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„Wir bieten das Rundum-sorglos-Paket“

Meinrad Höfferer, ein Mann, der ständig über Grenzen geht und dabei kaum erfolgreicher sein könnte. Er ist Außenwirtschaftschef in der Wirtschaftskammer Kärnten und hilft Kärntner Unternehmern im wahrsten Sinne des Wortes auf die Welt. Ein Gespräch über Wirtschaftsreisen, Exportchancen und warum Exporterfolg neben harten Fakten auch mit interkultureller Kompetenz zusammenhängt.  

MMag. Meinrad Höfferer
© WKK/Picasa

Unternehmerpost: Frühling ist! Das heißt für die Außenwirtschaftsabteilung wieder Reisezeit. Wo geht es hin?

Meinrad Höfferer: Von 3. bis 4. April fahren wir nach Zagreb, von 9. bis 12. Mai steht Weißrussland am Programm und von 5. bis 7. Juli gibt es noch eine Start-up-Reise nach Dublin.  

Sehen wir uns kurz die Wirtschaftsmission Zagreb an. Wie kann man sich eine solche Reise vorstellen?

Diese Wirtschaftsmission veranstalten wir in Kooperation mit dem Slowenischen Wirtschaftsverband und sie hat die Branchenschwerpunkte Umwelttechnik, Bau und Infrastruktur. Wir sind bereits ausgebucht und nehmen 22 Kärntner Firmen und neun aus anderen Bundesländern mit. Mit dem Bus geht es gemeinsam nach Zagreb. Vor Ort sind dann diverse Geschäftstermine geplant – diese reichen von Kurzpräsentationen der eigenen Firma bis zu Fachgesprächen mit öffentlichen Auftraggebern und klassischen B2B-Terminen. Das Außenwirtschaftscenter Zagreb ist federführend bei der Planung der Termine und kümmert sich um die Locations und Dolmetscher. Bei einem Netzwerkabend können die mitreisenden Unternehmer Kontakte knüpfen und Geschäftsbeziehungen aufbauen. Wir bieten das Rundum-sorglos-Paket: Die Teilnehmer müssen eigentlich nur in den Bus einsteigen, der Rest ist für sie erledigt.  

Jetzt ist Zagreb ein unkompliziertes Reiseziel. Wie sieht es bei der Wirtschaftsmission im Mai nach Weißrussland aus?

Die Rahmenbedingungen sind da natürlich etwas anders, aber auch da kümmern wir uns um alles: Flug, Hotel, Sicherheit etc. Glücklicherweise benötigt man für eine so kurze Geschäftsreise kein Visum, aber selbst das würden wir organisieren. Bei der Wirtschaftsmission von 9. bis 12. Mai nehmen wir Termine mit Firmen- und Regierungsvertretern wahr. 

Sie erwähnten vorhin, dass auch Betriebe aus anderen Bundesländern an der Wirtschaftsmission nach Zagreb teilnehmen. Ist das denn Usus?

Die Wirtschaftskammer Kärnten ist eigentlich die einzige Landeskammer, die ihre Missionen seit mehreren Jahren für andere Bundesländer regelmäßig öffnet. Es ist nur von Vorteil, wenn die Landeskammern ihre Kompetenzen und Themen bündeln, Synergien nutzen und sich eben bundesländerübergreifend unterstützen. Außerdem profitieren die Kärntner Unternehmer auch von einer Reise mit Kollegen aus anderen Bundesländern.  

Welche Resonanz bekommen Sie von den Mitreisenden?

Wir führen Wirtschaftsmissionen auf der ganzen Welt durch – von Peru über Italien bis hin zum Vietnam oder Iran. Das Feedback ist durchwegs positiv und wir haben uns einen guten Ruf erarbeitet.  

Was muss ein Unternehmer tun, um bei einer Mission dabei sein zu können?

Wir fordern von den Unternehmern ein Profil an. Da reichen keine zwei Zeilen, sondern wir benötigen ein umfassendes Abbild darüber, was der Betrieb bietet und welche Ziele er verfolgt.  

Meinrad Höfferer, WK-Präsident Jürgen Mandl und Wirtschaftslandesrat Christian Benger präsentierten im November 2016 die Exportoffensive
© WKK/Fritz-Press Meinrad Höfferer, WK-Präsident Jürgen Mandl und Wirtschaftslandesrat Christian Benger präsentierten im November 2016 die Exportoffensive

Im Vorjahr wurde vom Land Kärnten und der Wirtschaftskammer Kärnten die Exportoffensive mit einer Million Euro ausgelobt. Welche Maßnahmen wurden bzw. werden im Zuge dieser Offensive ergriffen?

Die monetäre Förderung merkt man beispielsweise bei den Wirtschaftsmissionen. Die mitreisenden Kärntner Betriebe können an den Missionen zu einem stark vergünstigten Tarif teilnehmen. Dank der Exportoffensive können wir bei gewissen Themen in die Tiefe gehen. Wichtig sind da etwa internationale Messen, die Förderung von Start-up-Betrieben,  die Kooperation mit der Alpen-Adria-Universität und der FH Kärnten sowie eine Bezirksroadshow zur Identifizierung von Neu-Exporteuren. Wenn es keinen Österreichstand auf einer interessanten Messe gibt, dann organisieren wir bei ausreichendem Firmen-Interesse einen Gruppenstand der WK Kärnten, über den sich unsere Unternehmer präsentieren können. Heuer waren wir bereits bei der internationalen Handwerksmesse in München mit elf Betrieben –  so vielen wie noch nie. Geplant sind heuer noch die Ecomondo in Rimini, die Productronica in München, die Handwerksmesse in Mailand und voraussichtlich im Jänner 2018 die Swissbau in Basel.  

Wie sieht die Kooperation mit der Uni und FH aus?

Neben der weiteren wissenschaftlichen Analyse von Exportpotenzialen für Kärnten sollen die Studierenden operativ in die Exportmarkt-Bearbeitung von Betrieben eingebunden werden. Kernprojekt für die Uni ist die vertiefende Identifizierung und Betreuung von Neu-Exporteuren. Die FH beschäftigt sich mit der weiteren und koordinierten Internationalisierung von Start-up-Betrieben. Schlussendlich sollen mit Hilfe der Bildungseinrichtungen in strukturierter Art und Weise mehr Betriebe in den Export geführt werden.  

Ihre Abteilung ist aber nicht nur Organisator von Auslands-Geschäftsreisen, sondern auch ein wichtiger Ansprechpartner für betriebliche Grenzgänger…

Allerdings! Wir bieten umfassende Serviceleistungen an, welche trotz intensiver Bewerbung nach wie vor vielen Unternehmern gar nicht bewusst sind. Wir beraten in Export- und Importfragen, im Marken- und Patentschutz, zu EU- und Exportförderungen, stellen Export-Dokumente aus und beglaubigen diese auch, organisieren Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen und vertreten selbstverständlich Export-Betriebe interessenpolitisch. Da wir über ein Büro in Brüssel verfügen, bringen wir uns ebenfalls auf EU-Ebene stark für unsere Mitglieder ein.  

Voll in seinem Element: Meinrad Höfferer mit den Kärntner Unternehmern bei der IHM München
© WKK Voll in seinem Element: Meinrad Höfferer mit den Kärntner Unternehmern bei der IHM München
Unterwegs im Alpen-Adria Raum: Meinrad Höfferer besuchte mit einer Delegation den Wirtschaftsraum Belgrad
© WKK Unterwegs: Meinrad Höfferer besuchte mit einer Delegation den Wirtschaftsraum Belgrad

Herr Höfferer, als Außenwirtschafts- und EU-Leiter sind Sie bestimmt kein Stubenhocker, haben schon viel von der Welt gesehen. Was reizt Sie an den vielen Wirtschaftsmissionen?

Ich bin wirklich gerne unterwegs. Mir macht eine Reise nach Zagreb oder Rimini genauso Spaß wie die nach Brasilien. Am meisten freut es mich, wenn auf unseren Missionen nachhaltige Kooperationen und Geschäftsbeziehungen entstehen. Für mich ist es wichtig, dass wir nicht einfach eine Studienreise nach Chile oder eine Sightseeingtour in Vietnam machen, sondern die Betriebe hundertprozentig durch passende Geschäftskontakte davon profitieren. Besonders stolz macht es mich, wenn wir als Pioniere Zukunftsmärkte entdecken. Im Vorjahr waren wir im Iran – der Markt öffnet sich dort gerade. Wir konnten aber schon mit 22 Unternehmern vor Ort Kontakte knüpfen und Projekte identifizieren.  

In anderen Ländern herrschen andere Sitten. Wie gehen Sie damit um?

Im Vorfeld jeder Reise gibt es einen Informationskatalog, dort stehen die Do’s und Don’ts auch drin. Man sollte einfach wissen, was in einem Land erwünscht ist und was einem sogar ein Geschäft vermiesen kann. Wann reicht ein Handshake und mit wem? Wann sollte ich mich verbeugen? Darf ich einen guten Kärntner Speck verschenken? Ist der Marillenschnaps unangebracht? Über welche Themen soll neben dem Geschäft gesprochen werden? Wie kann ich meinen potenziellen Geschäftspartner interkulturell ein wenig beeindrucken? All das beantworten wir oder  der Wirtschaftsdelegierte vor Ort bei einem kurzen Briefing vor Beginn der Reisen.  

Lassen Sie uns zum Abschluss noch über die Kärntens Chancen im Export sprechen.

Gerne! Uns muss eines klar sein: Wir werden nicht jedes Jahr neue Export-Rekorde aufstellen. Das Durchbrechen der sieben Milliarden-Schallmauer bei den Kärntner Waren-Export im Vorjahr war eine herausragende Leistung unserer Export-Betriebe.  Es ist schwer genug, diese Benchmark zu halten, aber genau das sollte unser Ziel sein. Der Wettbewerb wird härter und die zunehmenden Dienstleistungsexporte, wie etwa im IT-Bereich, sind einfach schwer in Zahlen messbar. Daher gilt es jetzt für uns und die Betriebe Maßnahmen zu setzen, um die tolle Position zu halten. Exportierende Betriebe sollten eine Mehrländerstrategie haben, um einbrechende Märkte kompensieren zu können. Als Italiens Wirtschaft in der Krise war, ist schätzungsweise ein Viertel des Exportvolumens mit Italien weggebrochen. Das war und ist extrem fordernd für Unternehmen. Als Wirtschaftskammer können wir unseren Mitgliedern die Möglichkeiten aufzeigen und sie tatkräftig unterstützen. In den aufkommenden Märkten wie u.a. in Südamerika, Süd-Ost-Asien, oder in Ost- und Südost-Europa haben wir bereits viel Vorarbeit geleistet. Als große Herausforderung in den nächsten Jahren sehe ich Afrika. Dort darf man schon aufgrund der gegebenen Umstände  nicht zart besaitet sein, aber als Türöffner möchten wir auch diesen Markt für die Kärntner Betriebe vorbereiten.


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