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„Wer seine DNA kennt, hat immer einen Vorsprung“

Wenn Führungskräfte nicht die gewünschten Ergebnisse liefern, sind sie wohl „kaputt“ und müssen zur Reparatur ein Fortbildungsseminar besuchen, erklärt Berater und Coach Benjamin Schulz etwas überspitzt. Er ist überzeugt davon, dass diese Ansätze überholt sind und man viel tiefer, bei der DNA, ansetzen muss.

Claudia Blasi

Wer andere Menschen führen will, muss drei Dinge wissen: Wer bin ich, was kann ich und wo will ich hin, erklärt Benjamin Schulz.
© KK Wer andere Menschen führen will, muss drei Dinge wissen: Wer bin ich, was kann ich und wo will ich hin, erklärt Benjamin Schulz.

„Kärntner Wirtschaft“: Ihre These lautet, dass wir in
Zukunft Personen mit Ecken und Kanten brauchen werden, um Unternehmen erfolgreich zu führen. Warum?

Benjamin Schulz: Weil wir heute in einer Gesellschaft leben, die noch nie zuvor so stark von unterschiedlichen Generationen durchdrungen war. In einer Firma treffen langjährige Mitarbeiter auf die Generation Z, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist. Zwei völlig unterschiedliche Wertesysteme prallen aufeinander und das verändert die Art des Führens.  Stromlinienförmige Manager mit  blauen Anzügen, wie sie in den meisten Chefetagen zu finden sind, kommen bei den Mitarbeitern von morgen nicht an.  

Was ist also zu tun, um als Führungskraft zu bestehen?

Ich muss mich auf ein völlig neues Umfeld einstellen. Der Arbeitgeber- und Arbeitnehmermarkt hat sich gedreht. Junge Menschen sind nicht mit einem Firmenwagen zu beeindrucken. Sie möchten sich in ihrem Beruf entfalten
und die Freizeit selbst bestimmen. Hinzu kommen noch tech­nologische Transformationen wie Industrie 4.0, die die Arbeitswelt grundsätzlich verändern, und generell ein offener Arbeitsmarkt, der interkulturelle Kompetenz erfordert. 

Wie schafft man es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Indem sich gute Führungskräfte   die Frage stellen: Was ist unser Ziel und wie sichern wir die Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter, um dieses Ziel zu erreichen? Danach richtet sich ihr Handeln aus, das heißt, sie investieren Zeit in die Analyse ihrer Mitar­beiter: Wo steckt das größte Potenzial und wo setze ich welchen Mitarbeiter am besten ein? Ein aufwendiger Prozess, der sich aber mit Sicherheit lohnt und im Idealfall bei sich selbst beginnt.  

Wie ist das zu verstehen?

Jeder Mensch hat eine DNA mitgebracht, die ihn mit Fähigkeiten ausstattet. In diesem DNA-Strang liegt auch der Code des CEO (Chief Executive Officer) verborgen. Führungskräfte, die ihren CEO-Code kennen, sind sehr gut in ihrem Beruf aufgestellt und können andere Menschen dazu motivieren, ihnen zu folgen. Um den eigenen Code zu erkennen, müssen sich vor allem „Alphatiere“ mit sich selbst auseinandersetzen. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass sich gerade in der Führungsebene nur die wenigsten selbst kennen. Doch gerade dieses Wissen macht den entscheidenden Vorsprung aus. Wenn ich weiß, wer ich bin, kann ich völlig anders agieren. 

Wie kann ich den CEO-Code in mir aufspüren?

Man sollte sich die Zeit nehmen, um drei Fragen zu beantworten: Wer bin ich und was sind meine intrinsischen Motive – was motiviert mich aus eigenem Antrieb heraus? Dadurch kann ich meine Persönlichkeit verorten. In einem zweiten Schritt sollte man sich vor Augen führen, was man an implizitem Wissen mit sich bringt: Welche Aufgaben liegen mir besonders und welche Lebenserfahrung bringe ich mit? Abschließend geht es darum, ein Ziel zu formulieren: Was möchte ich mit meinem Team, meiner Firma erreichen und warum verfolge ich dieses Ziel überhaupt? Wer diese Fragen geklärt hat, ist der besten Version von sich selbst schon einen großen Schritt näher. 

Was kann zusätzlich meine Führungsqualität steigern?

Wenn ein Vorgesetzter seine Position ausnützt und Mitarbeiter als Untergebene betrachtet, wird er nicht als Führungsperson wahrgenommen. Wenn er hingegen authentisch auftritt und im Team für ein gemeinsames Ziel brennt, wird man ihm folgen.

Dieses Interview erschien in der Ausgabe 28/29 der „Kärntner Wirtschaft“.

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