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Alte Bräuche beleben zu Ostern auch die Wirtschaft

Ob traditionelle Reindlingformen, gefärbte Eier oder Schinken: In der Osterzeit wird das Brauchtum gepflegt und noch mehr als sonst auf Heimisches geachtet.

© Fotolia/Fotowerk Zu Ostern suchen die Kärntner Unternehmer nicht nur nach den Nestern mit Geschenken, sondern auch nach dem nächsten Geschäft.

Am Gründonnerstag wird es laut. Viele Kinder packen dann wieder ihre Ratschen aus und klappern durch Orte und Gemeinden – so wie es schon seit Jahrhunderten gemacht wird. Hintergrund sind die Kirchenglocken, die von Gründonnerstag bis Karsamstag still bleiben. Die Ruhe passte zwar gut zum Fasten, war aber unpraktisch: Die Menschen wussten nicht, wie spät es war und wann sie beten sollten. Und so gingen die Ministranten ab dem 15. Jahrhundert morgens, mittags und abends mit ihren Ratschen umher. Damit es noch lange so bleibt, lädt die Eberndorfer Tischlerei Kuchling noch vor dem Palmsonntag zu einem „Ratschen-Workshop“, bei dem Eltern und Kinder Ratschen zusammenbauen können. Thomas Kuchling sagt: „Uns ist es wichtig, dass das Brauchtum erhalten bleibt.“ Als zeitlichen Hinweis braucht man die Ratschen heute nicht mehr, doch der Brauch ist geblieben – wie viele andere Osterbräuche. Eier wurden früher etwa deshalb verschenkt, weil die Bauern nach der Fastenzeit sehr viele Eier hatten und diese gern verschenkten. Damit sie länger hielten, wurden sie gekocht. Die Schokolade-Osterhasen waren eine Erfindung der Konditoren, die im 19. Jahrhundert eine Idee suchten, um zu Ostern Geld zu verdienen.

Ostern ist auch ein Fest der Vielfalt. Das zeigt sich schon am Gründonnerstag: Während die Kinder mit Ratschen durch Orte lärmen, wird in Tresdorf im Mölltal bei der „stummen Passion“ die Leidensgeschichte Christi dargestellt. Auch der Blick in die Osterkörbe zeigt die unterschiedlichsten Kombi­nationen. „Der Klassiker in Kärnten ist der Beinschinken, aber auch Wacholderschinken, Brotteigschinken und Rohschinken sind gefragt“, erzählt die Villacher Fleischermeisterin Daniela Hartl, „manche kombinieren den Schinken auch mit Schweinsbraten oder Speck und Hauswürsteln. Und andere Kunden wollen keinen ganzen Schinken, sondern lassen sich alles fertig aufschneiden und auf einer Platte anrichten.“


Unternehmer über das Oster-Geschäft

Beim Reindling wird verstärkt zur klassischen Keramikform gegriffen. Er schmeckt einfach besser als aus anderen Formen. Das Besondere daran ist, dass sie zweimal gebrannt wird. Beim Ostermarkt verkaufe ich die Formen in allen Größen: vom kleinen Zuckerreinkalan bis zum Eineinhalb-Kilo-Reindling. Auch Dekorationen wie Osterhasen oder Küken aus Keramik sind gefragt.
Alexandra Tragler, Stand am Klagenfurter Ostermarkt
Wir haben letztes Jahr 150.000 gefärbte Eier verkauft, heuer rechnen wir mit einer ähnlichen Zahl. Dazu kommen tausende weiße Eier, die uns in der Osterzeit regelrecht aus den Händen gerissen werden. Vor allem 14 Tage vor Ostern steigt die Nachfrage. Insgesamt haben wir 21 Kärntner Landwirte mit 140.000 Legehennen, die uns täglich beliefern.
Stefan Wakonig-Felbinger, Eierring Herzogstuhl, Magdalensberg
Vor dem Palmsonntag kommen Kinder mit ihren Eltern zu uns, um gemeinsam Ratschen zu basteln. Wir haben dafür einen eigenen Bausatz. Das machen wir schon seit Jahren und es ist eine schöne Sache. Man kann damit das Brauchtum unterstützen und den Kindern das Handwerk näherbringen. Und am Gründonnerstag geht es dann los mit dem Ratschen.
Thomas Kuchling,Tischlerei Kuchling, Eberndorf
Für uns Gärtner hängt das Ostergeschäft immer davon ab, wie früh oder spät der Termin ist. Im letzten Jahr war der Ostersonntag Ende März und es war noch sehr kalt. Heuer ist das Geschäft mit den Frühblühern schon fast wieder vorbei. Gefragt sind jetzt vor allem Kräuter, Gemüse und Salat. Nach Ostern startet dann auch schon die Balkonblumen-Saison.
Birgit Nekowitsch, Blumen-Werkstatt, Radenthein
Vor vier Jahren habe ich das Unternehmen übernommen und seit damals beliefern wir den Einzelhandel mit Reindlingen. Wie viele es heuer sein werden, kann ich nicht sagen. Aber es sind viele. Die drei Wochen vor Ostern sind für uns die umsatzstärksten im Jahr. Und im Geschäft sind auch Osterlämmer und Osterhasen aus Schokolade sehr gefragt.
Christopher Saliterer, Konditorei, Feldkirchen
Ostern ist eine der Hauptsaisonen für uns. Seit 14 Tagen läuft die Produktion auf Hochtouren. Da wir alles selbst machen, dauert es seine Zeit: Der Schinken braucht schon 14 Tage, bis er fertig gesurt ist. Eine unserer Spezialitäten ist der Beinschinken mit Bein, das bieten nur mehr wenige Fleischereien an. Und natürlich der Schinken im Brotteig und unsere Krainer-Würste.
Michael Jantschnig und Daniela Hartl, Fleischerei Hartl, Villach

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