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"Teste so früh wie möglich deine Idee"

23 eigene und über 1000 begleitete Gründungen gehen auf sein  Konto. Felix Thönnessen ist Deutschlands bekanntester Start-up-Berater. Im Interview verriet er, warum Scheitern wichtig ist und warum die Digitalisierung den Weg in die Selbstständigkeit erleichtert.

Andreas Dünser
Felix Thönnessen ist der bekannteste Start-up-Berater Deutschlands und coacht die Kandidaten der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“
© KK/Felix Thönnessen Felix Thönnessen ist der bekannteste Start-up-Berater Deutschlands und coacht die Kandidaten der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“.
„Kärntner Wirtschaft“: Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Gründer aus?
Felix Thönnessen: Persönlichkeit! Ein erfolgreicher Gründer muss mit Rückschlägen und Scheitern umgehen können. Man muss damit umgehen können, dass nicht alles unbedingt so funktionieren muss, wie man sich das anfangs ausgemalt hat; man muss sich selbst immer wieder neu motivieren können, um schwierige Situationen zu überstehen. Denn in der Regel ist es so, dass Sachen passieren, die man zuvor gar nicht auf dem Schirm hatte.

Wer nicht wagt, der nicht ­gewinnt?

Definitiv! Gründen hat immer etwas mit Risiko zu tun, mit der Bereitschaft, diesen allerersten Schritt überhaupt zu gehen. Ich habe einen Leitsatz im Leben, der lautet: Was kann im schlimmsten Fall passieren? Und was kann nun im schlimmsten Fall passieren, wenn ich mich selbstständig mache? Es funktioniert nicht, ich habe einen Bankenkredit aufgenommen, den ich wieder zurückzahlen muss, und ich muss vielleicht wieder zurück in ein Angestelltenverhältnis. Gemessen an dem, was Menschen widerfahren kann, ist Scheitern nicht einmal
so schlimm.

Wer scheitert, ist dank unserer nicht vorhandenen Fehlerkultur stigmatisiert ...

Das ist eine große Problematik. In     Deutschland, in Österreich und in der Schweiz haben wir uns da fast schon ein kleines Monopol geschaffen, während das in anderen Ländern nicht ganz so schlimm ist. Bei uns ist Scheitern institutionell und gesellschaftspolitisch ein großes Problem, weil wir mit Scheitern immer auch Erfolglosigkeit verbinden und deswegen niemandem einräumen, scheitern zu dürfen. Die meisten, die das Scheitern verurteilen, haben selbst noch nie versucht, sich selbstständig zu machen.
Vor welchem Fehler sollte man sich auf dem Weg in die Selbstständigkeit hüten?
Ich empfehle jedem Gründer: ­Teste frühestmöglich deine Idee im Markt, und sei es nur in Form von Umfragen, bevor du jahrelange Arbeit investierst, nur um dann herausfinden zu müssen, dass niemand deine Idee, dein Produkt oder deine Leistung haben will.


In welcher Branche gibt es aktuell die besten Zukunftsaussichten?

Da gibt es sogar relativ viele Branchen! Weil Digitalisierung in jeder Branche eine Rolle spielt, kann man festhalten, dass es nie einfacher war, sich selbstständig zu machen – es ist einfacher denn je, beispielsweise Produkte aus dem Ausland zu beziehen, sich im Internet explizit weiterzubilden und Informationen zu sichern.

Bräuchte die Gesellschaft mehr Unternehmer und ­damit auch mehr Eigen­ständigkeit?
Definitiv! Man sollte mehr Menschen dazu anregen, etwas Eigenes zu schaffen! Man muss mehr Menschen ermutigen, diesen Schritt in das Unternehmertum zu gehen! Jedes Unternehmen ist ja letztlich auf eine einzelne Person zurückzuführen, die den Mut hatte, einen eigenen Weg zu gehen. Da gibt es viele Bespiele: Amazon, Tesla oder wer auch immer. Also wenn man eine solche Kultur in der Wirtschaft braucht, und die braucht man, muss sich etwas ändern: Nach dem Vorbild der Wirtschaftsverbände und Wirtschaftskammern sollten auch der Staat und die verschiedenen Institutionen viel energischer aufzeigen, wie der Weg in die Selbstständigkeit aussehen kann.

Dieses Interview erschien in Ausgabe 49 der "Kärntner Wirtschaft".

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