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"Niemand kennt die Jobs der Zukunft"

Was die Zukunft bringt,  lässt sich für keine Arbeit und kein Unternehmen sagen. Kein Grund, Angst zu haben, sagt Christoph Holz.

Angelika Dobernig
„Für Österreichs Unternehmen ist die Digitalisierung eine große Chance: Sie besteht bereits heute aus vielen kleinen Unternehmen“, sagt Christoph Holz.
© KK „Für Österreichs Unternehmen ist die Digitalisierung eine große Chance: Sie besteht bereits heute aus vielen kleinen Unternehmen“, sagt Christoph Holz.

„Kärntner Wirtschaft“: Warum haben so viele Menschen Angst vor der Digitalisierung?
Christoph Holz: Weil sich so vieles verändert. Es entstehen beispielsweise viele neue Berufe. Vor 100 Jahren gab es noch einige 100 unterschiedliche Berufe, heute sind es einige Tausend. In 30 Jahren sind es vielleicht 100.000. 

Welche Berufe werden  das sein?

Davon haben wir noch überhaupt keine Vorstellung. Wer hätte sich vor zwanzig Jahren zum Beispiel gedacht, dass Social-Media-Manager ein Beruf werden könnte? Und heute gibt es unzählige. Niemand weiß, welche neuen Jobs es künftig geben wird.

Was wird sich noch ändern?
Wir beobachten, dass Firmen immer kleiner werden. Früher sind die Firmen immer größer geworden. Heute ist es aber so, dass kleine Unternehmen oft wendiger  sind und sich schneller an Entwicklungen anpassen. Man kann also sagen: Die Digitalisierung reduziert sowohl den Nachteil der Entfernung als auch den Vorteil der Größe. Für Österreichs Unternehmen ist das eine große Chance.

Warum?
Die österreichische Firmenstruktur besteht bereits heute aus vielen kleinen Unternehmen. Darum ist die österreichische Wirtschaft auch besser als andere auf die Digitalisierung vorbereitet. 

Wo sehen Sie aktuell die größte Herausforderung für Betriebe?
Es kommt unglaublich viel Neues auf den Markt, und mindes­tens die Hälfte davon ist Blödsinn. Die Herausforderung für Unternehmen liegt darin, herauszufinden, was kein Blödsinn ist. Da muss man beherzt ausprobieren.

Was tun wir mit all jenen, die mit der Digitalisierung nicht zurecht kommen?
Das ist eine Frage, die sich unsere Gesellschaft stellen muss. Wir können all jene, die bei der Digitalisierung nicht mitkönnen oder -wollen, nicht zurücklassen. Aber ich denke nicht, dass das ein großes Problem wird. Es gibt Berufe, die digitalisierungsresistent sind.

Welche Berufe wären das zum Beispiel?
Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass es schon bald einen Roboter geben wird, der die Arbeit von Gärtnern gut erledigen wird. Oder wer will sich von einem Roboter in der Gastronomie bedienen lassen? Es gibt genug Berufe, in denen der persönliche Kontakt mit den Menschen wichtig ist. Von den vielen Gesundheitsberufen ganz zu schweigen!

Sehen Sie beim Bildungs­system Handlungsbedarf?
Es ist für unser Bildungssystem schwierig, die Menschen auf Berufe vorzubereiten, die es heute noch gar nicht gibt. Aber die Schule ist wichtig, damit wir dieselben Geschichten lernen und unsere Kultur auch künftig als Einheit bestehen kann. Sich in der Schule Wissen anzueignen, wird aber immer weniger wichtig.

Sondern?
Ganz zentral wird sein, den Kindern kritisches Denken beizubringen und die Selbstlernfähigkeit  zu fördern. Auch algorithmisches Denken wird immer wichtiger: In Zukunft werden jene Erfolg haben, die Prozesse steuern und übergreifend denken können. 

Und woher bekommen wir dann das Wissen?
Von Wikipedia. Im Ernst: Es geht nicht mehr ohne digitale Hilfen. Wer zu einem Thema den aktuellen Stand der Diskussion erfahren will, muss sich online informieren, daran führt kein Weg vorbei. Open Source oder Wikipedia sind übrigens ein gutes Beispiel für eine neue Form der Freiwilligenarbeit. Es heißt oft, Menschen wollen heute keine ehrenamtliche Arbeit mehr machen. Stimmt nicht, es ändert sich nur die Form.

Dieses Interview erschien in der KW Ausgabe 10. 

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