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„Wir brauchen keinen Schnickschnack, es geht um den Inhalt“

Herwig Draxler, ist Wirtschaftskammerbeauftragter für Ein-Personen-Unternehmen, leitet die Volkswirtschaftliche Gesellschaft und betreut auch noch Finanzdienstleister, Ingenieurbüros, die Druck-, Buch- und Medienbranche sowie die Versicherungsmakler. In seiner Rolle als EPU-Ansprechpartner Nummer eins und Leiter der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft, steht uns der Freizeitimker und begeisterte Wallfahrer für ein Gespräch über Bildung, Inspiration und die Unteilbarkeit der Wirtschaft zur Verfügung.

Draxler Interview Gespräch Wirtschaftskammer
© WKK

Unternehmerpost: Lassen Sie uns zu Beginn über Ihre Funktion als Geschäftsführer der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft sprechen. Welches Ziel verfolgt diese Institution? Herwig Draxler: Die Volkswirtschaftliche Gesellschaft ist ein Verein und besteht seit mittlerweile bald 60 Jahren. Wir bedienen zwei Zielgruppen: Den öffentlichen Bereich, zudem auch die Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmen zählen und junge Menschen, denen wir Wirtschaftswissen vermitteln möchten. Unser Ziel ist, dass die wirtschaftlichen Zusammenhänge  - wie etwas, dass ein Unternehmer erst eine Firma gründen muss, um dann Arbeitsplätze, Einkommen und somit Wohlstand zu schaffen - von Erwachsenen und vor allem von den Jugendlichen verstanden werden. Wirtschaft soll man verstehen und erleben.

 

Was wird diesbezüglich von der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft angeboten?

Wir haben in etwa 250 Veranstaltungen pro Jahr. Circa 100 sind Schulvorträge, die die Bedeutung des Unternehmertums zum Thema haben. Diese Einheiten werden ergänzend zum Regelunterricht angeboten. Zusätzlich gibt es noch zwei große Initiativen, nämlich den JUNIOR-Wettbewerb und innovation@school. Der JUNIOR-Bewerb wird in 100 Ländern unter den gleichen Spielregeln durchgeführt. Ein Schuljahr lang gründen die Jugendlichen eine echte Firma und absolvieren den unternehmerischen Zehnkampf – von der Idee über Aktienkäufe bis hin zur Messepräsentation. 2003 war übrigens unser Außenminister Sebastian Kurz Geschäftsführer einer JUNIOR-Firma. Bei der Aktion innovation@school werden technische Innovationen auch tatsächlich mit Firmen gemeinsam realisiert und umgesetzt.

 

Die Events für Jugendliche machen nicht einmal knapp 50 Prozent des Angebots aus, was wird also für den öffentlichen Bereich geboten?

Hier konzentrieren wir uns hauptsächlich auf spannende Vorträge und Weiterbildungsseminare für Unternehmerinnen und Unternehmer. Mit unseren Themen sind wir immer am Puls der Zeit und versuchen etwas zu bewegen. Die kürzlich durchgeführte Weiterbildungsreihe „Wirtschaft, Wachstum, Wohlstand“ lockte zum Beispiel 1000 Teilnehmer an. Wir brauchen kein Schnickschnack, keine großen Buffets – es geht um den Inhalt!

 

Warum ist Weiterbildung für Unternehmer aus Ihrer Sicht so wichtig?

Ein guter Plan und die entsprechenden Voraussetzungen, diesen umzusetzen, sind für die Gründung des Unternehmens wichtig. Um wirklich erfolgreich zu sein, ist aber ein gutes Netzwerk und eine breite Basis für die Konversation mit Kollegen, Lieferanten und selbstverständlich mit Kunden wichtig. Wir möchten Unternehmer genau in diesem Bereich unterstützen. Durch fundierte Gesprächsinhalte findet man leichter den Zugang zu jemanden. Ich persönlich empfinde es als wichtig, dass sich Unternehmer weiterbilden. immerhin tragen sich auch gesellschaftliche Verantwortung und gestalten das Land mit. Da kann man nicht die Augen vor neuen Ansätzen verschließen.

 

Neben Aus- und Weiterbildung im Sinne des Unternehmertums, führen Sie auch heuer wieder eine Wallfahrt für Unternehmer an. Welche Intention steckt dahinter?

Die Idee zu einer Wallfahrt wurde durch ein gemeinsames Pilgern mit den Unternehmern entwickelt. Jeder von uns muss Kraft und Energie im Alltag haben. Man darf aber nicht vergessen, seine Batterien wieder aufzuladen. Einige finden den Ausgleich beim Training für einen Ironman, beim Bungeejumping oder beim Lesen von Krimis. Für manche Menschen ist die Kombination von Bewegung und Glaube energiebringend. Wir dürfen, nein, wir müssen, dazu stehen, dass das Pilgern und die Wallfahrt in unseren Breiten eine lange Tradition genießt. Unsere Aufgabe ist es, sei es durch Weiterbildungs- oder Freizeitveranstaltungen, die Unternehmer auf verschiedenen emotionalen Wegen abzuholen und Ihnen Inspiration zu bieten.

 

Herr Draxler, Sie sind auch EPU-Beauftragter in der Wirtschaftskammer Kärnten. Von Ein-Personen-Unternehmen gibt es immer mehr – welche Rolle spielen die EPU im Wirtschaftsland Kärnten?

EPU spielen eine große Rolle. Vor allem diese Ein-Personen-Unternehmer, die entweder wichtige Teile von Wertschöpfungsprozessen großer Firmen bedienen oder eben die, die künftig wachsen möchten. Man muss sich in Erinnerung rufen: Jedes noch so große Unternehmen war zu Beginn ein EPU. Die Motive der Gründer sind oft ähnlich. Sie möchten etwas bewirken, sich verwirklichen, haben die entsprechende Leidenschaft und Motivation und möchten etwas weiterbringen. Sieht man sich die EPU-Struktur an, erkennt man ihre Inhomogenität. Es gibt überzeugte EPU, die auch nicht wachsen möchten, dann – und das ist der größte Teil – gibt es EPU, die wachsen möchten, in Netzwerke denken, Lieferanten- und Wertschöpfungsketten vervollständigen. Ergänzend dazu, haben wir noch einige Silberpreneure, die sich nach ihrer eigentlichen beruflichen Karriere weiterentwickeln möchten. Einen kleinen Teil nehmen die EPU ein, die sich mit der Selbstständigkeit überfordert fühlen. Sie alle müssen unterschiedlich angesprochen und individuell serviciert werden.

 

Keine leichte Aufgabe. Welche Stärken sehen Sie bei den EPU?

Die Wirtschaft ist nicht teilbar. Zu einer erfolgreichen Wirtschaft gehören Industrie, KMU und EPU gleichermaßen. Keiner von ihnen kann all das Angebot alleine abdecken und erfolgreich sein. Ein-Personen-Unternehmer können sich am besten anpassen. Ihre Flexibilität hilft extrem vielen großen Firmen. Diese scheitern oft daran, dass sie nicht mehr flexibel reagieren können. Dienstleistungen oder Produkte bei EPU zuzukaufen kann zu mehr Erfolg führen. In den letzten Jahren hat sich für die EPU einiges verbessert. Wir konnten Erfolge beim Gesetzgeber erzielen, in dem etwa die Begrifflichkeit definiert wurde und wir haben viel in Sachen Bewusstseinsbildung getan. Ich sehe es so: EPU sind das einzige Zukunftspotenzial für unternehmerisches Wachstum.

 

Zum Abschluss würden wir gerne wissen, wie Sie Ihre vielfältigen Aufgaben unter einen Hut bringen und noch dazu so entspannt wirken?

Ich habe von Anfang an den Ehrgeiz für meine Tätigkeit mitgebracht. So bin ich der einzige Geschäftsführer, der auch alle Befähigungsprüfungen in seinem Bereich vorweisen kann. Einerseits, weil ich einfach Bescheid wissen wollte und andererseits, um von den Unternehmern – meinen Mitgliedern - als Fachmann auf Augenhöhe akzeptiert zu werden. Meinen  Ausgleich zwischen den vielen Veranstaltungen und Aufgaben, finde ich in der Natur und in der Imkerei. Dort kann ich eben meine Batterien aufladen. 

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