th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Auf den Wurm gekommen

„Protein für die Zukunft“: So lautet der Slogan von Lisa-Marie Schaden, die in Lavamünd mit ihrem Start-up „Larve Me“ Österreichs größte Mehlwurmfarm betreibt. Doch auch darüber hinaus gibt es in ihrer „Welt der Insekten“ so einiges zu erleben.

Johannes Moser
Fühlt sich sichtlich wohl in ihrer tierischen Erlebniswelt: Lisa-Marie Schaden.
© Rene Knabl Fühlt sich sichtlich wohl in ihrer tierischen Erlebniswelt: Lisa-Marie Schaden.
Betritt man das frisch renovierte Bauernhaus am Rande der Ortschaft Zeil bei Lavamünd, so geizt das sich einem bietende Schauspiel nicht mit seinen Reizen. Aus allen Ecken kreucht, fleucht, zirpt und surrt es fröhlich. Von außen nur an der dekorativen Anschlagtafel ersichtlich, wird dem Besucher im Inneren bald klar, dass man sich in der größten Zucht für Mehlwürmer in ganz Österreich befindet. 

Neben den kleinen, braun gefärbten Exoskelettlern erfreuen sich in der Insektenfarm noch viele andere Protagonisten wie Grillen, Heuschrecken oder Schaben des Lebens. „Larve Me“ nennt sich das Start-up, das Mikro­biologin und Gründerin Lisa-Marie Schaden im April 2022 mit zwei Gesellschaftern und sieben Mitarbeitern ins Leben gerufen hat. 

30 Stationen laden zum Entdecken ein

Hinter dem kreativen Wortspiel verbirgt sich so einiges: „Wir produzieren zum einen Insekten als wertvolles Nahrungsmittel für Zoos und Tiergärten, aber auch für Endverbraucher im privaten Bereich.“ Darüber hinaus können Besucher in 30 Stationen, die auch zum Mitmachen einladen, viel Neues über die Welt der kleinen Mitbewohner erfahren. „Derzeit stellen wir noch unsere Experimentierküche fertig und auch ein Forschungs- und Workshopbereich, in dem Interessierte alles über die Zucht von Insekten erfahren können, ist bereits in Planung“, zeigt sich die gebürtige Südoststeirerin begeistert.

Die Leidenschaft für Insekten kam bei Lisa-Marie Schaden bereits im Studium an der Uni Graz: „Wir haben für eine Ernährungsstudie im Bereich Regenerationsprozesse Mehlwürmer gezüchtet, da sie viele wertvolle Fette und Proteine enthalten.“ Von diesem Zeitpunkt an ließen sie die nahrhaften Insekten nicht mehr los. 2022 kam es dann mit zwei Partnern, die auch als Gesellschafter wirken, zur Gründung der Larve Me GmbH. Wie für viele Unternehmen kamen jedoch bereits im Gründungsjahr einige unvorhergesehene Herausforderungen auf das junge Start-up zu. Die hohen Energiekosten sowie die Futtermittelknappheit wirkten sich naturgemäß auch auf das Insektenbusiness aus. „Wir sind froh, dass wir bei den Futtermitteln zu großen Teilen auf lokale Landwirte bauen können“, zeigt sich Schaden erleichtert.

Große Pläne für die Zukunft

Auch wenn die Zuchttiere mit ihrer Körpergröße eher klein ausfallen, denkt man im Unternehmen durchaus „groß“. So sind bereits weitere Schritte in Planung. „Wir möchten das Kompetenzzentrum für Insektenzucht werden.“ Darüber hinaus möchte Lisa-Marie Schaden Insekten als gesunde, proteinreiche Mahlzeit auch in unserem Speiseplan etablieren. 
Das Thema Ernährungssicherheit sei heißer denn je. Da wundert es nicht, dass bereits zahlreiche potenzielle Investoren an die Wurmfarmtür in Lavamünd geklopft haben. „Bis dato musste ich aber allen absagen, weil deren Philosophie oft mit Billiglöhnen einherging. Ich möchte meine Mitarbeiter fair bezahlen“, sagt die Wissenschaftlerin. Nichts­destotrotz möchte sie heuer erstmals via Crowdfunding für einzelne Projekte zusätzliche Mittel lukrieren. 
Lisa-Marie Schaden hat auch Tipps für angehende Gründer parat: „Dranbleiben, nicht entmutigen lassen und aus Fehlern lernen – denn auch schwierigere Zeiten, in denen man viel Leistung für wenig Ertrag bringen muss, gehen vorbei.“ 

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 1 der "Kärntner Wirtschaft"

Das könnte Sie auch interessieren

Michaela und Robert Ebner vor ihrer Greißlerei in Lendorf bei Spittal.

Ein Greißler, der auf vielen Beinen steht

Robert Ebner steht mit seiner Greißlerei in Lendorf auf vielen Beinen – er ist Nahversorger und bietet Feinkost. Der Standort fungiert auch als Bauernladen und kommunikativer Treffpunkt ist er sowieso. mehr

Sabine Arztmann

Der Mappen- und Hüllenprofi aus dem Rosental

Seit mehr als 75 Jahren produziert die Firma Nimaro aus Köttmannsdorf in bereits dritter Generation Mappen und Hüllen in top Qualität. mehr

Die Teppichreinigungsmaschinen von Erwin und Patrick Ladinig werden weltweit in Flugzeugen, Hotels, Kreuzfahrtschiffen, Restaurants und Firmen eingesetzt.

Saubere Teppiche bringen internationalen Erfolg

In einer ehemaligen k. u. k. Fleisch-, Wurstwaren- und Konservenfabrik in Klagenfurt stellt heute das Familienunternehmen Carpet Cleaner in der zweiten Generation Teppichreinigungsmaschinen her, die ganz ohne Wasser auskommen und dem Schmutz mit nachhaltigem Holzgranulat zu Leibe rücken. mehr