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Analyse zeigt: Regionaler Strukturplan Gesundheit gefährdet medizinische Versorgung Kärntens

Kärntens Gesundheitsbetriebe wehren sich gegen die Pläne der Landesregierung: Der RSG Kärnten erfüllt weder die Bundesvorgaben, noch sorgt er für Effizienzsteigerung im Gesundheitsbereich. Aber die optimale medizinische Versorgung wäre außerhalb der Ballungsräume gefährdet!

Die Umsetzung des "Regionalen Strukturplan Gesundheit - Kärnten 2020" (RSG) würde die medizinische Versorgung außerhalb der Ballungsräume Villach und Klagenfurt massiv verschlechtern. Das ist das Ergebnis der Analyse durch die Fachgruppe der Gesundheits­betriebe der Wirtschaftskammer Kärnten sowie des renommierten Gesundheitsökonomen Ernest Pichlbauer.

"Zurück an den Start!", fordert deshalb Johannes Eder, Obmann der Kärntner Gesundheitsbetriebe. "Unsere Analyse zeigt ganz klar, dass es keine relevante Effizienzsteigerung durch die geplanten Änderungen geben wird. Ganz im Gegenteil: die medizinische Versorgung in den Kärntner Tälern wird sich dadurch enorm verschlechtern."

Zum Hintergrund: Der Österreichische Strukturplan Gesundheit 2012 (ÖSG 2012) gibt Kärnten ganz klar vor, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. Dabei handelt es sich um Normen, die jedes Bundesland einzuhalten hat. Mit dem RSG Kärnten werden diese Vorgaben aber nicht eingehalten:

  • Die festgelegten Mindestbettenzahlen für einzelne Abteilungen werden deutlich unterschritten – und zwar gerade außerhalb der zwei Ballungszentren Klagenfurt und Villach, was zur Schwächung der medizinischen Versorgung in den Regionen führt. Hervorzuheben sei die Gynäkologie und Geburtshilfe an den Standorten Spittal an der Drau, St. Veit und Wolfsberg, wo laut dem Kärntner Strukturplan Gesundheit (RSG) die Bettenanzahl unter der geforderten Mindestgröße von 25 Betten (laut ÖSG) liegt. Sind Geburten zukünftig an den drei genannten Standorten noch möglich?
  • Betten von effizient und sparsam arbeitenden Einheiten wie dem Krankenhaus in Spittal an der Drau werden zu deutlich teureren KABEG-Häusern verschoben, was klaren Effizienzsteigerungen entgegensteht. Eine Bettenreduktion von rund acht Prozent führt deshalb lediglich zu einer von der Landesregierung behaupteten Effizienzsteigerung von ein bis zwei Prozent. Konkrete Berechnungen dazu liegen der Öffentlichkeit nicht vor.

"Die medizinische Versorgung in den Kärntner Randregionen zu gefährden und faktisch keine Effizienzsteigerung zu erzielen, kann in der budgetären Lage Kärntens nicht im Sinne der Verantwortungsträger in der Landesregierung sein", so die Geschäftsführerin des Allgemein öffentlichen Krankenhauses Spittal an der Drau, Andrea Samonigg-Mahrer. Diese Beurteilung wird auch von Gesundheitsökonom Pichlbauer bestätigt: "Dieser RSG wird in Kärnten zu keiner markanten Einsparung im Gesundheitsbereich führen, obwohl das eine wesentliche Prämisse für die Landesregierung sein muss. Ganz im Gegenteil: Durch die Verschiebung zu den - deutlich kostenintensiveren - Einheiten der KABEG entsteht dort eine Zukunftshypothek, die das Kärntner Gesundheitssystem bereits kurzfristig wieder in finanzielle Schwierigkeiten steuert. Gleichzeitig wird die Infrastruktur vor allem in Oberkärnten teilweise unter die unter den gegebenen Rahmenbedingungen bedarfsnotwendige Ausstattung gedrückt".

Der RSG Kärnten soll am 19. Juni 2015 von der Landeszielsteuerungskommission beschlossen werden, obwohl es nur Präsentationen vor den Betreibern der Krankenanstalten in Kärnten gegeben hat, aber keine Einbindung in die Entwicklung. Daher fordert Eder für den RSG Kärnten - wie bereits Wirtschaftskammer Präsident Jürgen Mandl - ein Zurück an den Start: "Das Land Kärnten hat die Aufgabe, die gute medizinische Versorgung in ganz Kärnten aufrecht zu erhalten – also auch außerhalb der Ballungszentren Klagenfurt und Villach und die Effizienz im Gesundheitsbereich zu steigern. Der RSG wird keiner dieser beiden Anforderungen gerecht", bringt es Eder auf den Punkt und bietet bei der Überarbeitung der Pläne die Unterstützung der Wirtschaft an: "Wir sind gern bereit, unsere Kompetenz bei der Erfüllung dieser Aufgaben einzubringen."

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