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„Tourismus darf nicht länger Melkkuh der Nation sein“

Kanzler Kerns Nein zum Vorschlag von ÖVP-Chef Sebastian Kurz zu einer Mehrwertsteuersenkung für Urlaubsübernachtungen sorgt in der Kärntner Tourismuswirtschaft für Empörung.  

 

Sigismund Moerisch
© WKK

Hotellerie-Sprecher Sigismund E. Moerisch bezieht in einem offenen Brief an Bundeskanzler Kern Stellung. Hier das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Kern, 

ich bin wirklich enttäuscht, eigentlich viel mehr entsetzt. Durch Ihre Managementkarriere hätte ich Ihnen mehr Feingefühl für die Anliegen des heimischen Zugpferdes, der Tourismuswirtschaft, zugetraut. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Beherbergungen von 10 auf 13 Prozent war Teil der Gegenfinanzierung, was einer Anhebung der Steuerlast um satte 30 Prozent entspricht. Für die Hotellerie bedeutete das eine extrem Mehrbelastung in einer ohnehin schwierigen Situation. Aber: Unsere Betriebe wussten sich durchzukämpfen und jeglichen politischen Stock, der ihnen immer und immer wieder zwischen die Beine geworfen wurde, abzuwehren. Endlich können wir wieder ein Umsatz- und Nächtigungsplus verzeichnen – ob das allerdings auch zu Gewinnerhöhungen führt, werden die Bilanzen 2017 zeigen. Das Umsatzplus ist nicht nur den äußerst fleißigen Unternehmern und deren Mitarbeitern geschuldet, sondern auch der aktuellen geopolitischen Situation. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass uns das niedrige Zinsniveau hilft, in Qualität zu investieren, Marktanteile zu halten oder auszubauen. Doch Vorsicht, das ist nicht in Stein gemeißelt. Daher ist es umso wichtiger, sich endlich von Seiten der Politik zum Tourismusland Österreich zu bekennen und Schluss mit den Schikanen zu machen. 

Die ÖVP hat den Fehler eingesehen und drängt auf Korrektur. Das würden wir uns auch von Ihnen, Herr Kanzler Kern, erwarten. Der Tourismus erwirtschaftet 15 Prozent des BIP, rettet den Außenhandelsüberschuss und beschäftigt gemeinsam mit der Landwirtschaft dort Menschen, wo sonst keine Wirtschaft stattfinden würde. Tourismus kann auch nicht outsourcen und ist enormer Umsatzbringer für Handel und Gewerbe. Und was ist der Dank? Bei der letzten Steuerreform mutierten wir zur Melkkuh der Nation und sind scheinbar ein Unikat bei der Gegenfinanzierung. Außerdem stürzt man uns durch wahnwitzige Abschreibungszeiträume, Allergenverordnungen, Registrierkassenpflicht und Co in tiefbürokratische Sümpfe. Verstehen Sie mich richtig: Gerne eine Steuerreform mit uns, aber nicht eine ausschließlich für uns! Deshalb ist die Korrektur der Mehrwertsteuer ein Schritt in die richtige Richtung, die ich aber keinesfalls als einziges Angebot an die Tourismuswirtschaft gelten lasse. Wenn Sie jedoch bereits hier Protest einlegen, haben Sie leider nichts verstanden und sich als Gesprächspartner für uns disqualifiziert. 

Nach dem Feldzug gegen die gewinn- und imagebringende Tourismuswirtschaft muss uns endlich Wertschätzung entgegengebracht werden. Daher fordern wir die Senkung der Mehrwertsteuer auf Beherbergungen von 13 auf 7 Prozent wie in Deutschland, die Reduktion der Lohnnebenkosten, kürzere Laufzeiten der Abschreibungen, eine Überarbeitung der Entgeltfortzahlung im Krankenstand und einen Minister für Tourismus als Zeichen der Achtung und der ökonomischen Wichtigkeit der Branche. 

Sehr geehrter Herr Kanzler, der Tourismus ist die unverzichtbare Visitenkarte des Landes! Denken Sie bei Ihrem nächsten Besuch in einem Hotel, einem Gastronomiebetrieb oder einer Freizeiteinrichtung daran!     

Sigismund E. Moerisch 
Sprecher der Kärntner Hotellerie

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