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Altersarmut ist weiblich: Equal Pension Day zeigt dramatische Situation auf

Homeschooling statt Vollzeitbeschäftigung: Die Coronakrise hat Österreichs Frauen noch stärker in die „Teilzeitfalle“ gedrängt. WK-Vizepräsidentin Astrid Legner fordert dringend bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

„Frauen, die Karriere und Familienplanung parallel verwirklichen wollen, müssen optimal unterstützt werden. Nur so können wir die weibliche Altersarmut langfristig reduzieren“, betont Astrid Legner, WK-Vizepräsidentin & Landesobfrau von FiW.
© FiW/Huditsch „Frauen, die Karriere und Familienplanung parallel verwirklichen wollen, müssen optimal unterstützt werden. Nur so können wir die weibliche Altersarmut langfristig reduzieren“, betont Astrid Legner, WK-Vizepräsidentin & Landesobfrau von FiW.

Am Sonntag, 1. August, ist der Equal Pension Day in Österreich. Dabei handelt es sich um jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bezogen haben wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. „Das ist alarmierend. Österreichs Frauen – auch die jungen – befinden sich in einer wahren Altersarmutsfalle“, rüttelt Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, auf. Laut Statistik Austria ist die durchschnittliche Alterspension der österreichischen Frauen um 49,2 Prozent niedriger als jene der Männer (Wert 2019). 

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab erstem Geburtstag gefordert

Doch woran liegt es, dass Frauen im Alter über so viel weniger Geld verfügen? Einerseits ist das Lohnniveau geringer und damit auch die Beiträge, die in die Pensionskasse eingezahlt werden. Andererseits leisten Frauen mehr unbezahlte Arbeit im privaten Rahmen, wodurch es einen wesentlich höheren Teilzeitanteil bei Frauen gibt.

Um diese Pensionsschere zu schließen, müssen die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessert werden. „Und zwar schnell, denn die Coronakrise hat diese Entwicklung noch einmal verschärft. Homeschooling und geschlossene Betreuungseinrichtungen haben nicht nur die Teilzeitbeschäftigung von Frauen weiter steigen lassen, sondern auch einen Rückgang bei den Krippenkindern im Jahr 2020 bewirkt“, so Legner. Dies zeige einmal mehr, wie wichtig der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag sei. Die aktuelle Situation in Kärnten sieht folgend aus: Etwa ein Viertel der Unter-3-Jährigen werden in Kärnten in einer Krabbelstube betreut. Damit liegt unser Bundesland deutlich unter dem Österreich-Schnitt. Zum Vergleich: In Wien wird fast die Hälfte der Unter-3-Jährigen betreut, im Burgenland ist es mehr als ein Drittel.

„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Basis für eine Vollerwerbstätigkeit der Frauen“, betont die WK-Vizepräsidentin. „Frauen müssen die Möglichkeit haben, problemlos wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. Der Rechtsanspruch bedeutet nicht, dass jedes Kind tatsächlich einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag benötigt. Aber der Bedarf muss erhoben und das Angebot geschaffen werden.“ Weiters müssen Betreuungszeiten flexibler gestaltet werden. Konkret brauche man Angebote, die auch tageweise, zu Randzeiten oder an Wochenenden verfügbar sind.  

In einem ersten Schritt wird eine flächendeckende Bedarfserhebung an Kinderbetreuungsplätzen gefordert. „Derzeit befinden wir uns in einem Vakuum: 

Eigentlich weiß niemand, was Familien wirklich brauchen oder was ihnen fehlt. Um hier einen Überblick zu erhalten, muss der Bedarf österreichweit – sowie nach Bundesländern gesplittet – erhoben werden. Nur so können wir ein optimales Angebot schaffen und die Familien bestmöglich unterstützen“, fordert Astrid Legner.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Frau in der Wirtschaft
Mag. Tanja Telesklav
T 05 90 90 4 - 731
E tanja.telesklav@wkk.or.at
W unternehmerin-ktn.at

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