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Audit "berufundfamilie": WK Kärnten übernimmt Vorbildfunktion

Familienbewusste Personalpolitik bringt nachhaltig positive Effekte für Unternehmen und Mitarbeiter. Auch die Wirtschaftskammer Kärnten beschäftigt sich daher seit drei Jahren intensiv mit der Familienfreundlichkeit. Für die erfolgreiche Umsetzung verschiedener Maßnahmen überreichte Familienministerin Sophie Karmasin zum zweiten Mal das Audit-Zertifikat an Präsident Mandl und Direktor Stattmann.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Alltag von Eltern erleichtern und Betrieben Kosten sparen. Ein Wickeltisch, flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung an Fenstertagen oder in den Sommerferien, betriebliche Gesundheitsförderung - die Palette der Maßnahmen ist breit gefächert. Um daraus das Richtige für die eigene Organisation zu finden und familienbewusste Unternehmenspolitik als Teil der gelebten Kultur aufzubauen, gibt es die staatliche Zertifizierung Audit berufundfamilie. Dabei wird gemeinsam mit Mitarbeitern in einem Prozess analysiert, was es an Familienfreundlichkeit in einem Betrieb schon gibt und wo noch individueller Bedarf besteht. Unterstützt wird das Unternehmen von einer Auditorin. Auch die Wirtschaftskammer Kärnten beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit einer familienbewussten Personalpolitik und erhielt dafür von Familienministerin Sophie Karmasin das Audit-Zertifikat überreicht.

WK-Präsident Jürgen Mandl, Familienministerin Sophie Karmasin, WK-Audit-Beauftragte Tanja Telesklav und WK-Direktor Michael Stattmann bei der Zertifikatsverleihung in Klagenfurt. Foto: WKK/Lobitzer
WK-Präsident Jürgen Mandl, Familienministerin Sophie Karmasin, WK-Audit-Beauftragte Tanja Telesklav und WK-Direktor Michael Stattmann bei der Zertifikatsverleihung in Klagenfurt. Foto: WKK/Lobitzer


WK-Direktor Michael Stattmann und WK-Präsident Jürgen Mandl freuen sich über die Auszeichnung. Die Wirtschaftskammer Kärnten setzt damit ein starkes Zeichen für Familienfreundlichkeit, fordert aber gleichzeitig für die Betriebe in Kärnten bessere Rahmenbedingungen. Beide sind sich einig, eine offene Wirtschaftspolitik, Abbau von Bürokratie und Impulse für Investitionen sind notwendig, damit es Betrieben und damit den Familien wieder besser geht. Die Möglichkeit von Betriebstagesmüttern, die Verkürzung der Sommerferien und die Vereinheitlichung der schulautonomen Tage würden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.

Unternehmen setzen auf Familienfreundlichkeit

Immer mehr Unternehmen in Kärnten erkennen, wie wichtig eine familienbewusste Unternehmenspolitik ist. Dazu gehört Erwin Taurer von Taurer Wohn-, Büro- und Objektmöbel. Der Klagenfurter Familienbetrieb wurde 1990 gegründet. Auch er erhielt von Familienministerin Sophie Karmasin nach drei Jahren erfolgreicher Umsetzung von familienfreundlichen Maßnahmen im Betrieb das Audit-Zertifikat. "Mit dem Audit berufundfamilie zeigen wir, dass uns Familie wichtig ist und es bei uns möglich ist, beides unter einen Hut zu bringen", so Taurer. Mit dem Ablauf und Ergebnis des Audits ist er höchst zufrieden. Der Aufwand für den Unternehmer war aufgrund der Betreuung durch Auditorin Irene Slama gering, genauso wie die Kosten, für die es eine hohe Förderung gibt. "Durch das Audit haben wir unseren Betrieb neu kennengelernt und Dinge, die es bereits gab, aufgewertet. Wir haben jetzt keine Fluktuation und kaum Fehltage, dafür viel gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung", berichtet Taurer. Zwei Wochen Betriebsurlaub im Sommer, einen Schreibtisch für den Sohn eines Mitarbeiters, damit dieser hier die Hausübungen machen kann, Weiterbildung und Netzwerktreffen – das sind ein paar seiner umgesetzten Maßnahmen. Familienministerin Sophie Karmasin sagte dazu: "Es freut mich, dass sich auch in Kärnten immer mehr Arbeitgeber für den familienfreundlichen Weg entscheiden und dabei bleiben."

Wege zur Familienfreundlichkeit

Vor allem die junge Generation wählt ihren Arbeitsplatz nicht mehr ausschließlich nach der Höhe des Gehalts. Atmosphäre und flexible Rahmenbedingungen im Betrieb sowie der Freizeitwert werden immer wichtiger. „Im Zuge eines Audits können Unternehmer ihren Betrieb zukunftsfit machen. Sie beschäftigen sich auch mit Wissensmanagement und qualifizieren ihre Mitarbeiter während des Prozesses“, erzählt Auditorin Irene Slama. Wer als Klein- und Mittelbetrieb gute Mitarbeiter bekommen und halten möchte, muss wissen, was er zu bieten hat. Dabei wirkt ein Audit unterstützend und impulsgebend.

Im Zentrum eines Audits steht das aktive Mitmachen aller Beteiligten. Wenn Mitarbeiter an der Entwicklung von familienfreundlichen Maßnahmen mitwirken, wird nur umgesetzt, was wirklich gebraucht wird, zeigen die Erfahrungen. Fehlinvestitionen werden vermieden und Angebote bedarfsgerecht angepasst. Das Audit ist kein Wettbewerb, sondern ein nachhaltiger Prozess. Deshalb gibt es erst drei Jahre nach dem Start das Zertifikat Re-Audit, welches für die Dauer von drei Jahren als eine Art Gütesiegel verliehen wird. Für alle Betriebe, die vorerst nur einmal in das Thema Familienfreundlichkeit hinein schnuppern und sich mit anderen vernetzen möchten, gibt es das kostenlose Netzwerk "Unternehmen für Familie".

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