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„Wir haben die Chance, uns neu zu positionieren“

Die Arbeitswelt von morgen wird sich grundlegend von der heutigen unterscheiden, ist Managementberaterin Svenja Hofert überzeugt. Sie rät deshalb dazu, Fähigkeiten wie Kreativität oder Empathie zu schulen, um sich neu positionieren zu können.

Ines Tebenszky
venja Hofert macht als Managementberaterin  und Ausbildungsleiterin fit für die Arbeitswelt von morgen.
© KK Svenja Hofert macht als Managementberaterin und Ausbildungsleiterin fit für die Arbeitswelt von morgen.

„Kärntner Wirtschaft“: Sie beschäftigen sich intensiv mit den Veränderungen in der Arbeitswelt. Welche ­aktuellen Entwicklungen ­beobachten Sie dabei?

Svenja Hofert: Wir erleben derzeit einen Paradigmenwechsel, der starke Auswirkungen auf die Arbeit, aber auch auf das Zusammenleben hat. Aktuell leben wir getrieben durch die Digitalisierung in einer sehr besonderen Zeit, wie es nur etwa alle 250 Jahre vorkommt. Viele Unternehmen verschätzen sich dabei und verschwinden in der Folge. Wir müssen deshalb neu erfinden, wie man arbeitet und Dinge bewertet.

Worauf muss man sich für die Zukunft einstellen?

Es wird starke Unterschiede in der Unternehmensbauweise geben, das heißt, es wird kleinere, miteinander vernetzte Einheiten geben, die zusammen etwas erschaffen. In der Vergangenheit war die Geschäftsprozessoptimierung wesentlich, in Zukunft wird es aber weniger um die Optimierung gehen, als viel mehr darum, grundlegend Neues zu schaffen. Bisher stand der Mensch oft in Konkurrenz zu Computern, in Zukunft wird die menschliche Art zu denken einer gänzlich anderen Bewertung unterzogen werden.

Inwiefern sehen Sie hier ­einen Wendepunkt?

Die maschinelle Intelligenz ist begrenzt. Die menschliche Intelligenz reicht weit darüber hinaus – wir können Netzwerke bilden oder sie kreativ nutzen. Das ist eine Chance für die Menschen, sich neu zu positionieren. Dadurch werden neue Berufe entstehen, die wir noch nicht kennen. Wichtig ist es deshalb, Fähigkeiten wie Empathie früh zu schulen. Dort, wo Maschinen den Menschen ersetzen, bekommt der Mensch Freiräume,
die er anders nutzen kann.

Was bedeutet diese Entwicklung etwa für Unternehmer, die ausbilden?

Ich glaube nicht an Ausbildung, sondern nur an Bildung ohne die Vorsilbe aus. Aber grundsätzlich ist es so, dass Unternehmer vor einer sehr großen Herausforderung stehen. Wichtig ist, die Mitarbeiter zu Intrapreneuren zu machen, damit sie sich selbst als Unternehmer begreifen und Verantwortung für ihr Tun übernehmen. Auch muss die Bildung auf Persönlichkeitsbildung abzielen und weniger auf den Inhalt, denn das Wissen ist ohnehin in den Maschinen abgespeichert. Wir müssen aber darauf achten, dass wir in den Maschinen Diener finden und nicht neue Herren.

Was wird nötig sein, um sich an die neuen Entwicklungen anzupassen?

Alles hilft, was den Blick weitet, etwa eine einjährige Auszeit. Wir müssen unsere Neugierde behalten, dürfen uns nichts aufzwingen lassen und uns dessen bewusst sein, dass wir nicht mit dem Beruf in Rente gehen werden, mit dem wir unsere Laufbahn begonnen haben.
Welche Kompetenzen ­werden in Zukunft besonders gefragt sein?
Die Fähigkeit, Dinge zu bewerten, wird wichtiger werden. Computer geben eine Entscheidung vor und wir müssen diese Information bewerten können. Wichtig wird auch die Fähigkeit zur Kommunikation sowie zur Zusammenarbeit sein. Auch verschiedene Fachrichtungen zu kombinieren, wie Tourismus und Technik, kann gut in die Zukunft führen.

Gibt es ein Erfolgsrezept für die Arbeitswelt von morgen?

Man muss sein eigenes Denken hinterfragen und anfangen zu verstehen, dass man selbst ein Produkt seiner sich ständig verändernden Umwelt ist. Wer seine Einstellung hinterfragt, löst neue Ideen und Gedanken aus, die insgesamt offener machen. Auch kann es motivierend sein, seine Komfortzone zu verlassen und über den Tellerrand zu bli­cken.


Dieses Interview erschien in der Ausgabe 22/23 der "Kärntner Wirtschaft".

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