll: „Tatsächlich stehen die Unternehmer vor einer überbordenden Bürokratie und ewig dauernden Behördenwegen ohne Rechtssicherheit, siehe Netzabstützung Villach – und irgendwann fragen sie sich: Warum soll ich?“

Landeshauptmann Kaiser würdigte das Veranstaltungsformat und wies auf zahlreiche Maßnahmen der Politik hin: So sei Kärnten in die EU-Alpenstrategie, die Donauraumstrategie und die Euregio Alpen-Adria eingebunden, um das Land vorteilhaft zu positionieren. Durch die hohe Effizienz bei der Nutzung von EU-Förderungen seien in rund 20 Jahren 800 Millionen Euro an Förderungen nach Kärnten geflossen. Kaiser: „Sie haben investive Impulse ausgelöst, die wir alleine nicht geschafft hätten.“ In den kommenden Jahren würden alleine durch Maßnahmen der ÖBB, der Asfinag, aus Mitteln für Forschung und Entwicklung sowie aus der Breitbandinitiative des Bundes etwa zwei Milliarden Euro in Kärnten wirksam – „das sind investive Maßnahmen, die eine positive Entwicklung signalisieren.“ Besonders hob Kaiser die Schaffung eines Logistik-Koordinators beim Amt der Kärntner Landesregierung hervor, der diesen für Kärnten wichtigen Wirtschaftszweig nicht nur am Beispiel Alplog Fürnitz, sondern auch entlang der Baltisch-Adriatischen Achse und der Tauernstrecke zu einem Logistik-Cluster ausbauen soll. Auch Finanzlandesrätin Schaunig sieht in der „Logistik 4.0“ am Verkehrsknotenpunkt Kärnten ein „Zukunftsthema für unser Bundesland“.

Wirtschaftslandesrat Benger will künftig Kärntens Stärken im Export, bei Innovationen und in der Regionalität stärken, aber auch die Rahmenbedingungen für Betriebe verbessern und den Unternehmergeist forcieren. Umweltlandesrat Holub zeigte humorvoll Einsicht in die Bürokratiekritik: „Ich nehme die Wünsche der Spartenobfrauen und –obmänner ernst und komme nächstes Jahr mit einem ganzen Kompendium an Vorschlägen.“

Fotos: WKK/fritzpress

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