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Arbeitsunwilligkeit nicht länger tolerieren!

WK-Präsident Jürgen Mandl für stärkere Sanktionen und mehr Mobilität.

Die Schere klafft zunehmend auseinander: Während die Arbeitslosenzahlen nach wie vor besorgniserregend hoch sind, tun sich in Kärnten viele Unternehmen schwer, geeignete und tüchtige Mitarbeiter in die Betriebe zu bekommen. Vor diesem Hintergrund fordert Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl stärkere Sanktionen bei Arbeitsunwilligkeit und mehr Mobilität der Arbeitssuchenden ein. Der überwiegende Teil der Arbeitssuchenden sei sicher leistungsbereit und motiviert, die Minderheit der Arbeitsunwilligen müsse man aber stärker in den Fokus rücken.

"Die Leistungsbereiten in unserer Gesellschaft müssen geschützt werden und Missbrauch ist einzudämmen", spricht sich der Präsident für eine Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen aus. Es sei in Anbetracht von Spitzenwerten bei der Arbeitslosigkeit nicht länger zu akzeptieren, dass sich arbeitsfähige AMS-Bezieher vor der Arbeit drücken. Aufgrund der gesetzlichen Lage gebe es in Kärnten schon bisher jährlich hunderte Entziehungsverfahren, diese Maßnahmen scheinen aber nicht flächendeckend zu greifen. "Deshalb ist die gesetzliche Kulisse gegen Arbeitsunwilligkeit zu verschärfen."

So fordert der Wirtschaftskammerpräsident ein rasches Nachjustieren bei der Dauer der Sperrfristen. Derzeit beträgt die Sperre des Leistungsbezuges bei Arbeitsverweigerung, Arbeitsvereitelung oder Nichtannahme einer zumutbaren Beschäftigung beim ersten Mal sechs Wochen. Mandl votiert für eine Verlängerung auf acht Wochen, im Wiederholungsfall entsprechend höher. Zusätzlich sei ein endgültiger Verlust des Arbeitslosengeldes bei wiederholter Jobverweigerung gesetzlich klarzustellen.

Bewegung in den Arbeitsmarkt würde auch eine Beweislastumkehr bei Jobvereitelung bringen. Für Arbeitslose soll es eine Beweispflicht dafür geben, dass sie den Job nicht vereitelt haben – das würde Sperren des Arbeitslosengeldes erleichtern.

Einen entscheidenden Hebel sieht Mandl bei den Zumutbarkeitsbestimmungen. Schon jetzt würden viele Menschen, die arbeiten, mehr als zwei Stunden Wegzeit täglich in Kauf nehmen. "Da ist eine Erhöhung der zumutbaren Wegzeit von zwei auf zumindest zweieinhalb Stunden bei Vollzeitbeschäftigung keine unanständige Überlegung." Bei Arbeitssuchenden mit Betreuungspflicht seien 20 Wochenstunden statt der bisher geltenden 16 vorstellbar.

Einen weiteren Ansatzpunkt sieht Jürgen Mandl in einer verstärkten überregionalen Vermittlung. Damit könnten Angebot und Nachfrage im österreichischen Arbeitsmarkt besser in Einklang gebracht werden. "Die Mobilität der Arbeitssuchenden muss erhöht werden, vor allem bei Personen ohne Sorgepflichten."

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