th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery Flickr Youtube Instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at

„Mitarbeiter bei Veränderungen ins Boot holen“

Dass nicht jedes Jahr ein neuer Trend wie eine Sau durchs Management-Dorf getrieben wird, dafür setzt sich Unternehmensberaterin Sabine Dietrich ein. Sie plädiert dafür, Probleme mit Bedacht zu lösen und dabei nicht die Mitarbeiter zu vergessen.

Ines Tebenszky
Sabine Dietrich weiß, wie man Veränderungen wirksam managen kann.
© KK Sabine Dietrich weiß, wie man Veränderungen wirksam managen kann.
„Kärntner Wirtschaft“: Die Gesellschaft und auch die Wirtschaft unterliegen einem immer rascheren Wandel. Wie schnell müssen sich Unternehmen verändern?
Sabine Dietrich: Das kann man so gar nicht beantworten, denn den klassischen Change-Prozess gibt es nicht mehr. Veränderung ist  eine Daueraufgabe für Unternehmer, Entscheider, Manager und Führungskräfte. Ein Unternehmen muss sich aktiv und kontinuierlich mit den Veränderungen und dafür passenden Lösungen auseinandersetzen. 

Welche Fehler werden denn am häufigsten gemacht? 
Der gravierendste Fehler ist sicherlich, dass Unternehmen eine Managementmethode übernehmen, die gerade gehypt wird, ohne zu prüfen, ob sie überhaupt zum Unternehmen passt. Auch orientieren sich Unternehmen oft am Mitbewerb oder an großen Namen und folgen ihnen blind, obwohl die eigene Firmenstruktur eine gänzlich andere ist. Ein weiterer Fehler ist, dass bei Umstellungen nur auf die Technik, nicht aber auf die Mitarbeiter geachtet wird. 

Welche Folgen kann das ­haben?
Abgesehen davon, dass jede Einführung einer neuen Methode Geld kostet: Werden die Mitarbeiter nicht mitgenommen, kommt es häufig vor, dass sie die Motivation verlieren, innerlich oder sogar tatsächlich kündigen. Gute Leute werden auf dem Arbeitsmarkt immer gesucht – da tobt der Kampf um die besten Köpfe. Wenn sich also ein Mitarbeiter in seinem Unternehmen nicht mehr wohlfühlt, ist er schnell weg. Und bis ein neuer Mitarbeiter alleine „fliegt“, dauert es lange, und die Kosten, die dabei entstehen, sind immens.

Warum sind manche Manager oder Unternehmer so ­anfällig für immer neue ­Methoden?
Unternehmen müssen sich bewegen. Der bequemste Weg ist es, dazu zu greifen, was gerade gehypt wird. Das kann zwar im einen oder anderen Fall passend sein, ich habe aber auch schon Fälle erlebt, in denen das Rad sehr schnell wieder zurückgedreht wird. Ich bin jedenfalls keine Freundin davon, jedem Hype zu folgen. Wenn es die richtige Methode ist, dann ist das super, wenn das Problem damit gelöst wird. Wenn das aber nicht der Fall ist, muss man mit den Folgen rechnen, nämlich dass Budgets umsonst investiert werden und im worst case die Mitarbeiter gehen. Das ist vor allem für kleine Unternehmen dramatisch, denn sie haben weniger Reserven, um den Verlust von Mitarbeitern abzufedern, und müssen Budgets pass­genauer einsetzen.

Was wäre stattdessen der richtige Ansatz?
Zuerst muss man sich ansehen, woran es hakt. Liefert ein Unternehmen immer zu spät? Sind Mitarbeiter überlastet? Solche Probleme muss man analysieren und sich die tieferen Ursachen genauer ansehen. Anschließend ist die Frage nach dem zu erreichenden Ziel zu beantworten und man muss sich einen Überblick über verschiedene Lösungsmöglichkeiten verschaffen. Erst dann kann man sich souverän aus dem Methoden­kas­ten bedienen. So können Projekte auch erfolgreich ganz klassisch umgesetzt werden, es muss nicht immer ein neuer Ansatz sein.

Spielt bei der Methodenwahl auch das eigene Bauchgefühl eine Rolle?
Grundsätzlich gehören Emotionen dazu, aber sich nur auf das Bauchgefühl alleine zu verlassen, ist zu wenig. Ich kann auch einen Berater nicht nur nach der Sympathie auswählen. Man muss kritisch prüfen, ob das Problem mit dieser speziellen Methode gelöst werden kann. Und gerade bei engen Budgets muss man neben dem kritischen Blick auf Kosten und Nutzen unbedingt die Mitarbeiter aktiv einbinden.


Dieses Interview erschien in Ausgabe 18/19 der "Kärntner Wirtschaft".

Das könnte Sie auch interessieren

  • Im Gespräch mit
Wijnand Jongen stellte kürzlich die Österreich-­Edition seines Buches „Das Ende des Online- Shoppings“ vor.

„On- und offline verschmelzen miteinander“

Online-Shopping gehört schon längst zu unserem Alltag. Dennoch spricht Autor und Keynote-Speaker Wijnand Jongen in seinem neuesten Buch über das Ende des Online-Shoppings. Denn: Es zeichnet sich eine neue Form des Handels, der Onlife-Handel, ab. mehr

  • Im Gespräch mit
„Für Österreichs Unternehmen ist die Digitalisierung eine große Chance: Sie besteht bereits heute aus vielen kleinen Unternehmen“, sagt Christoph Holz.

"Niemand kennt die Jobs der Zukunft"

Was die Zukunft bringt,  lässt sich für keine Arbeit und kein Unternehmen sagen. Kein Grund, Angst zu haben, sagt Christoph Holz. mehr