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Wie das graue Pulver zum High-Tech-Produkt wurde

Zement ist die Basis des Erfolgs von Wietersdorfer. In den vergangenen 128 Jahren hat man aus dem Bindemittel einen Hochleistungsbaustoff gemacht.

Angelika Dobernig
Der Automatisierungsgrad im Wietersdorfer Werk ist hoch, viele Anlagen arbeiten computergesteuert.
© KK Der Automatisierungsgrad im Wietersdorfer Werk ist hoch, viele Anlagen arbeiten computergesteuert.

Es ist grau, fein gemahlen und staubig: Das hat sich in all den 128 Jahren, in denen die Wietersdorfer-Gruppe im Görtschitztal Zement herstellt, nicht geändert. Und doch ist Zement nicht mehr das, was es einmal war.
Lutz Weber, der gemeinsam mit Bernhard Auer die Geschäfte der Wietersdofer Alpacem GmbH führt, erklärt: „Wir stellen heute 40 verschiedene Zement- und Bindemittelsorten her.“ Noch größer ist die Produktpalette an fertigem Beton: Aus den Hauptzutaten Zement, Wasser, Gesteinskörnungen und Zusatzstoffen werden aktuell 450 verschiedene Rezepturen an Beton gemacht. Je nach Einsatzgebiet variieren unter anderem Druckfestigkeit, Formbarkeit und Fließfähigkeit. „Es ist ein Unterschied, ob man Beton beispielsweise für den Tunnel- oder für den Wohnbau einsetzt. Wir haben uns auf individuell angepasste Mischungen spezialisiert. So heben wir uns von der Konkurrenz ab.“ Ein Vorteil sei auch die Unternehmensgröße. Denn obwohl man mit 650 Mitarbeitern und 13 Standorten der Marktführer für Zement und Bindemittel im Alpen-Adria-Raum ist, steht man in Konkurrenz zu wesentlich größeren Konzernen. „In unserem Geschäft spielt Geschwindigkeit eine große Rolle. Wir setzen deshalb auf kurze Wege und schnelle Verfügbarkeit. Wir wollen so nah wie möglich beim Kunden sein“, sagt Auer. 

Außerdem will man der Konkurrenz durch technologische Weiterentwicklung immer einen Schritt voraus sein. Gearbeitet wird auf dem neuesten Stand der Technik, mit Robotern und vernetzten Anlagen. In den vergangenen Jahren wurden Millionen in vollautomatisierte Prozesse und High-Tech-Labore investiert, in denen pro Tag hunderte Analysen durchgeführt werden. Bis Zement das Werk verlässt, wird es im Labor also von allen Seiten durchleuchtet. „Vor 100 Jahren haben unsere Mitarbeiter in Säcke geschaufelt, heute sehen sie am Laptop, wie die Maschine arbeitet“, bringt es Weber auf den Punkt. Technik sei aber nicht alles. „Ich sage immer: Die Maschine ist nur so gut wie das Know-how der Mitarbeiter.“ 

Der persönliche Einsatz der Mitarbeiter mache den Unterschied aus: „Kommunikation ist bei unserer Arbeit ein wichtiges Thema. Das beginnt beim Abbau der Rohstoffe und geht bis zu den Betontechnologen, die Kunden beraten. Wir brauchen diesen ständigen Austausch.“ Nur so könne man Produkte und Prozesse weiter optimieren.

Wie sich Corona auf das Unternehmen auswirkt


In Zeiten von Corona sei engmaschige Kommunikation eine große Herausforderung. „Wir haben vier Werke in Österreich, sechs in Italien, drei in Slowenien. Die eingeschränkte Reisetätigkeit ist jetzt natürlich kein Vorteil für uns“, fasst es Bernhard Auer zusammen. Zwar könne man Besprechungen auch über Videotelefonie abhalten, aber der persönliche Kontakt könne so kaum ersetzt werden. „Es ist einfach etwas anderes, wenn man einander gegenübersteht. Und auch der informelle Austausch, außerhalb der Arbeit, ist wichtig. Gemeinsam essen und zusammensitzen, das kann man durch ein Telefonat nicht ersetzen“, so Auer.
In den Auftragsbüchern habe die Coronakrise bisher keine Spuren hinterlassen. Beton und Zement von Alpacem, wie die neue Dachmarke von W&P Zement seit zwei Jahren heißt, kommen bei vielen Infrastrukturprojekten im Alpen-Adria-Raum zum Einsatz. Vorzeigeprojekte sind die Koralmbahn, die dritte Autobahnspur Venedig – Triest und der Karawankentunnel.

„Das ist eine gute Basis für die nächsten Jahre“, sagt Lutz Weber. Man rechne aber damit, dass man die Auswirkungen der Coronakrise noch spüren werde: „Es hat sich gezeigt, dass sich Krisen in der Baubrache erst nach zwei, drei Jahren auswirken.“ Bremsen lassen wolle man sich aber nicht: Das große Ziel des Unternehmens ist Wachstum, deshalb „gehen wir offen in den Markt hinein und forcieren Partnerschaften“, berichtet Auer: „Wir beschäftigen uns mit den Themen der Zukunft. Digitaler Bau, Bauen mit 3D-Druck – es tut sich derzeit sehr viel. Wir sind ständig auf der Suche nach Partnern, auch nach innovativen Start-Ups, mit denen wir uns weiterentwickeln können.“ Ein großes Thema der Zukunft sei außerdem Nachhaltigkeit: „Das ist bei uns keine leere Worthülse, sondern wir leben das. Unser großes Ziel ist es, CO2-neutral zu produzieren und die Emissionen noch weiter zu verringern. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren massiv investiert“, so Bernhard Auer.


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 28 der "Kärntner Wirtschaft".

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