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„On- und offline verschmelzen miteinander“

Online-Shopping gehört schon längst zu unserem Alltag. Dennoch spricht Autor und Keynote-Speaker Wijnand Jongen in seinem neuesten Buch über das Ende des Online-Shoppings. Denn: Es zeichnet sich eine neue Form des Handels, der Onlife-Handel, ab.

Birgit Sacherer
Wijnand Jongen stellte kürzlich die Österreich-­Edition seines Buches „Das Ende des Online- Shoppings“ vor.
© KK/Opinion Leaders Network Wijnand Jongen stellte kürzlich die Österreich-­Edition seines Buches „Das Ende des Online- Shoppings“ vor.

„Kärntner Wirtschaft“: Sie haben mit Rainer Will das Buch „Das Ende des Online- Shoppings. Die Zukunft des Einkaufens in einer vernetzten Welt“ geschrieben. Was ist die Kernbotschaft?
Wijnand Jongen: Die Kernbotschaft meines Buches ist jene, dass das Ende des Online-Shoppings der Beginn einer neuen Ära ist. Der Begriff Shopping insgesamt wird sich in den kommenden Jahren sehr verändern. Darauf muss der Handel, egal ob dieser global oder regional aufgestellt ist, reagieren. Im Mittelpunkt der Wirtschaft steht das vernetzte Einkaufen. Es stellt sich meiner Meinung nach schon heute nicht mehr die Frage, ob es nun online, also digital, oder offline, also analog, ist. Ich spreche daher in dem Buch auch schon von Onlife-Handel.

Was kann man sich unter Onlife-Handel vorstellen? 
Bereits der italienische Philosoph Luciano Floridi hat diesen Begriff geprägt. Floridi war in der Europäischen Kommission Vorsitzender eines europäischen Thinktanks und befasste sich mit den Auswirkungen der digitalen Revolution. Wenn man die Entwicklung von online und offline näher betrachtet kann man folgendes erkennen: Die beiden verschmelzen miteinander und die Unterscheidung zwischen on- und offline wird irgendwann ganz verschwinden. 

Hat dies auch etwas mit dem Einkaufsverhalten der Menschen zu tun? 
Natürlich. Dieses hat sich grundlegend verändert und darauf muss der Handel reagieren – digital wie analog. Das World Wide Web beherrscht unseren Tag. Social Media, E-Mail und auch Online-Shopping, wir haben uns darauf eingelassen, für viele gehört es zum täglichen Leben und Zeitvertreib. Viele kleine traditionelle Händler haben auf den neuen Trend nicht reagiert oder diesen viel zu spät erkannt. Für die großen Konzerne ist es sehr wichtig, dass das Internet überall auf der Welt funktioniert, ob in Amerika, Europa oder Afrika – die Menschen sind weltweit miteinander vernetzt. Der Zugang zu drahtlosen Netzwerken hat in der Zwischenzeit den gleichen Stellenwert wie Essen und Trinken, wir werden daher künftig mehr onlife sein.

Global Player contra lokale Händler?
Die großen Player und die kleinen Händler – hier gibt es einen sehr großen Widerstand. Auf der einen Seite die Automatisierung in den Lagerhallen, auf der anderen Seite lokale Händler. Die Macht der globalen Konzerne wächst und wächst. Die großen Unternehmen konnten wachsen, auch dank mangelnder Regulierung. Es herrscht ein Ungleichgewicht. Meiner Meinung nach ist hier die Regierung gefordert, Mut für einen neuen digitalen Handel aufzubringen. Denn Digitalisierung ist eine Chance, man muss Fairness im internationalen Wettbewerb sicherstellen, um auch die Wertschöpfung im Land zu halten. Und eines ist in dieser Diskussion nicht von der Hand zu weisen: Der Kunde kauft immer dort ein, wo er das bekommt, wonach er sucht. 

Der Kunde entscheidet, wie sich der Handel künftig entwickeln wird?
Ich denke, wir sollen und müssen immer das verfolgen, was die 
Kunden ansprechend finden. Der Kunde hat sich an den Online-Handel gewöhnt, dieser gibt ihm transparente Auskunft über ein Produkt, das ihn interessiert. Egal wo und wann, man bekommt immer eine Rückmeldung rund um ein Produkt oder eine angefragte Dienstleistung.

Welche Gewichtung haben Preis, Service und Qualität beim Kunden?
Für die meisten Menschen steht der Preis noch immer an erster Stelle, er wird bei ihnen immer vor dem Service oder der Qualität gereiht sein. Es kommt aber auch darauf an, welche Art Produkte 
ein Händler in welchem Preissegment in seinem Portfolio hat. 

Dieses Interview erschien in der Kärntner Wirtschaft, Ausgabe 15

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