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100 Tage Sturm und Drang

Die ersten dreieinhalb Monate der Amtszeit von Carmen Goby als Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft sind Vergangenheit. Die 35-jährige Klagenfurterin hat die Zeit genutzt, um Ziele zu definieren und Schwerpunkte zu setzen und ihre Position innerhalb der Kammerführung zu finden. Nun geht es getreu der Goby-Philosophie weiter: Ärmel aufkrempeln und umsetzen.

Vizepräsidentin Carmen Goby
© WKK/Bauer
Intensive und arbeitsreiche Tage liegen hinter Carmen Goby. Seit 100 Tagen steht sie als Vizepräsidentin an der Seite von Präsident Jürgen Mandl an der Spitze der Kärntner Wirtschaftskammer und ist zudem die neue Frontfrau von Frau in der Wirtschaft. Die Medienfachfrau aus Klagenfurt ist die neuen Herausforderungen mit der ihr typischen energiegeladenen Art angegangen, indem sie die dreieinhalb Monate dazu genutzt hat, einen Fahrplan für ihre Arbeit zusammenzustellen und dabei auch nicht vor alten Zöpfen haltmacht. Großen Input hat sie dabei von Unternehmern bekommen, die die Chance genutzt und ihre Anliegen, Probleme und Vorschläge an Goby herangetragen haben. Klar wird dabei, dass sie sich als Bindeglied zwischen der etablierten Unternehmerschaft und den „Newcomern“ der Wirtschaft versteht.

Die Zeit der sinnlosen Kriege muss vorbei sein
„Ich freue mich über die riesige Unterstützung meiner Unternehmerkolleginnen und –kollegen, aber auch durch die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Kärnten“, antwortet Vizepräsidentin Carmen Goby auf die Frage, welche Eindrücke sie aus den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit gewonnen hat. Vor allem die Offenheit und der Wille, mitzugestalten, sei für die 35-Jährige eine große Hilfe bei ihrer Strategie gewesen. „In den vergangenen Monaten sind unheimlich viele Menschen auf mich zugekommen und haben mir ihre Probleme, ihre Sichtweisen und ihre Wünsche nähergebracht. Ich hatte sozusagen permanent den Finger auf dem Puls und konnte so die Schwerpunkte identifizieren. Die Aktivität der Unternehmen und der Mitarbeiter der Wirtschaftskammer hat mich positiv überrascht“, sieht Goby den Start geglückt. „In uns steckt so viel Potenzial. Es ist jetzt an der Zeit, es aus dem Dornröschenschlaf zu küssen und unsere Heimat zu aktivieren. Dazu ist es besonders wichtig, weg von der Konfrontation und hin zu einem Miteinander zu gehen. Seine Meinung zu vertreten ist zwar wichtig, gegeneinander einen Krieg der Prinzipien zu führen ist aber kontraproduktiv“, will die Vizepräsidentin nicht länger auf Nebenkriegsschauplätzen kämpfen und sich lieber auf das Wesentliche konzentrieren. In ihren Augen verfüge Kärnten über ein großes Innovationspotenzial, dass es zu nutzen gelte. Goby unterstreicht aber, dass dies nur möglich wäre, wenn Politik, Sozialpartner, Gemeinden und Ämter an einem Strang ziehen würden.

Mit starker Präsenz die Generationen zusammenbringen
Carmen Goby setzt bei der Umsetzung ihrer Ziele auf neue Formate und Herangehensweisen: „Wir stehen vor sehr vielen Herausforderungen. Seien es die teilweise gravierenden Unterschiede zwischen ländlichem und urbanem Raum oder die Probleme, mit denen die verschiedenen Generationen zu kämpfen haben. Ich möchte individuelle Lösungen finden und werde deshalb viel unterwegs sein, um für möglichst viele Selbstständige ein offenes Ohr zu haben“, gibt Goby einen Ausblick auf die Zukunft. Geplant seien auch neue Veranstaltungsformate, bei denen ganz bewusst der Austausch zwischen Wirtschaftskammer und Unternehmen aber auch zwischen den Unternehmen im Fokus stehen solle. Den Anfang machte die „Inspiration-Night“, die am 19. September stattfand und im vollbesetzten Casino Velden ein großer Erfolg war. Ein großes Thema bei den geplanten Gesprächen solle der notwendige Übergang auf die nächste Unternehmergeneration sein. Dabei wolle Goby sehr auf das Know-how etablierter Unternehmen setzen und die Generationen an einen Tisch bringen. „Eine Aufgabe wird sein, Jürgen Mandl zu unterstützen und ihn terminlich zu entlasten. Zusammen wollen wir alle Funktionäre mit auf eine gemeinsame Reise nehmen, denn viele Schultern tragen besser als ein einzelnes Schulterpaar. Wichtig wird auch sein, das Potenzial der internen Kritiker zu nutzen und sie nach Möglichkeit zu den Antreibern der Veränderung zu machen“, umreißt Goby die Ziele der nächsten Monate. Dazu sei es auch notwendig, den Finger in offene Wunden zu legen, unbequem zu sein und bei der eigenen Organisation genauer hinzuschauen. Nur so seien Änderungen und damit Verbesserung der eigenen Arbeit möglich. Auf die hohe Taktfrequenz der Vizepräsidentschaft reagiert sie mit einem Augenzwinkern: „Ich bin ein kreativer Mensch und brauche meine Grundauslastung, um keinen Unsinn zu bauen. Die Vielfalt der Aufgaben lastet mich aus und bietet mir kreative Kanäle. Der Einstieg war zwar anstrengend, wir haben es aber geschafft, eine zukunftsweisende Strategie auszuarbeiten, mit der wir gut aufgestellt sein werden.“

Vizepräsidentin Carmen Goby
© WKK/Bauer


Mehr EPU statt Starrheit und Lethargie
Teil von Carmen Gobys Strategie solle ein neuer Umgang mit Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sein: „In Zeiten sich ändernder Wirtschaftsstrukturen wird es wichtig sein, auf eine große Gruppe von Selbstständigen zuzugehen. Die Rede ist von den vielen EPU, die sich zu einem wichtigen Teil der Wirtschaft entwickelt haben. Für sie und die Kleinstunternehmen möchte ich eine Lanze brechen und ihre Leistungen für die heimische Wirtschaft sichtbarer machen. Bisher war das Bild oft verzerrt und EPU wurden von der Gesellschaft häufig nicht als vollwertige Unternehmer angesehen. Dabei schaffen diese Ein-Mann- oder Ein-Frau-Betriebe ebenfalls Kaufkraft und Wohlstand und ich habe lieber mehr innovative und flexible EPU als Starrheit und Lethargie im Land.“ Für Goby seien die EPU mittlerweile zu einer vernetzten Wirtschaftsmacht zusammengewachsen und das Modell des verschränkten Arbeitens hätte sich als trag- und zukunftsfähig herausgestellt. Mit ihrer Schnelligkeit und Flexibilität seien die Ein-Personen-Unternehmen vielen anderen Unternehmen einen Schritt voraus. Sie können rasch auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren und sich auf neue Marktsituationen einstellen. EPU seien im Mix der Unternehmen immens wichtig. „Deshalb haben wir als Wirtschaftskammer unser Angebot speziell für EPU breit aufgestellt und bauen es stetig aus. Beispielsweise haben wir die "Lange Nacht der EPU" aus der Taufe gehoben. Dazu bietet das eigenen Kleinunternehmen auch für Frauen eine Chance, Familie und Beruf gut unter einen Hut zu bringen. Etwas, was kein Angestelltenverhältnis bieten kann und was Frauen in einer sehr speziellen Form ermöglicht, Vorbild für die nächste Generation zu sein. Ich lade Ein-Personen-Unternehmen ein, sich selbst von unseren Services zu überzeugen und unser Experten-Know-how in Anspruch zu nehmen“, macht Goby Werbung das Serviceangebot der Wirtschaftskammer zu testen.

Vizepräsidentin Carmen Goby
© WKK/Bauer

Die Wirtschaft wird weiblicher
Mit dem Landesvorsitz von Frau in der Wirtschaft Kärnten ist Carmen Goby außerdem Speerspitze einer der größten Interessenvertretungen in der Kammer. Neben der Jungen Wirtschaft sei Frau in der Wirtschaft das breiteste Netzwerk in Kärnten und über die Kärntner Grenzen hinaus. „Durch die engen Kontakt zu den Unternehmerinnen in den Bezirken bin ich bestens mit den Themen vertraut. Frauen sind die stabilisierende Komponente der Wirtschaft, da sie sehr viel vernetzter Denken und eher die gemeinsame Richtung als den Konkurrenzkampf suchen. Das wird oft nicht so wahrgenommen. Mein Anliegen ist es, das zu ändern und mit den männlichen Unternehmern auf Augenhöhe darüber zu diskutieren. Mittlerweile ist mehr als jeder dritte Einzelunternehmer in Österreich weiblich. Dieser Veränderung sollte auch innerhalb der Wirtschaftskammer Rechnung getragen werden, indem Frauen in der Zukunft mehr Verantwortung bekommen und mehr Vertreterinnen in ausschlaggebenden Funktionen kommen und den Kurs aktiv mitbestimmen können“, hat Goby auch für die Arbeit als FiW-Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft konkrete Pläne parat.

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