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„Wir sind alle Menschen und keine Maschinen“

Was die Jungen von den Alten lernen können – und warum wir uns an die Arbeitseinstellung der Jungen gewöhnen sollten, weiß Coach Suzana Muzic.

Angelika Dobernig
KK
© KK „Dialog lautet das Zauberwort“, sagt Suzana Muzic über die Zusammenarbeit der Generationen.
„Kärntner Wirtschaft“: Warum ist das Zusammenarbeiten von Jung und Alt oft so schwierig?
Suzana Muzic: Wir erleben gerade einen großen Wertewandel. Es war schon immer so, dass die ältere Generation über die „jungen Wilden“ gesprochen hat. Was sich aber geändert hat, ist das Tempo. Unsere Welt hat sich in den letzten 20 Jahren sehr schnell gedreht. 

Was hat sich geändert?
Die Alten sind einfach anders sozialisiert, für sie sind Werte wie Pflicht, Ordnung, Pünktlichkeit sehr wichtig. Die Jungen gehen es anders an, sie setzen auf Dialog, Inklusion, Kooperation. Die Herausforderung ist es, diese beiden Welten zusammenzuführen.

Ist das überhaupt möglich?
Ja natürlich, man muss dem anderen nur wertschätzend gegenübertreten. Die Jungen sollten die Erfahrung der Alten schätzen – und die Alten sich von den Digital Natives etwas abschauen. Schwierig wird es, wenn eine ganze Generation verurteilt wird oder man zu verallgemeinern beginnt.


Welche Verurteilungen meinen Sie?
Ich höre zum Beispiel immer wieder: „Die Alten bewegen sich nicht.“ Oder: „Die Jungen wollen nicht arbeiten.“ Es hilft uns aber nicht, zu jammern. Wir sollten uns viel eher fragen, wie wir damit umgehen sollten. Die Frage ist nicht, warum die Jungen lieber Teilzeit arbeiten wollen. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? 

Warum tun sich Ältere damit schwer?
Es passt einfach nicht in ihr Mindset. Das gab es früher nicht und ist für die Alten unverständlich. Wir können uns die Fachkräfte der Zukunft aber nicht aussuchen. Deshalb sollten wir darüber nachdenken, wie wir diesen neuen Werten begegnen und sie am besten in den ­Unternehmen einbauen können. Die skandinavischen Länder leben uns das sehr erfolgreich vor.

Wie arbeiten die Jungen von heute?
Starre Arbeitsmodelle sind für sie unvorstellbar. Sie kommen und gehen, wann sie wollen – und sind dadurch viel effektiver. Die Alten wollen es so belassen, wie es ist. Jeder sollte für sich selbst hinterfragen, ob das sinnvoll ist. Gleichzeitig müssen die Jungen aber auch Verständnis zeigen.

Verständnis wofür?
Dafür, dass sich Ältere mit dem Wandel schwer tun. Früher war Sicherheit das Wichtigste, die Menschen haben einen Beruf gelernt und sind bei einem Arbeitgeber geblieben. Heute ist die Welt schnelllebig, Jobs werden gewechselt, Unternehmen gegründet. Für ältere Mitarbeiter ist diese Lebensweise undenkbar.

Wie kann man als Unternehmer darauf reagieren?
Ich bin überzeugt, dass das Leben ein Mannschaftssport ist. Dazu gehört, dass Jung und Alt voneinander lernen. Das gelingt am besten, wenn man sich an einen Tisch setzt und miteinander spricht. Jeder hat seine Stärken und es gilt, die richtig einzusetzen. Bei einem Fußballspiel würde auch keiner auf die Idee kommen, mit elf Stürmern einzulaufen. In Unternehmen bringt es auch nichts, nur auf Führungskräfte zu setzen. Man muss alle Positionen besetzen – und man braucht die Jungen genauso wie die Alten.

Wie besetzt man die Positionen richtig?
Man sollte sich über Rollen und Persönlichkeiten Gedanken machen. Es gibt detailorientierte Menschen, andere denken übergreifend. Da die introvertierten Denker, dort die Redegewandten. Jeder hat seine Stärken, nicht jeder kann Projektmanager sein.

Und wie sagt man das jenen, die eigentlich Projektmanager sein wollen?
Ich plädiere immer für Transparenz. Wir sind alle Menschen und keine Maschinen. Wenn man benennt, warum Entscheidungen so getroffen worden sind, haben alle viel mehr Freude. Dialog lautet das Zauberwort: Wir müssen einfach mehr miteinander sprechen.


Dieses Interview erschien in Ausgabe 12 der "Kärntner Wirtschaft".

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